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Helfer federn den Elternstress ab

Familienbegleiter Helfer federn den Elternstress ab

Babystress statt Babyglück: Für viele Eltern ist das erste Lebensjahr eines Kindes mit Überforderungen verbunden. Das Projekt „Wellcome“ wendet sich an Mamas und Papas, bietet ihnen Hilfen im Alltag an.

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Annette Arnold (von links), Claudia Schudy, Christel Böhm und Elke Himann unterstützen Eltern bei Bewältigung des Alltags nach der Geburt eines Kindes in dessen erstem Lebensjahr.

Quelle: Felix Busjaeger

Marburg. Die Aufregung der Schwangerschaft liegt hinter den Eltern, das Baby ist da und das Kinderzimmer ist eingerichtet. Doch dann beginnt mitunter eine Zeit mit dem Säugling, die viele Mamas und Papas als Herausforderung, als Überforderung, als Alltagswahnsinn  empfinden.  

Hilfe bekommen Eltern beim Projekt „Wellcome“ der Familienbildungsstätte. Im ersten Lebensjahr des Kindes kommt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin in die Familie und bietet Unterstützung an. Ob sie dabei über das schlafende Baby wacht, mit dem Geschwisterkind spielt oder den Eltern einfach Zeit für die Paarbeziehung schafft, sei dabei völlig egal, erklärt Sabine Rother-Holste, Projektkoordinatorin bei der FBS.„Unser Hauptziel ist es, Familien zu entlasten“, sagt Anette Arnold, eine der Ehrenamtlichen. Der Unterstützungsaufwand sei unterschiedlich – in der Regel betrage er zwei bis drei Stunden ein bis zweimal pro Woche.

„Zu uns kommen junge Eltern, aber auch Familien, die ihr zweites oder drittes Kind bekommen haben. Sie alle eint,dass sie subjektiv Hilfe und Unterstützung brauchen“, erklärt Rother-Holste. Auch wenn viele Eltern noch eine Hemmschwelle hätten, wenn es um Unterstützung geht, erkennt sie einen Trend: „Immer mehr Familien haben Bedarf“ – aber das FDS-Projekt sei ausgelastet, es mangele an Ehrenamtlichen, die das bestehende Team unterstützen und „den Helfern beim Helfen helfen“, sagt sie.

Seit Projektstart vor rund sieben Jahren hat „Wellcome“ 115 Familien in der Universitätsstadt betreut. Rund ein Viertel davon alleine durch Elke Himann. Sie ist seit Beginn ehrenamtlich dabei und hat zahlreiche Familien mit Mehrlingsgeburten unterstützt

„Jede neue Familie ist für mich trotzdem aufregend, und ich gehe in jedes erste Treffen mit Herzklopfen“, sagt sie.  Während des ersten Treffens lerne man sich gegenseitig kennen und unternehme etwas zusammen.

Besuche in Familien dienen auch der Gewaltprävention

„Kinder bereichern mein Leben. Ich sehe die Zeit bei den Familien nicht als Arbeit, sondern als willkommene Abwechslung.“ Jedoch: Die Kommunikation mit der jeweiligen Familie, die Chemie zwischen Eltern und den Helfern müsse stimmen.
Christel Böhm ergänzt, dass die Dankbarkeit der Familien „die größte Belohnung ist, die man sich wünschen kann“. „Wellcome“ sehe sich auch als Präventionsprojekt, das Eltern unterstütze, bevor es zu spät ist – zu spät auch im Sinne von Gewalt in der Familie, auch gegen Babys (Schütteltrauma).

„Wir wollen den Familienalltag verbessern“, sagt Claudia Schudy und erklärt,dass sie keine Erziehungsaufgaben übernehmen, allerdings bei Fragen mit ihren Erfahrungen die Eltern unterstützen. „Viele von uns, die Kinder haben, wissen, wie schwer es in der ersten Zeit manchmal werden kann“, sagt Rother-Holste.

von Björn Wisker
und Felix Busjaeger

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