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Grundstein für Moschee wird gelegt

Ahmadiyya-Gemeinde Grundstein für Moschee wird gelegt

Die Ahmadiyya-Muslim-­Jamaat-Gemeinde in Marburg legt morgen feierlich den Grundstein für ihre Moschee, die im Gewerbegebiet Cappel „Im Rudert“ entstehen soll.

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Auf dem Bauplatz der künftigen Ahmadiyya-Moschee in Cappel wurden für die offizielle Grundsteinlegung Pavillons errichtet.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ehrengast ist der höchste geistliche Würdenträger der Ahmadiyya, Kalif­ Hadhrat Mirza Masroor Ahmad. Der 66-Jährige wurde 2003 zum fünften Kalifen gewählt; er ist der Urenkel von Mirza Ghulam Ahmad, dem Gründer der Glaubensgemeinschaft. Er wird vor mehreren hundert geladenen Gästen die Grundsteinlegung vollziehen und dabei eine Rede halten.

Der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Abdullah Uwe Wagishäuser, stellt die Ahmadiyya in Deutschland und in Marburg vor.

Unter den geladenen Gästen aus Verwaltung und Politik sind auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), Bürgermeister Dr. Franz Kahle­ ­(Grüne), Landrätin Kirsten Fründt (SPD), Polizeipräsident Bernd Paul vom Polizeipräsidium Mittelhessen und Uni-Vizepräsidentin Professorin Dr. Evelyn Korn. Auch Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD) wird anwesend sein, teilte Kamran Khan von den Marburger Ahmadiyya mit.

Die Grundsteinlegung wird morgen gefeiert, obwohl der offizielle Bauantrag noch gar nicht gestellt ist. Wahrscheinlich im Sommer soll der Antrag gestellt werden, damit im Herbst mit dem Bau begonnen werden kann, sagt Mubarik Sabir für die Marburger Ahmadiyya. Die Pläne der Ahmadiyya-Gemeinde zur Errichtung eines Gebetshauses im Gewerbegebiet von Cappel, so wie sie im vergangenen Jahr vorgestellt wurden, sehen einen etwa 20 mal 30 Meter großen Gebäudekomplex mit Hausmeisterwohnung, Minarett und Kuppel vor. Ein Kulturzentrum solle nicht entstehen. Strittig ist aber noch, ob die Moschee eine Kuppel und ein Minarett erhalten soll. Für die Ahmadiyya gehören Kuppel und Minarett zu einer Moschee dazu. Sie äußerten sich in der Vergangenheit aber kompromissbereit angesichts der Vorbehalte, die vor allem im Stadtteil Cappel geäußert worden waren. Fest steht aber, dass kein Muezzin von der Moschee aus zum Gebet rufen wird.

Die etwa 200 Marburger Ahmadiyya legen Wert auf ein gutes Einvernehmen mit den anderen Marburgerinnen und Marburgern. Ihre Glaubensgemeinschaft lebt nach den Prinzipien von Friedfertigkeit, Transparenz und Offenheit, sagt Vorsitzender Muhammad Ilyas. Bekannt sind in Marburg etwa das Engagement der Ahmadiyya am Neujahrsmorgen, an dem sie seit Jahren die Überreste­ der silvesterlichen Feiern auf den Straßen Marburgs beseitigen, der Neujahrsempfang oder ein regelmäßiger Spendenlauf für soziale Projekte.

Kritiker sprechen den Ahmadiyya aber ab, eine Reformbewegung innerhalb des Islam zu sein und werfen ihnen unter anderem ein rückschrittliches Frauenbild vor.

Im vergangenen Jahr war es wegen der Moschee-Pläne kurz vor der Kommunalwahl im März zu einer heftigen Diskussion vor allem in Cappel gekommen. Moschee-Gegner warfen dem Magistrat und den Ahmadiyya vor, die Pläne zu verschleiern. Zur Grundsteinlegung wurden jetzt auch die Haupt-Kritiker von damals eingeladen.

Die Marburger Ahmadiyya haben ihr Gebetshaus bislang in einer kleinen Wohnung in der Bunsenstraße. Diese Moschee sei viel zu klein für die wachsende Anzahl von Mitgliedern, berichtete Ilyas.

von Till Conrad

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