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Grüne gegen Doppelstrukturen

Stadtverwaltung Grüne gegen Doppelstrukturen

Die Schaffung einer neuen Stelle für Elke Siebler, die bisherige Persönliche Referentin von Dr. Thomas Spies (SPD), stieß nun auf Kritik der Marburger Grünen.

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Für die Grünen wäre „Aufwachsen in Marburg“ vor allem ein Thema für Mitarbeiter des Marburger Jugendamtes.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Vor wenigen Tagen hatte die OP über die Ablösung von Elke Siebler als Persönliche Referentin von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) berichtet. Anstelle der früheren Landtagskandidatin und Kreispolitikerin der Grünen hat Spies ab Anfang des kommenden Monats Philipp Höhn aus der Pressestelle der Stadt Marburg vorgesehen (die OP berichtete).

Dass nun für Siebler nach Mitteilung von Spies eine völlig neue Position in der Stadtverwaltung geschaffen wird, und zwar die Leitung des „Aufwachsen in Marburg“, stößt jetzt auf massive Kritik bei den Grünen, die bis zum Bruch der rot-grünen Rathauskoalition vor einigen Monaten fast zwei Jahrzehnte lang in Marburg Koalitionspartner der SPD waren.

Dabei zielt die Kritik in einer vom Marburger Grünen-Vorstandssprecher Christian Schmidt unterzeichneten Pressemitteilung vor allem in zwei Richtungen. Einerseits gibt es darin eine generelle Ablehnung des Wechsels in der Referenten-Position. Und andererseits wird auch die Schaffung einer zusätzlichen Stelle in der Stadtverwaltung kritisiert.

„Mit Unverständnis nehmen die Marburger Grünen die Art und Weise der Ablösung von Elke Siebler als Persönliche Referentin des Oberbürgermeisters und ihre Versetzung in das Projekt ‚Aufwachsen in Marburg‘ zur Kenntnis“, heißt es wörtlich in der Mitteilung.

"Aufwachsen in Marburg"

Es sei sehr zweifelhaft, ob es fachliche Gründe für die Versetzung von Siebler gebe, so die Grünen. „Fraglich bleibt für uns, was dieses neue Projekt überhaupt beinhalten soll und warum dafür eine neue Stelle geschaffen wird“, meint zudem die Marburger Grünen-Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Neuwohner. Wenn es wirklich eine Notwendigkeit für eine solche Stelle gegeben hätte, dann hätte sich auch das Jugendamt mit solch einer Thematik befassen können. „Entstehen hier nicht Doppelstrukturen, die mehr Chaos als Nutzen bringen“, fragt Neuwohner. Zu diesem Thema wollen die Grünen auch Fragen an den Magistrat stellen.

OB Spies hatte gegenüber der OP gesagt, dass in der neuen Koordinierungsstelle „Aufwachsen in Marburg“ alle Aktivitäten in der Stadtverwaltung zum Thema Frühkindliche Bildung zusammengefasst werden sollen.

Für die Grünen schließt sich an den Wechsel von Siebler eine Grundsatzfrage an. „Es ist schon sehr befremdlich, dass immer weiter hochbezahlte Positionen geschaffen werden, während gleichzeitig die Mittel für Soziales und Kultur und den Ausbau der Kinderbetreuung gekürzt werden. Das Signal nach außen ist falsch und demotivierend für die vielen engagierten Initiativen“, meint Christian Schmidt. „Erstaunlich“ sei es, dass die Marburger CDU, die noch im vergangenen Jahr deutliche Sparbemühungen bis 20 Millionen im Ergebnishaushalt angekündigt hat, dies alles kommentarlos mitmache, wundert sich Neuwohner.

Statt in zusätzliche Verwaltungsstellen und Doppelstrukturen sollten nach Auffassung der Grünen die nun ganz offensichtlich doch vorhandenen Gelder der Stadt in eine Verbesserung der Infrastruktur wie den Ausbau der Kinderbetreuung investiert werden.

von Manfred Hitzeroth

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