Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Lieder in der Mittagspause

Singende Verwaltung Lieder in der Mittagspause

In Marburgs Sitzungssaal erklingen nicht immer nur Diskussionen, sondern ­regelmäßig auch fröhliche Lieder: Der Singkreis der Verwaltungsmitarbeiter singt dort mittwochs.

Voriger Artikel
„Sehr schöner Glibberwurm“
Nächster Artikel
Schwertkampf und Jonglage

Praktikanten, Sachbearbeiter und Fachdienstleiter der Stadtverwaltung singen gemeinsam in ihrer Mittagspause.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Was passiert wohl, wenn man eine leidenschaftliche Musikerin und Chorleiterin als Mitarbeiterin beschäftigt und dann noch ein paar sangesfreudige Kollegen hinzukommen? In der Marburger Stadtverwaltung hat sich ein Singkreis gebildet.

Jeden Mittwoch treffen sich Mitarbeiter in ihrer Mittagspause, um gemeinsam Lieder anzustimmen. Seit mittlerweile dreieinhalb Jahren leitet Doris Hilberger die bunt ­gemischte Gruppe aus Bürgermeistern und Fachdienstleitern, Sachbearbeitern – die meisten übrigens aus dem Bauamt.

Diesmal sind auch Praktikantinnen dabei, die gemeinsam mit den Frauen – und zwei Herren – „I will follow him“ anstimmen. Zum Warmsingen, wie Hilberger erklärt. Strahlende Gesichter gibt es spätestens bei dem Lied „Ein Freund, ein guter Freund“, das die Hobbysänger gut gelaunt anstimmen. „Wir wollen hier keine tollen Profi­sänger werden und auch keine­ Lieder perfekt einstudieren. Wir sind bewusst kein Chor“, sagt Hilberger. Die Gruppe singt nur einstimmig und probt die Lieder auch nicht, bis sie fehlerfrei sitzen. Sie singen einfach locker ein Stück nach dem anderen aus ihrem Liederbuch. Schließlich soll die Pause erholsam sein und keine anstrengende Arbeit zwischen der Arbeit für die Stadt – „und Musik kann auch anstrengend sein“, sagt die Chorleiterin.

Noten werden privat gekauft

Entstanden ist der lockere Singkreis laut Hilberger nach ­einem runden Geburtstag des damaligen Oberbürgermeisters Egon Vaupel: „Kollegen haben mich gefragt, ob ich mit ihnen ein Lied einstudieren kann“, erzählt Hilberger. Danach wollte die Truppe eben weiter singen – und macht dies mit Begeisterung. Noten werden dafür privat gekauft und die Mittagspause hergeschenkt. „Wir machen das ja rein privat“, betont Hilberger. Zumindest fast privat, denn immerhin dürfen die Hobbysänger den Stadtverordnetensitzungssaal für ihre Treffen nutzen.

Dabei unterhalten sie dann gleich die Mitarbeiter in den angrenzenden Büros und tanken selbst Kraft für den restlichen Arbeitstag. „Singen macht wieder fit. Das ist mindestens genauso gut wie ein Spaziergang in der Mittagspause“, erklärt Hilberger strahlend. Deswegen wünscht sie sich auch, dass andere Firmen dem Vorbild ihrer Gruppe folgen und auch ein gemeinsames Singen anbieten – schließlich gebe es sicher in ­jedem größeren Unternehmen begeisterte Chorsänger.

Hilberger selbst ist seit 1995 Chorleiterin, dirigiert derzeit in Beltershausen und probeweise­ in Argenstein. Für sie war die Stimme ein neues Instrument, das sie erlernen wollte. „Ich mache Musik, seit ich sechs Jahre alt bin. Mittlerweile beherrsche ich zehn Instrumente“, erzählt die 54-Jährige.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr