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Gemeinsam für gutes Leben

Fest gemeinsam mit Kolumbianern Gemeinsam für gutes Leben

Für das gute Leben veranstaltete der Verein ­Pachamama Connexion am gesamten Wochenende im und vor dem Hörsaalgebäude eine „Minga ­Pachamama“, ein buntes Fest mit verschiedenen Angeboten.

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Anibal Bubú, Gast aus Kolumbien, leitete die indigene Danksagungszeremonie an. Veranstalterin Maria Tascón übersetzte.

Quelle: Felix Busjaeger

Marburg. Buen Vivir: Nach einem glücklichen und menschenwürdigen Zusammenleben streben und dabei ökologische und soziale Normen leben. Dieses von indigenen Völkern des Andenraumes stammende Prinzip umfasst viel mehr als nur ein „gutes Leben“. Vielmehr strebt das Individuum nach Einklang mit der Natur, wahrt seine kulturelle Identität und lebt in Harmonie mit der Erde. Buen Vivir stellt in unserer heutigen Zeit einen krassen Bruch mit der vorherrschenden Idee des Kapitalismus und der allgegenwertigen Verwertungslogik dar, setzt auf Nachhaltigkeit und sieht die Erde als Lebewesen an, mit dem die Menschheit respektvoll und voller Wertschätzung umgehen muss.

Die offizielle Eröffnung des Marburger Festes wurde gemeinsam auf dem Platz vor dem Hörsaalgebäude gefeiert. Mit einer traditionellen Danksagungszeremonie, die durch kolumbianische Gäste angeleitet wurde, bedankten sich alle Teilnehmer bei der Erde und ihren unterschiedlichen Elementen, feierten das Leben und ihr Zusammensein.

In einer großen Spirale versammelten sich die Gäste, im Hintergrund spielte traditionelle Musik und es wurden gemeinsam die Worte des indigenen Brauchs rezipiert.

Bereits vorher gab es als Auftakt mehrere Veranstaltungen im Hörsaalgebäude. Bei zahlreichen Mitmach-Angeboten im Foyer konnten sich Gäste über das Thema Buen Vivir und die Arbeitsschwerpunkte des Vereins informieren, darüber hinaus der eigenen Kreativität freien Lauf lassen und Gedanken austauschen.

Im ersten Obergeschoss wurde ein Markt der Möglichkeiten veranstaltet, bei dem diverse Initiativen aus der Region ihre Arbeit vorstellten oder mit unterschiedlichen Essens- und Mitmachständen Einblicke in ihre Kultur gaben. Auch der Verein Kulturhorizonte war vertreten und präsentierte den Dokumentarfilm „Begegnungen“, der aus einer Kooperation mit Pachamama Connexion entstanden ist. Ziel war es, eine Reflexion aus verschiedenen Perspektiven über das Thema „Krieg und Flucht“ zu ermöglichen.

Kampf für die Natur

Alle Teilnehmer präsentierten an ihren Ständen unterschiedliche Denkweisen und Ansätze, doch sie alle hatten gemein, dass sie sich für ein gutes Leben und eine Gemeinschaft einsetzen. Auch die angereisten Gäste aus Kolumbien informierten über ihre Arbeit, die sie in ihrem Heimatland leisten, und ihren Kampf für die Rechte der Menschen und der Natur.

Über das gesamte Wochenende verteilt gab es Lesungen, Diskussionen und Vorträge, die alle das Ziel verfolgten, die kulturübergreifende Zusammenarbeit zwischen Lateinamerika und Europa zu fördern und den Gedanken des Buen Vivir zu leben.

von Felix Busjaeger

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