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Frühchen-Tod: Verdächtige angeklagt

Uniklinikum Marburg Frühchen-Tod: Verdächtige angeklagt

Die Marburger Staatsanwaltschaft hat gegen eine Krankenschwester, die mehreren Säuglingen auf der Frühchen-Station des UKGM Narkosemittel verabreicht haben soll, Anklage erhoben.

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Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine Krankenschwester erhoben, die Narkosemittel an Frühchen verabreicht haben soll.

Quelle: Archivbild

Marburg. Dies teilte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Nicolai Wolf am Dienstag auf Anfrage der OP mit. Die Untersuchungen, die in den vergangenen Monaten insbesondere die Auswertung der Krankenakten durch medizinische Gutachter beinhalteten, seien abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen die Krankenschwester nun Anklage in insgesamt vier Fällen: zwei wegen versuchten Mordes und zwei wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen. Überraschend: Bisher war von insgesamt drei Babys die Rede, denen die Frau Narkose- oder Beruhigungsmittel gegeben haben soll. „Ein Baby wurde in zwei Fällen geschädigt“, klärt Wolf auf. Das bedeutet: „Einem Baby wurden laut Untersuchung zwei Mal Narkosemittel verabreicht – an zwei verschiedenen Tagen.“ Wann die Anklage vor dem Schwurgericht des Marburger Landgerichts verhandelt werden soll, steht noch nicht fest.

Anfang Februar 2016 war eine Krankenschwester des UKGM (Uniklinikum Gießen und Marburg) festgenommen worden, nachdem bei drei Frühchen Narkosemittel im Blut festgestellt worden waren (die OP berichtete mehrfach). Zwei Babys überlebten. Bei dem dritten handelte es sich um ein Frühchen, das für die Ermittlungen exhumiert wurde. Zuletzt hatte die Frau, die im Juli 2015 aus der Untersuchungshaft entlassen wurde und inzwischen nicht mehr am UKGM beschäftigt ist, zu den Vorwürfen geschwiegen.

von Ruth Korte

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