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Reformationstag: Erinnerung an Luther

Festgottesdienst in Marburg Reformationstag: Erinnerung an Luther

Am Reforma­tionstag feierten nach dem Gottesdienst der Landeskirchen am Sonntag nun auch die Marburger Gemeinden einen Fest­gottesdienst.

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In der Lutherischen Pfarrkirche fand der Reformationsgottesdienst statt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Reformationstag wird in den zahlreichen evangelischen Kirchengemeinden in Marburg traditionsgemäß mit Gottesdiensten begangen. Aller­dings war dieser Tag in den zurückliegenden Jahren in Hessen kein Feiertag gewesen. Das war dieses Jahr aufgrund des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ und der Erinnerung an die Thesen und den Reformator Martin Luther, der sie im Jahr 1617 an der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug, ausnahmsweise einmal ganz anders.
Auch in Marburg galt gestern der bundesweite Feiertag. Und nach dem großen Fernsehgottesdienst der beiden hessischen Landeskirchen am Sonntag in der Elisabethkirche standen gestern weitere Gottesdienste an.

Sternenweg führt zur Pfarrkirche

Zunächst einmal begannen die einzelnen Kirchengemeinden mit kurzen Auftakt-Gottesdiensten in ihren Kirchen vor Ort. Dann folgte ein Sternenweg hin zur Lutherischen Pfarrkirche, wo der Hauptakt folgte – noch einmal ein besonderer Gottesdienst. Dort trafen sich dann die Christen aus mehreren evangelischen Gemeinden und der katholischen Kugelkirchengemeinde zum gemeinsamen Reformationsgottesdienst.

Und die Lutherische Pfarrkirche hat auch eine besondere ­Tradition vorzuweisen: Denn nach der Einführung der ­Reformation durch Landgraf Philipp von Hessen im frühen 16. Jahrhundert galt sie als die erste Reformationskirche Hessens.Erbaut wurde sie vom deutschen Orden, und der Chor wurde 1297 geweiht. In der Reformationszeit wurde sie zur hessischen Kathedralkirche, zur Universitätskirche und zudem in ihrer Eigenschaft als Hof­kirche zur Grablege von Land­grafen.

„Der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen“

In seiner Predigt im Festgottesdienst setzte sich Burkhard zur Nieden, Dekan des Stadtkirchenkreises Marburg, vor allem mit der Person des Reformators Martin Luthers und seiner Wirkung auseinander. „Luther war kein Heiliger. Er ist nicht in allem unser Lehrer, aber in manchem eben doch“, sagte zur Nieden. Das eine vom anderen zu unterscheiden, sei in diesem Zusammenhang unsere Aufgabe. Es reiche allerdings nicht alleine aus, nur auf Luther zu schauen.

„Aber wir können mit Luther schauen: Auf den Juden ­Jesus von Nazareth, den Christus. Dann erkennen wir uns, wie Luther sich selbst erkannt hat, nämlich als Sünder und Gerechtfertigte zugleich. Insofern sind er und wir doch heilig“, meinte der Dekan.

Auf diese Weise sei es möglich, das Reformationsjahr zu beenden, „indem wir ihn und uns mit allen Ecken und Kanten der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen“, sagte zur Nieden.

von Manfred Hitzeroth

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