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"Reformation macht stark"

Festgottesdienst in Elisabethkirche "Reformation macht stark"

Am Sonntag war die Elisabethkirche der Ort des zentralen hessischen Reformationsgottesdienstes, der auch live im hr-Fernsehen übertragen wurde.

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Kirchenpräsident Volker Jung (links) und Bischof Dr. Martin Hein hielten die Predigt beim Reformationsgottesdienst.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Reformation. Macht stark“ - unter diesem Motto haben am Sonntagnachmittag die beiden evangelischen Kirchen in Hessen den zentralen hessischen Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum in der malerischen Elisabethkirche in Marburg begangen. Er wurde gestern Nachmittag ab 15 Uhr auch live im hr-Fernsehen übertragen. Die Predigt hielten Bischof Dr. Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck) und Kirchenpräsident Dr. Volker Jung (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) gemeinsam.

Die beiden evangelischen Kirchen in Hessen haben am Sonntag den zentralen hessischen Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum in der malerischen Elisabethkirche in Marburg unter dem Motto „Reformation. Macht stark“ begangen.

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Zu Beginn seiner Predigt warf Bischof Hein einen Blick zurück auf die Zeit der Reformation und das Handeln der historischen Akteure Landgraf Philipp und Martin Luther. Auffallend bei Philipp seien seine Überzeugungskraft, sein Durchsetzungsvermögen und sein Selbstbewusstsein gewesen. Doch was habe ihn und auch Luther stark gemacht? Heins Antwort: „Das Selbstbewusstsein, das wir bei beiden so schätzen, lebte aus einem tiefen Glauben: Es war ein Selbstbewusstsein aus Gottvertrauen.“ Luther und Landgraf Philipp hätten sich beide von Gott mit all ihren Irrtümern und Brüchen, mit ihrer Schuld angenommen und geliebt gewusst. Diese in der Reformation gewonnene Erkenntnis habe die Menschen von einengenden Traditionen und kirchlichen Konventionen befreit. „Der Glaube überwindet die Angst. Er schenkt Vertrauen und Mut“, sagte Hein. Auch heute noch verleihe der Glaube Menschen eine innere Stärke.

Durch den Fernsehgottesdienst in Marburg führte standesgemäß Landgraf Philipp: Die historische Figur wurde von dem Marburger Schauspieler Stefan Piskorz vom Hessischen Landestheater verkörpert.

Doch auch Reformator Martin Luther, der im Mittelpunkt des Reformationsjubiläums steht, wurde bei dem Gottesdienst gebührend gewürdigt. Nach Worten des Kirchenpräsidenten Volker Jung hat sich Luther vor rund 500 Jahren den mächtigsten Institutionen seiner Zeit entgegengestellt und so nicht nur reformatorisch, sondern auch „revolutionär“ gehandelt.

50 Techniker und 7 Kameras im Einsatz

Gleichzeitig seien ihm immer auch die menschlichen Grenzen bewusst gewesen. Luther habe Gott stets um Stärke und Kraft gebeten. „Wirklich stark werden wir als Menschen, wenn wir auch unsere Grenzen erkennen“, schlussfolgerte Jung. Christen könnten deshalb nicht schweigen, wenn Menschen „verachtet, erniedrigt oder diskriminiert“ würden. Eine der zentralen Fragen bleibe bis heute, was getan werden müsse, damit möglichst viele Menschen ein gutes Leben haben. Jung sagte: „In diesem Sinn brauchen wir immer wieder Reformation - eine Reformation, die stark macht“.

In den Gottesdienst eingebunden waren auch Anke Sevenich und Christopher Posch, die beiden hessischen Reformationsbotschafter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie sprachen bei den Fürbitten mit wie auch Salome Kuppe, Anna Bruder und Wolfhard Domes - Gemeindemitglieder aller Altersgruppen. Durch den Gottesdienst führte Pfarrerin Dr. Anna-Karena Müller aus Marburg.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Mitgliedern der Kurhessischen Kantorei und des Kinderchors der Elisabethkirche sowie einer Instrumentalcombo, Matthias Siegel, Jazzposaune, und Nils Kuppe an der Orgel. Die musikalische Gesamtleitung lag bei Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum.

Die Verbundenheit unter den Religionen kam zum Ende des Gottesdienstes durch die Grußworte von Dechant Franz Langstein als Vertreter der katholischen Gemeinde, Monika Bunk von der jüdischen Gemeinde sowie Dr. Bilal El-Zayat (Islamische Gemeinde) zum Ausdruck. Rund ein Jahr lang hatte ein Team der beiden Landeskirchen und des Fernsehens den TV-Gottesdienst vorbereitet. Insgesamt 50 Techniker und sieben Kameras waren im Einsatz, um die Feier live im hr-Fernsehen zu übertragen.

von Manfred Hitzeroth

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