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Falscher 500-er für 5-Euro-Einkauf?

Aus dem Amtsgericht Falscher 500-er für 5-Euro-Einkauf?

Weil sie angeblich mit einem falschen 500-Euro-Schein an der Supermarktkasse bezahlen wollte, muss sich eine Marburgerin vor dem Amtsgericht verantworten.

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Ein 500-Euro-Schein wechselt den Besitzer. Die Angeklagte soll bewusst versucht haben, mit einer gefälschten Banknote zu bezahlen.

Quelle: Peter Steffen (Archiv)

Marburg. Um ihren Einkauf von rund fünf Euro zu bezahlen, legte eine Kundin angeblich bewusst den umstrittenen Schein vor, soll danach aus dem Markt geflohen sein. Die Verteidigung spricht von einem Missverständnis.

Das soll sich im August 2015 in einem Supermarkt am Erlenring abgespielt haben. Regulär prüfte die Verkäuferin an der Kasse den 500-Euro-Schein auf seine Echtheit, will festgestellt haben, dass es sich um Falschgeld handelte. Nachdem sie die Kundin darauf angesprochen hatte, ließ diese laut Anklage ihre Einkäufe stehen und floh aus dem Laden. Nicht ohne den Schein wieder mitzunehmen. Sie soll versucht haben, „falsches Geld als echtes in Verkehr zu bringen“, so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Gegen den Strafbefehl legte die 39 Jahre alte Beschuldigte Einspruch ein, ließ sich anwaltlich vor Gericht vertreten. Selbst erschien sie nicht zu ihrer Verhandlung. „Der Tatvorwurf ist nicht zutreffend“, teilte Verteidiger Dr. Leo Teuter vor dem Strafgericht mit.

Angeklagte wird von Eltern unterstützt

Er bestreitet, dass es sich bei dem Schein um eine Fälschung handelt, nahm Stellung zum Hintergrund des Ganzen: Die Angeklagte, gebürtig aus Russland, lebt seit mehreren Jahren in Deutschland, wird von ihren Eltern aus der Heimat finanziell unterstützt. Regelmäßig schicken die Angehörigen der Tochter Bargeld, das sie normalerweise auf die Bank bringt.

Diese prüfte die Einzahlungen ganz regulär, „es gab nie Probleme, keinerlei Auffälligkeiten“, betonte der Rechtsanwalt. Zum Tatzeitpunkt kamen die Eltern zu Besuch nach Marburg, schenkten der Tochter den 500-Euro-Schein.

„Ausnahmsweise“ habe seine Mandantin dieses Mal das Geld nicht direkt auf ein Konto eingezahlt, sondern ging vorher noch einkaufen. In dem Supermarkt kam es angeblich zu einem „Missverständnis“. Auch sei die Kundin nicht aus dem Gebäude geflohen, sondern habe den Schein regulär zurückerhalten und den Markt normal verlassen.

In ihrem Besitz befinde sich das Bargeld mittlerweile nicht mehr, über dessen Verbleib sei nichts bekannt. Die Erklärung des Anwalts macht nun weitere Ermittlungen notwendig, „wir kommen so nicht weiter“, befand Staatsanwältin Sarah Otto.

Um die neuen Erkenntnisse zu überprüfen, sah auch Richterin Annika Woltmann keine andere Möglichkeit, als langfristig neu zu terminieren. Das Verfahren wurde vorerst ausgesetzt.

von Ina Tannert

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