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Bessere Überwachung möglich

Epilepsie Bessere Überwachung möglich

Das komplett erneuerte ­Überwachungssystem im ­Epilepsiezentrum des Uni-­Klinikums dient dazu, Anfälle unter kontrollierten ­Bedingungen möglichst ­genau zu dokumentieren.

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Professorin Susanne Knake (links) und Franziska Armbrecht in der neuen Monitoring-Einheit im Epilepsiezentrum.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Ausstattung des Epilepsiezentrums wurde komplett erneuert. Vier neue Spe­zialbetten kamen hinzu, so dass jetzt Betten sowie ein mobiles Bett zur Verfügung stehen. Professorin Susanne Knake freut sich als Leiterin des Marburger Epilepsiezentrums auch sehr darüber, dass jetzt zusätzlich die Überwachungsstation modernisiert wurde.

Die Bildschirme zeigen jetzt viel höher aufgelöste Video-Überwachungsbilder. Auch sind die Monitore deutlich größer als vorher. Damit können die ­Medizinisch-Technischen Assistentinnen (MTA) für Funktionsdiagnostik noch besser und viel genauer verfolgen, welche möglichen Vorboten eines epileptischen Anfalls es bei den Patienten zu beobachten gibt. Die mit hochmodernen Kameras aus den Patientenzimmern übertragenen Bilder zeigen beispielsweise für die Überwachung wichtige kleinste ­Details wie Mundzucken, die Erweiterung der Pupillen oder das Zucken der Augen. Vorher habe man diese Einzelheiten nicht gut oder nur zum Teil verfolgen können, erläutert Knake. Der Tisch, von dem aus die MTA Franziska Armbrecht und ihre Kolleginnen rund um die Uhr das Geschehen in den Patientenzimmern verfolgen, ist jetzt zudem höhenverstellbar. Eine weitere Neuerung ist auch eine mobile Überwachungseinheit, mit deren Hilfe sich jeweils einer der Patienten auch an einen anderen Ort im Klinikum begeben kann.

Seit Anfang der Woche wieder Patientenbetrieb

Der Umbau im Epilepsiezentrum dauerte rund acht Wochen. In dieser Zeit war die Einheit geschlossen. Seit Anfang vergangener Woche läuft der ­Patientenbetrieb wieder. Vor ­allem das erhöhte Patientenaufkommen trug dazu bei, dass die technische Ausstattung im Epilepsiezentrum grundlegend modernisiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen elektronischen Überwachungssystem sind nach Angaben von Knake äußerst zufriedenstellend. Auch die über die Hirnstrommessung erhobenen Daten haben aufgrund der dichteren Aufnahmerate eine höhere Qualität. „Wir können die Daten präziser ­aktualisieren“, erläutert Knake. Zudem ist die Videosteuerungstechnik verändert worden, so dass die Patienten teilweise aus verschiedenen Kamerapositionen beobachtet werden können.

Ziel der Epilepsie-Experten im Marburger Uni-Klinikum ist es, Epilepsie-Anfälle unter kontrollierten Bedingungen zu überwachen und deren Intensität sowie alle weiteren Umstände­ genau zu analysieren oder zweifelsfrei eine Epilepsie-Erkrankung auszuschließen. Die Überwachung soll auch dazu dienen, die Art der Erkrankung festzustellen und zum Beispiel ­abzuklären, ob ein epilepsiechirurgischer Eingriff Patienten helfen kann, bei denen Medikamente nicht mehr helfen.

Die Aufgabe der MTA‘s ist es dabei vor allem, in akuten ­Situationen immer eingriffsbereit zu sein. Währenddessen kümmern sich die Ärztinnen des Epilepsiezentrums vor allem um die Analyse der Hirnstromdaten und Videosequenzen.

von Manfred Hitzeroth

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