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Emil-von-Behring-Preis für Yasmine Belkaid

Verleihung am 31. März Emil-von-Behring-Preis für Yasmine Belkaid

Am 100. Todestag Emil von Behrings vergibt die Philipps-Universität den Emil-von-Behring-Preis 2017. Erstmals in der Geschichte des Preises erhält eine Wissenschaftlerin diese Auszeichnung.

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Die Immunologin Dr. Yasmine Belkaid.

Quelle: NIAID

Marburg. Die amerikanische Immunologin Dr. Yasmine Belkaid wird für ihre herausragende Forschung auf dem Gebiet der mukosalen Immunologie geehrt. Belkaid forscht am US-amerikanischen National Ins­titute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) über das Zusammenwirken von Mikroorganismen und Immunsystem. Die Preis-Kommission hebt hervor, sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass man versteht, wie Wirtszellen und Mikroben beispielsweise auf der Haut und im Darm interagieren. Sie habe sehr eindrucksvoll gezeigt, dass der Mikrobiota, die Gesamtheit der in und auf uns lebenden ­Mikroorganismen, eine zentrale Rolle für die Immunabwehr von Infektionen der Haut und der Schleimhäute zukommt.

„Der Befund, dass im Darm nicht nur die Immunabwehr gegen Erreger, sondern auch die Immuntoleranz gegenüber Nahrung und unserer Mikrobiota entstehen, ist von sehr großer Tragweite“, erläutert Laudator Professor Ulrich Steinhoff. Eine Störung dieses Gleichgewichts führe oft zu chronischen Entzündungen oder allergischen Reaktionen. „Durch Yasmine Belkaids Arbeiten wird deutlich, dass der Mikrobiota eine organähnliche Funktion zukommt, die über das Funktionieren unseres Immunsystems und damit über unser Wohlbefinden entscheidet.“

  • Der Preis wird am Freitag, 31. März, ab 17 Uhr in der Aula der Alten Universität verliehen. Bereits um 14.30 Uhr beginnt ein Symposium mit zwei namhaften Wissenschaftlern. Der Virologe­ und Medizin-Nobelpreisträger Professor Harald zur Hausen (Heidelberg) und der Immunologe Professor Klaus Rajewsky (Berlin) sprechen über „Infektionsforschung 2017 – 100 Jahre nach Emil von Behring“.
Hintergrund
Die Philipps-Universität vergibt den Emil von Behring-Preis alle zwei Jahre zum Andenken an Emil von Behring, den Entdecker des Diphterie-Serums und Begründer der Serumtherapie. Der erste Nobelpreisträger für Medizin war von 1895 bis zu seinem Tode im Jahre 1917 Professor der Hygiene in Marburg. Durch den Preis werden Wissenschaftler ausgezeichnet, die durch ihre aktuellen Forschungen herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Immunologie, Mikrobiologie oder Virologie geleistet haben. Der Preis gehört zu den höchstdotierten deutschen Auszeichnungen für Medizin und ist mit einem Preisgeld von 20 000 Euro verbunden, gestiftet vom Impfstoffhersteller GSK Vaccines.
 
Zur Person
Die 1968 geborene Wissenschaftlerin Dr. Yasmine Belkaid  forscht seit 2005 am National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), einer Abteilung der National­ Institutes of Health (USA). Seit 2014 leitet sie als Direktorin das Mikrobiom-Programm des NIAID. Belkaid hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter die Goldmedaille der International Union of Biochemistry and Molecular Biology (2013) und den Sanofi-Institut Pasteur Award (2016).
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