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Ein Symbol für Zusammenhalt und Respekt

Grundsteinlegung für neue Moschee in Cappel Ein Symbol für Zusammenhalt und Respekt

Der Kalif der muslimischen Ahmadiyya-
Gemeinschaft hat die Grundsteinlegung für die Moschee genutzt, um über Nächstenliebe, Mitgefühl und Friedfertigkeit zu predigen.

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Mehr als tausend Besucher verfolgten in zwei Zelten die feierliche Grundsteinlegung für die neue Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Cappel.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Der Mensch, der Frieden verbreitet, lebt im Paradies und ist selbst ein Paradies“, sagte Hadrat Mirza Masroor Ahmad, Kalif und weltweites Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, gestern Abend bei der zeremoniellen Grundsteinlegung in Cappel. Der Kalif grenzte sich und seine Ahmadiyyas 
scharf von anderen Richtungen des Islam ab.

„Der Islam ist keine Religion, die Extremismus und Terrorismus fördert“, sagte der Kalif mit Blick auf die Terroranschläge in aller Welt. „Diejenigen, die Terror verbreiten, haben den Islam nicht verstanden und agieren nur nach den selbstsüchtigen Befehlen ihrer Anführer.“ Aus dem Islam leiten die Ahmadiyya dagegen die Verpflichtung ab, nicht nur die Moscheen, sondern auch Kirchen und Synagogen zu beschützen.

Tausende kommen zur Grundsteinlegung

Zur feierlichen Grundsteinlegung waren gestern mehr als tausend Menschen gekommen, die in zwei Zelten der Zere­monie folgten – eines davon 
war ausschließlich für Frauen reserviert.
Der Bundesvorsitzende 
der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser, bezeichnete die Grundsteinlegung in Marburg als „Grundsteinlegung für mehr Kooperation, Respekt und 
 Zusammenhalt“ in Marburg.

Die Marburger Ahmadiyya-
Gemeinde wurde 1997 gegründet und hat etwa 200 Mitglieder. 
Die Moschee soll zwei Gebetsräumen Platz bieten, einer Wohnung für einen Imam (Vorbeter) und einer Bibliothek.
Nach den Wünschen der Marburger Ahmadiyya-Gemeinde 
soll die Moschee auch eine Kuppel und ein Zierminarett erhalten.

Eine endgültige Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen, unter anderem hatte der Ortsbeirat Cappel die Ahmadiyya gebeten, darüber noch einmal nachzudenken. Gegen den Willen der Gemeinde könne man ein Minarett aber mit dem Baurecht nicht verhindern, sagte Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle der OP am Rande der Veranstaltung.

Wer ein Gotteshaus baut, möchte bleiben

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) hatte es in seiner Begrüßung als eine „Auszeichnung“ bezeichnet, „dass Sie bereit sind, den Grundstein für ein weiteres Gotteshaus in Marburg zu legen“. „Wer ein Gotteshaus baut, möchte bleiben“, sagte das Stadtoberhaupt.

Auch Landrätin Kirsten Fründt (SPD) betonte die Zugehörigkeit der Ahmadiyya zum Landkreis. „Ihre Gemeinde ist Teil unserer Heimat – umso wichtiger, dass Ihr Gotteshaus einen Platz bei uns findet“, sagte Fründt. Um die Baupläne der Ahmadiyya hatte es im vergangenen Jahr eine heftige politische Auseinandersetzung gegeben.

Der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol (SPD) begrüßte 
den bevorstehenden Bau. Er sagte mit Blick auf die jüngsten Terroranschläge, die im Namen des Islam begangen wurden, „danke dafür, dass Sie den Islam als eine Religion des Friedens begreifen“ und forderte zum Dialog, gegenseitigem Respekt und Engagement für die Gemeinschaft auf.

von Till Conrad

Hintergrund
Bundesweit haben die Ahmadiyya Muslim Jamaat nach eigenen Angaben etwa 50  000 Mitglieder, davon rund 15 000 in Hessen. In gut 50 Städten in Deutschland haben Sie eine Moschee. Die Ahmadiyya begreifen sich als islamische Reformgemeinde. In Marburg engagieren sie sich unter anderem durch eine jährliche Neujahrs-Straßenreinigung und einen „Charity-Walk“.
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