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Ein Ort der Ruhe und Entspannung

Lieblingsplätze an der Lahn Ein Ort der Ruhe und Entspannung

Er sei „nicht so laut, nicht so bekannt und nicht so überlaufen“, sagt Armin Hermann über seinen liebsten Ort an der Lahn – die ehemalige Stiftskirche St. Lubentius in Dietkirchen. 

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St. Lubentius: der Lieblingsort von Armin Hermann.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Unterwegs im Auto auf der Bundesstraße in Richtung Limburg muss man schon genau hinschauen. „Dann tauchen die beiden Spitzen der Kirche ganz kurz im Vorbeifahren auf“, sagt Armin Herrmann. Das liege einfach daran, dass das Gotteshaus so tief im Tal liege. Wer die Abfahrt jedoch nimmt, werde mit einem imposanten Blick belohnt, erklärt der Bürgelner OP-Leser.

Besonders empfiehlt der 58-Jährige den Blick vom gegenüberliegenden Ufer auf die St.-Lubentius-Kirche: "Da kann ich wirklich eine halbe Stunde sitzen und einfach das Bild genießen“.

von Denis Siepmann

Im Folgenden berichtet Armin Hermann über seinen liebsten Platz an der Lahn:
 Viele Menschen sind der Meinung, einer der schönsten Plätze an der Lahn sei die Ansicht des Limburger Domes vom ­gegenüberliegenden Ufer aus. Das ist sicher richtig, und die Älteren werden sich noch an die spektakuläre Rückseite des 1000-D-Mark-Scheines erinnern, die den Dom St. Georg zeigt.

Das ist nicht nur die siebenzackige Krone der Stadt Limburg, sondern auch das Symbol, das Johannes in seiner Offenbarung (Kapitel 21, Vers 2) beschreibt: „Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann“.

Doch es gibt ein archaisches Gegenstück! Diese Kirche ist nicht vom Himmel herabgefahren, sondern aus dem natürlichen Felsen nach oben gewachsen, so wie Christus angeblich aus dem Felsengrab auferstanden und gen Himmel gefahren ist. Die Bibel nennt es „die Hütte­ Gottes bei den Menschen“ (Offenb. 21, Vers 3).

Kein Prunk, kein Verputz und keine Farbe – der menschliche Stein wächst aus dem natürlichen Stein. Der Übergang ist fast nicht auszumachen. Die Türme halten sich im Sturm gegenseitig. Hier wird nie ein Tebartz van Elst thronen, aber vielleicht (oder auch gerade deswegen) ist diese „Burg Gottes“ eher ein Ort der Suche, des Nachdenkens und des Glaubens, als so mancher pompöse Bischofssitz.

Ich habe­ fast alle­ deutschen Dome und Münster ­gesehen und ­meiner Meinung nach ist St. Georg als Gesamtbild und in seiner Symbolik der schönste Dom Deutschlands und gehörte­ daher auch zu Recht auf den ­„Tausender“. Aber mein Lieblingsplatz an der Lahn ist trotzdem die Ansicht von St. Lubentius zu Dietkirchen von den ­Wiesen auf dem gegenüberliegenden Lahnufer aus.

Hintergrund
Die ehemalige Stiftskirche St. Lubentius im Limburger Stadtteil Dietkirchen am Westufer der Lahn war bis ins 13. Jahrhundert die bedeutendste Kirche des Lahngaus und seiner Nachfolgeterritorien.
In dem Sakralbau werden die Gebeine des heiligen Lubentius als Reliquien aufbewahrt. Das auf das 9. Jahrhundert zurückgehende Stift erlosch im Zuge der Säkularisierung. Heute dient St. Lubentius als katholische und die Dreifaltigkeitskapelle als evangelische Pfarrkirche. Das Gebäude ist eine romanische Basilika mit Querhaus und Doppelturmfassade, die im Wesentlichen im 11. und 12. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen erhielt.
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