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Ein Antrag auf dem Weg zur Exzellenz

Wettbewerb Ein Antrag auf dem Weg zur Exzellenz

Freude und Enttäuschung gleichermaßen herrscht im Marburger Uni-Präsidium über das Zwischenergebnis in der bundesweiten Exzellenzinitiative.

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Der Marburger Neurophysiker Professor Frank Bremmer ist einer der beiden Sprecher des geplanten Forschungsverbundes zum Thema „Adaptives Verhalten“.

Quelle: Rolf K. Wegst

Marburg. Es ist ein wissenschaftliches Schaulaufen und gleichzeitig ein Wettrennen um die lukrativsten Fördertöpfe in der Wissenschaftsgemeinschaft. Die Rede ist von der bundesweiten Exzellenzinitiative, an der sich alle Hochschulen beteiligen können.

In den vergangenen Jahren war die Philipps-Universität in diesem Wettbewerb sehr erfolglos gewesen. Bei den ersten beiden Durchgängen in den Jahren 2007 und 2011 hatte die Marburger Hochschule keines ihrer Projekte durchgebracht und war somit im Gegensatz zu den anderen hessischen Universitäten überhaupt nicht auf der Landkarte der Exzellenzinitiative vertreten.

Unter anderem deswegen hatte die Marburger Uni-Leitung nun eine neue Strategie gewählt und drei Anträge auf Exzellenzcluster jeweils gemeinsam mit der Universität Gießen ins Rennen geschickt. Nun liegt ein erstes Zwischenergebnis vor, wie die Pressestelle der Uni Marburg jetzt mitteilte.

Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde nun in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder in der Förderlinie Exzellenzcluster die gemeinsame Gießener und Marburger Cluster-Initiative „The Adaptive Mind“ zur Antragstellung aufgefordert. „Die Freude über diesen Erfolg ist groß. So weit sind wir noch nie gekommen“, freute sich die Marburger Uni-Präsidentin ­Professorin Katharina Krause gestern auf Anfrage der OP.

Veränderungen beim Erlernen komplexer Fertigkeiten

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus den Fachrichtungen Psychologie, Psychiatrie, Sportwissenschaft, Physik­ und Informatik soll in dem ­geplanten Forschungsverbund „The Adaptive Mind – Adaptives Verhalten“ verschiedene Faktoren für die Anpassung des eigenen Verhaltens an die Umwelt untersuchen. Das geplante­ Forschungsfeld reicht nach Uni-Angaben von schnellen Anpassungsprozessen in Sinnessystemen bis zu langsamen und dauerhaften Veränderungen beim Erlernen komplexer Fertigkeiten. Sprecher sind der Psychologie-Professor Karl Gegenfurtner (Gießen) sowie der Marburger Neurowissenschaftler Professor Frank Bremmer, die beide gemeinsam auch schon einen Sonderforschungsbereich leiten. Das Gros der Forscher soll jeweils zur Hälfte aus den beiden mittelhessischen Uni-Städten rekrutiert werden.

Außerdem sollen noch Forscher der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und des Frankfurt Institute for Advanced Studies beteiligt sein.

Zwei dieser Anträge sind nicht durchgekommen. Dabei handelt es sich einerseits um ein Vorhaben der Mikrobiologen und Virologen, bei dem es unter der Überschrift „Masters of Change“ (Meister des Wechsels) um die Rolle gehen sollte, die Mikroorganismen und Viren­ spielen.

Ebenfalls gescheitert ist ein Vorhaben der Sozialwissenschaftler und Historiker unter dem Titel „Dynamiken der historischen Konstitution globaler Asymmetrien“. Diese beiden Misserfolge bezeichnete die Marburger Uni-Präsidentin zwar als enttäuschend. Gleichzeitig kündigte sie aber im Gespräch mit der OP an, mit den an der Erarbeitung beteiligten Forschern Gespräche zu führen. Darin solle ausgelotet werden, inwieweit die angestoßenen Ideen in anderen Projekten umgesetzt werden können.

Für die Wahrnehmungsforscher geht es ab jetzt ums Ganze. Sie konkurrieren mit 87 verbliebenen Konkurrenten um eines der bis zu 50 Exzellenzcluster. Der Vollantrag soll bis zur Weihnachtspause stehen und muss bis Februar 2018 eingereicht werden. Eine endgültige Entscheidung wird dann nach der Begutachtung im Herbst 2018 verkündet.

von Manfred Hitzeroth

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