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„Dumbledore“ hört auf

Studienseminarleiter geht in Ruhestand „Dumbledore“ hört auf

Mit einem kleinen und herzlichen Abschiedsmarathon sagt Ulrich Schmermund als Leiter des Marburger Studienseminars für Gymnasien Lebewohl.

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Ulrich Schmermund nimmt Abschied.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Als hochgelobter Teamplayer, Verfechter qualifizierter Lehrerbildung und bekannter Reformer hat Oberstudiendirektor und Seminarleiter­ Ulrich Schmermund Spuren am Marburger Studienseminar hinterlassen. Er begleitete unzählige angehende Lehrkräfte auf ihrem Weg durch die letzten Ausbildungsschritte, erarbeitete neue Ausbildungsstrukturen und arbeitete jahrelang eng mit den Schulleitern der Ausbildungsschulen des Landkreises zusammen.

Einst saß der 65-Jährige, ehemals Lehrer an der Martin-Luther-Schule, schließlich als Leiter der Steinmühle bis 2003 mit in ihrem Kreise, bevor er zwei Jahre später die Leitung und Umstrukturierung des Studienseminars in Angriff nahm. Dort etablierte er einen „geradlinigen, mitmenschlichen Führungsstil“ und stehe für ein ­„außergewöhnliches pädagogisches Wirken“, betonte Heike Battefeld, Direktorin der Hessischen Lehrkräfteakademie in Frankfurt.

Schmermund schaffte es mit seiner ganz eigenen Art, das früher noch gesplittete Seminar in die rechten Bahnen zu lenken, zu modularisieren und nach dem Marburger Modell „aus vielen Einzelteilen wieder ein Ganzes zu machen“, hob Heike Grosser vom Staatlichen Schulamt hervor.

"Positives Lernmodell"

Schmermund sei quasi in eigener Person schon ein „positives Lernmodell“ und der „Dumble­dore der Lehrerschaft“, zog Matthias Bosse, Schulleiter der Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain einen humorvollen Vergleich zum Leiter der Zauberschule aus der bekannten Fantasy-Reihe Harry Potter. Beide Führungspersonen „großer erzieherischer Institutionen“ gleichen sich nicht nur äußerlich, „hochgewachsen, mit Bart und angegrautem Haar“, sondern als echte Teamspieler zeichne sie vor allem „Weisheit und eine mitmenschliche Grundeinstellung“ aus. Nicht zuletzt zeigten sich beide nicht immer mit Entscheidungen der Obrigkeit einverstanden und seien doch schlussendlich „Chefs von Menschen, die glauben, sie könnten zaubern“.

Es waren „stürmische Jahre“, nicht nur für ihn, sondern für die gesamte Lehrerschaft, erinnerte­ sich der scheidende Chef an zwei umfassende Strukturreformen und einen großen Umzug des Seminars während seiner Amtszeit. Als eine der letzten Amtshandlungen konnte er noch die Fertigstellung der für ihn sehr wichtigen, überarbeiteten Ausgabe der „Matrix“-Broschüre des Seminars, als modernisierter Leitfaden zur Unterrichtsgestaltung, begleiten.

Seine Amtszeit endet offiziell im Oktober, seinen Hut wird Schmermund bereits Anfang Juli nehmen und sich in den Urlaub verabschieden. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

von Ina Tannert

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