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„Du musst den Popo heben“

Rutschmeisterschaft „Du musst den Popo heben“

Auch diesmal waren viele Kinder mit von der Partie – aber auch waschechte Profis, die teilweise von weit her anreisten.

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Kristin Schwarz war die schnellste Rutscherin bei der Meisterschaft im Aquamar.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. 63 Meter Dunkelheit und das Stichwort „Black Hole“­ klingen erst einmal nur wenig nach Spaß. Wenn man ­allerdings weiß, dass es sich dabei um eine Rutsche handelt, mit der es ins kühle Nass geht und auf der einmal im Jahr sogar Meisterschaften ausgetragen werden, dann ahnt man: Riesenspaß. Am Samstag waren mehr als 50 Teilnehmer zur dritten Rutschmeisterschaft im „Aquamar“ angereist – nicht nur das war ein neuer Rekord, auch die Zeit war am Ende die schnellste, die bislang in Marburg gemessen wurde.

„Unser Sport- und Freizeitbad ist nicht nur das ganze Jahr über Anziehungspunkt für Jung und Alt, sondern zu besonderen Anlässen wie unserer Rutschmeisterschaft Treffpunkt für Wasserbegeisterte weit über die Stadt hinaus“, sagte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD). Gemeinsam mit Rolf Klinge, Fachdienstleiter städtische Bäder, begrüßte sie die Teilnehmenden am Fuß der Rutschen.

Die Freizeitsportler legten dann auch gleich los: Der alte Bahnrekord von Klaus Mertel aus dem Jahr 2015 ist Geschichte – Sebastian Rüdiger war in diesem Jahr eine Zehntelsekunde schneller und gewann damit die Wertungsklasse der Herren. Ihm folgten Andreas Köhnke und Vorjahressieger Ron-Hendrik Peesel, der einmal mehr in „Doppelfunktion“ als Rennleiter vor Ort war.

In diesem Jahr fand die Rutschmeisterschaft zwei Tage nach der Party zum 15-jährigen Geburtstag des Sport- und Freizeitbades statt, bei der bereits rund 2 500 Gäste bei tollem Freibadwetter mitgefeiert hatten. Am Samstag war die Fangemeinde dann deutlich übersichtlicher, es herrschte aber beste Wettkampfstimmung rund um die „Black Hole“-Rutsche.

Abgesehen vom deutschen Meister selbst waren die sechs besten Rutscher der Deutschen Meisterschaft im Teilnehmerfeld und lieferten sich ein tolles Rennen. Bereits im Vorlauf wurde der alte Bahnrekord von 8,6 Sekunden zwei Mal egalisiert, und am Ende gelang dann ­Sebastian Rüdiger mit 8,5 Sekunden sogar ein neuer Rekord.

Magisches Dreieck

Er gewann mit einer ­Gesamtzeit von 34,4 Sekunden. Im Kampf um Platz zwei verdrängte Andreas Köhnke im Finale noch Patrick Hanke, der sich schließlich mit Ron-Hendrik Peesel ein Stechen um den dritten Rang lieferte, das Peesel für sich entschied. Deutschland-Cup-Sieger Klaus Mertel landete auf Platz fünf. Bei den Frauen war die aktuelle deutsche Meisterin Kristin Schwarz mit einem Vorsprung von zwei Sekunden vor Jasmin Gercer die Schnellste. Ann-Christin Neidel gelang im Finale noch der Sprung von Platz fünf aufs Treppchen.

Bei den Jüngsten gewann in der Wertung der Mädchen bis zwölf Jahre Fenja Koch mit einer Gesamtzeit von 41,1 Sekunden vor Nele Zierow und Johanna Wett. Das Rennen der Jungen bis zwölf Jahren entschied Cedric Köhnke mit drei Läufen jeweils unter zehn Sekunden für sich, auf die Plätze zwei und drei kamen die Zwillinge Anton und Justus Steinmetz, die bereits zum dritten Mal an der Rutschmeisterschaft teilnahmen.

Bei den Jugendlichen (bis 16 Jahre) siegte Selwyn Thomas mit einer Gesamtzeit von 38,2 Sekunden vor Jonathan Heinz und Yamen AlRashed. Weibliche Jugendliche waren dieses Mal nicht am Start. Die Team-Wertung gewannen die „Speedrutscher Süd“ vor den „Rutsch Freunden“ und den „Rutschgranaten“.

Gerutscht werden darf übrigens nur im Liegen oder Sitzen – wobei die Experten wissen, dass das sogenannte magische Dreieck die besten Ergebnisse bringt: Möglichst nur die Schulterblätter und eine Ferse sollen die Rutsche berühren. Mit anderen Worten: „Du musst den Popo heben!“ Das erklärte­ auch ein Papa seinem rutschbegeisterten Sohn, der mit der Zeit des ersten Versuchs noch nicht ganz zufrieden war. Viele Kinder sind alljährlich mit dabei, genauso aber auch waschechte Profis. Die reisen im Zweifel auch von weit her an – Leonberg im Süden bis Hamburg im Norden – und sind sogar schon vor dem Renntag vor Ort, um zu trainieren.

Die Rutschmeisterschaft ist inzwischen vom D- zum C-Wettkampf aufgewertet und damit noch attraktiver für die Teilnehmenden geworden.

Noch ein Grund also, sich auf die dann vierte Rutschmeisterschaft im kommenden Jahr zu freuen.

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