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„Drei-Euro-Laserlicht“ reduziert Kosten

Marburger Biotechnologie und Nanotechnologie-Förderpreis 2016 „Drei-Euro-Laserlicht“ reduziert Kosten

Die Preisverleihung war gleichzeitig der Startschuss für den Marburger Biotechnologie und Nanotechnologie-Förderpreis 2017, der unmittelbar danach ausgelobt wurde.

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Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Vorsitzender der Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie (von links), und seine Stellvertreter Professor Norbert Hampp von der Philipps-Universität sowie Craig Shelanskey, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH (rechts), überreichten den Preis an den Chemiker Dr. Jens Peter Eußner.

Quelle: Heiko Krause/Stadt Marburg

Marburg. „Prämiert werden Arbeiten aus dem Bereich der Bio- und Nanotechnologie mit starkem Anwendungsbezug an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) im Historischen Rathaussaal. Als Vorsitzender der Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie überreichte er in diesem Jahr den Preis an Dr. Jens Peter Eußner. Vorgeschlagen worden war er von Professorin Stefanie Dehnen vom Fachbereich Chemie der Philipps-Universität.

„Derivatisierung organisch funktionalisierter Zinnchalko­genid-Cluster“ war der Titel der Arbeit, für die der Chemiker Eußner prämiert wurde. In einem Vortrag erklärte der Preisträger, womit er sich darin beschäftigt hatte. Unter Schutzgas-Atmosphäre stellte er große Moleküle, sogenannte Cluster, her. Dabei wählte er einen anorganischen Kern und substituierte außen organische Bestandteile. Solche Moleküle verknüpfen verschiedene Eigenschaften miteinander und entwickeln neue.

Eine gerichtete Weißlichtemission entsteht

Besonders beschäftigte sich Eußner mit einem Zinnchalkogenid-Cluster. Wenn darauf ein infraroter Laserstrahl gerichtet wird, entsteht eine gerichtete Weißlichtemission. Um eine solche hervorzurufen, bedürfe es hoher Lichtintensitäten, die üblicherweise nur erreicht werden könnten durch gepulste Lasersysteme. Für diese zahle man sechsstellige Summen. Für eine Laserdiode, die man auf ein solches Cluster-Molekül richte, jedoch nur wenige Euro. Daher habe er in seiner Arbeit auch vom „Drei-Euro-Laserlicht“ geschrieben.

Mit einer gerichteten Weißlichtquelle ließen sich beispielsweise neue Weißlichtlaser-Projektoren bauen, weil sich die benötigten optischen Bauelemente verkleinern. Zudem könnte es in der Endoskopie eingesetzt werden, bei der in der Medizin eine sehr kleine Kamera zu Untersuchungszwecken in den Körper eingeführt wird. Auch bei Hochpräzisionsmessgeräten wie der Mikroskopie eröffne es neue Möglichkeiten.

„Wir verfolgen das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Forschung voranzubringen“, erklärte Spies. In der Initiative aktiv sind neben der Stadt Marburg Wissenschaftler und Unternehmen aus der Region, die auf dem Gebiet der Bio- und Nanotechnologie tätig sind. „Wissenschaftliche Einrichtungen und forschende Pharmaindustrie sind prädestiniert dafür, die Zusammenarbeit voranzubringen“, betonte Spies.

Bei Laborführungen zu neuesten Forschungsergebnissen und dem Austausch zum praktischen Problem entdecke man, was man zur Arbeit des anderen beitragen könne. Ziel sei es, die Stadt als innovativen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zu fördern.

von Freya Altmüller

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