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Jetzt müssen die Reinigungskräfte ran

Campus-Monatsbild: Mai Jetzt müssen die Reinigungskräfte ran

Die Regale stehen bereits. Aber bevor 2,5 Millionen Bücher in die neue Bibliothek umziehen, muss in dem Neubau noch gründlich gereinigt werden.

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Der Terrazzo-Boden soll sich im Außenbereich linsenförmig fortsetzen, erläutert Projektleiter Markus Janik (Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen). Das weiße Band rund um den Baum vor dem Haupteingang zeigt schon den Verlauf.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Nachdem in dem neuen Bibliotheksbau monate­lang Bauarbeiter und Handwerker mit Hochdruck gearbeitet haben, hat sich jede Menge Schmutz und Staub angesammelt. Bis zur geplanten Übergabe des Gebäudes an die Universität im Spätsommer muss es aber noch „besenrein“ gemacht werden. Und das ist eine Mammutaufgabe  für die Reinigungskräfte. Das gesamte Gebäude wird jetzt gründlich professionell gereinigt, und es muss überall nass gewischt werden. Dabei arbeiten sich die Reinigungskräfte von den oberen Stockwerken nach unten vor, erläutert Joachim Haak von der Uni-Bauabteilung am Rande eines Rundgangs durch das Gebäude­ im Gespräch mit der OP. Ein ­besonderes Augenmerk wird bei der Reinigung auf die Räume gelegt, in denen die Computertechnik-Anlagen stehen, die die Lüftung und die Gebäudetechnik steuern.

Sowohl in den später für die Nutzer zugänglichen Freihandbereichen als auch in den Magazinen sind schon die Bücherregale aufgestellt, in denen insgesamt 2 300 Tonnen Stahl verbaut wurden. Ausgesucht wurde ein Regal­system, das stabil und hochbelastbar und möglichst praktikabel ist, erläutert Dr. Ilona Rohde, die Umzugsbeauftragte­ der Uni-Bibliothek. Doch noch fehlen die „Hauptdarsteller“: 2,5 Millionen Bücher und Zeitschriftenbände, die in dem Gebäude am Pilgrimstein ihre neue Heimat finden sollen.

Der wahre Stresstest steht noch bevor

Die ersten Testläufe mit der Buchtransportanlage, die künftig die Bücher in Kisten aus den Magazinen an verschiedene „Bahnhöfe“ im gesamten Haus transportieren wird, sind bereits erfolgt. Dafür wurden rund 60 Bücher aller Größen – vom ­Reclamheft bis zum überdimensionalen Atlas – als Testobjekte verwendet.

Rundgang auf der Baustelle Universitätsbibliothek (Campus Firmanei) in Marburg. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Der wahre Stresstest zur Überprüfung der gesamten Anlage­ steht aber noch bevor: Dafür werden dann 600 Bücher benötigt. Die Umzugsbeauftragte hat  nach Monaten der Planspiele zusammen mit dem Team der UB immer mehr konkrete Dinge zu bedenken. So werden jetzt beispielsweise die Büromöbel sowie die Arbeitstische für die Nutzer und die Sitzgelegenheiten bestellt. Begeistert hat Ilona Rohde­ ­registriert, wie die Visionen der Planer im Innenraum allmählich konkrete Gestalt annehmen. Als besonders gelungen findet sie die Umsetzung im verglasten Atrium, dem repräsentativen Verbindungsstück zwischen den zwei Haupt-Gebäudeteilen, das auch als eine Art großes Foyer dient.

Hier schweift der Blick des Betrachters künftig 16 Meter in die Höhe. In der Caféteria gibt es freie Sicht nach oben, weil auch die Überdachung verglast ist. Damit die Eingangshalle auch abends ins rechte Licht getaucht wird, sind ganz oben Leuchten angebracht, die als „Mini-Flutlichtanlagen“ das Beleuchtungskonzept umsetzen sollen.

Einen ersten Eindruck erhält man auch schon von dem großzügig gestalteten Thekenbereich, an dem die Nutzer nach der Einweihung des Baus Informationen erhalten und Bücher leihen können. Insgesamt könnten sich rund 2 500 Menschen gleichzeitig in der neuen UB aufhalten. Zur Verfügung stehen 1 250 moderne Nutzer-Arbeitsplätze. Daneben gibt es aber auch Raum in Vortragssälen, Gruppenräumen oder der Caféteria. Gerechnet wird in ersten Schätzungen mit rund 5 000 Besuchern täglich. Vor allem direkt nach der für das Frühjahr 2018 geplanten Einweihung werden wohl besonders viele Neugierige das neue Gebäude anschauen. Den Nutzern, zum allergrößten Teil Studierende,  steht ein weitaus größerer Freihandbereich als in der bisherigen UB zur Verfügung.

Viele Einzelbibliotheken ziehen mit in den Neubau

Alle Arbeitsplätze sind mit Strom ausgestattet und verfügen über WLAN-Zugang, so dass das Arbeiten mit gedruckten und elektronischen Medien möglich wird. 37 Einzelarbeitskabinen werden für intensives Arbeiten eingerichtet. Zudem gibt es Gruppenräume, die das Arbeiten in Arbeitsgruppen ermöglichen, ohne die erwünschte Stille in den „Lese­inseln“ zu stören. Neben den Beständen der zentralen Uni-Bibliothek werden auch noch die Bibliotheken des CNMS, der Erziehungswissenschaften, der Europäischen Ethnologie, der Fremdsprachlichen Philologien, der Geschichtswissenschaften, der Politikwissenschaften, der Soziologie und Philosophie sowie der Germanistik und ­Medienwissenschaften und die Bestände des Europäischen ­Dokumentationszentrums mit umziehen.

von Manfred Hitzeroth

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