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Der Dieselbus ist ein Auslaufmodell

"Mobilität 2020" Der Dieselbus ist ein Auslaufmodell

Die Stadtwerke Marburg sind einer der größten Abgasverursacher in Marburg – reduzieren sie ihre Emissionen, ist für das Klima schon viel gewonnen.

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Die Busse der Stadtwerke Marburg sollen ab 2019 auf eine andere Antriebsart umgerüstet werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. 3,2 Millionen Kilometer legen die Busse der Stadtwerke Marburg jedes Jahr in der Stadt zurück. Die Modernisierung der Stadtwerke-Flotte ist deswegen auch ein umweltpolitisches Gebot, dessen sich Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren bewusst ist. Er teilt mit, dass die Strategie der Stadtwerke derzeit darin besteht, ältere Dieselfahrzeuge durch Fahrzeuge mit der Diesel-Euro-Norm 5 oder 6 oder noch besser durch erdgasbetriebene Fahrzeuge zu
ersetzen. 37 von 73 Bussen sind bereits E-Busse oder neuere Dieselbusse. Zehn weitere kommen in diesen Tagen hinzu.

Stadtwerke wollen Flotte umrüsten

Im Sommer 2018 wollen die Stadtwerke ihre gesamte Flotte auf Erdgasbusse oder Busse mit der Dieselnorm 5 oder 6 umgerüstet haben, berichtet Schüren.  Ziel ist, dass 60 Prozent der Busse mit Erdgas und 40 Prozent mit „sauberem“ Diesel fahren. Der Erdgasantrieb ist mit seinen geringeren Stickoxid-(NOx) und Feinstaubemissionen (PM) weiterhin deutlich im Vorteil gegenüber dem Dieselantrieb. Stadtwerke-Sprecherin Sarah Möller teilt mit, dass Erdgas sowohl bei den NOx-Emissionen (2,3 Gramm/km zu 4,0 Gramm/km) als auch bei den PM-Emissionen (0,0162 Gramm/km zu 0,0243 Gramm/km) deutlich weniger Umweltbelastung verursacht. Anders ausgedrückt: Durch die Umstellung von nur der Hälfte der Stadtwerke-Flotte auf Erdgas spart der Nahverkehr fünf Tonnen Stickoxide und 64 Kilogramm Feinstaub ein – pro Jahr.

Studie zum Einsatz von Oberleitungsbussen

Gleichwohl ist der Ausstoß umweltschädlicher Emissionen noch immer zu hoch. In diesem Zusammenhang kommt den beiden Studien zur Zukunft des Nahverkehrs in Marburg eine hohe Bedeutung zu. Die Studie zum Einsatz von Oberleitungsbussen in der Innenstadt steht kurz vor dem Abschluss. Durchgesickert ist schon, dass die Straßen in Marburg für eine solche Lösung nicht geeignet sind. Die Studie, die den Einsatz einer Straßenbahn untersucht, könnte zu dem Ergebnis kommen, dass diese eine Lösung sein könnte, um die Lahnberge verkehrstechnisch endlich besser ans Tal anzuschließen – eine Straßenbahn ist allerdings keine Innenstadt-Lösung.

Positive Erfahrungen mit E-Bus

Denkbar ist aber eine Kombination aus Straßenbahn (für die Lahnberge) und umweltfreundlichen Bussen (etwa E-Busse) für das Tal. Erste positive Erfahrungen mit einem E-Bus wurden bei einem mehrwöchigen Probebetrieb 2016 gemacht. Bis die Kombination E-Bus/Straßenbahn aber Realität würde, würden aber noch mindestens zehn Jahre vergehen.

Beim städtischen Nahverkehrs-Dienstleister beschäftigen sich deswegen Arbeitsgruppen mit dem Thema „Mobilität 2020“. Schüren geht davon aus, dass bis 2019 Ergebnisse vorliegen und die Stadtwerke dann beginnen, Elektro- oder Hybridbusse einzusetzen. Man schließe aber keine technische Entwicklung aus, sagt Schüren. Auch Antriebe mit Brennstoffzelle oder Wasserstoff-Batterie seien denkbar. Egal wie: „Wir sind wild entschlossen, unseren Klima-Beitrag zu leisten“, sagt der Geschäftsführer.

von Till Conrad

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