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Denkmal gegen den Radverkehr

Denkmal gegen den Radverkehr

Der Wilhelmsplatz wird zum denkwürdigen Ort: Zum Denkmal gegen den Autoverkehr hat sich nun ein Kunstwerk gegen den Fahrradverkehr gesellt.

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Der Ritter auf dem Fahrrad hält auf den kleinen Fußgänger zu: Dieses neue Denkmal am Wilhelmsplatz soll für die Gefährdung des Fußgängerverkehrs durch Fahrradfahrer stehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Andreas Götz hat es auf dem Wilhelmsplatz aufgestellt. Es handelt sich um eine Figurengruppe, bestehend aus Fußgänger und Radfahrer. Es ist eine Protestaktion, wie Götz erklärt. „Dieser Protest richtet sich nicht gegen den Radverkehr an sich, sondern gegen die Konzepte von Fahrradlobby und bestimmten Parteien, immer mehr Radverkehr in Fußgängerbereiche zu verlegen.“

Der Initiator nimmt die Reibungspunkte zwischen Rad- und Fußgängerverkehr in den Blick: „Wer ein Fahrrad benutzt, will wesentlich schneller sein als zu Fuß. Wenn Rad- und Fußverkehr nicht durch weite Abstände oder Niveauunterschiede getrennt sind, ergibt sich aus dem Radverkehr eine permanente Gefahr.“

Die Umwandlung von Gehwegen in Radwege schränke den Bewegungsraum für den Fußverkehr massiv ein, findet der Aktivist. „Die Umwandlung von Anwohnerparkplätzen in Radwege benachteiligt gerade die, die bewusst in der Innenstadt leben, um Verkehr zu vermeiden.“ Trotz Radwegen und Radfahrschutzstreifen seien Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit auf Gehwegen unterwegs, rote Ampeln ignorierten sie häufig und das Fahren ohne Licht auf Gehwegen und Brücken gefährde in hohem Maß die Fußgänger. „An der Kreuzung Wilhelmstraße/Gutenbergstraße steigt kein Radfahrer ab, kaum einer fährt langsamer und im Minutentakt wird der Fußverkehr gefährdet“, nennt Götz einen konkreten Kritikpunkt als Beispiel. Er betont: „Eine autofreie Stadt wird immer eine Fußgänger-Innenstadt sein.“

Götz‘ „Denkmal gegen den Fahrradverkehr“ gesellt sich auf dem Wilhelmsplatz zum „Denkmal gegen den Autoverkehr“, das der Fahrrad-Aktivist Hans Horst Althaus vor mehreren Monaten dort aufgestellt hat. Dessen – nach seiner Beschädigung –  eingezäuntes Kunstwerk zeigt einen VW-Käfer als „goldenes Kalb“ deutscher Wirtschaftspolitik.

Götz versteht seine Aktion als Impuls, den vielgepriesenen Radverkehr kritisch in den Blick zu nehmen.

Die Verkehrspolitik ist eines der kontroversesten Polit-Themen in der Stadt.

von Carina Becker-Werner

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