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Christen kämpfen gegen Ausgrenzung

Lokschuppen Christen kämpfen gegen Ausgrenzung

Kirchenvertreter solidarisieren sich angesichts der anhaltenden Kritik mit dem „Christus Treff“ (CT). Die Glaubensgemeinschaft hält indes trotz Rückzugs-Forderungen am Gebot für den Lokschuppen fest.

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Anfang vergangener Woche demonstrierten rund 200 Menschen gegen die mögliche Präsenz des „Christus Treffs“ auf dem Waggonhallenareal am Ortenberg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. In einer Sondersitzung stellten sich die Mitglieder der Evangelischen  Allianz Marburg, Vertreterverband von rund 2500 Christen in der Universitätsstadt „uneingeschränkt“ hinter den CT. „Wir respektieren es natürlich, dass nicht jeder mit Stil, Inhalten oder auch Bauvorhaben des CT einverstanden ist“, sagt Alexander Hirsch, Vorsitzender. „Aber wir wünschen uns gleichzeitig einen offenen und wertschätzenden Dialog, wie er zu Marburg als ‚Stadt der Vielfalt‘ passt.“ Man sei „sehr besorgt darüber, dass evangelikale Christen offenbar als Störfaktor gesehen werden“ und ­erklärt wurde, sie würden nicht nach Marburg passen. „Einer solchen Diskriminierung darf kein Raum gegeben werden.“

Auch der Vorwurf, wonach sich der CT nicht in die Gesellschaft integriere oder nicht dialogbereit sei, will die Evangelische Allianz entkräften. „Schließlich engagiert sich diese Gemeinde seit über 30 Jahren zum Wohle­ der Stadt und wirkt auf vielen Ebenen mit.“

Auch die Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul schließt sich dem Protest gegen den Umgang mit dem CT an – es handele sich um eine „inakzeptable Pauschalverurteilung“. Gemeindemitglieder sammelten auf einem Pfarrfest 150 Unterschriften unter dem Motto „Wir sind für Toleranz und gegen die Diffamierung des CT“.

Anstelle von „unzutreffenden Vorhaltungen und Angriffen“ hätte man sich einen „direkten Dialog“ mit den Kritikern gewünscht, sagt Reinhard Schindler, CT-Geschäftsführer. „Die   Unterstellungen   zu   Homophobie   und   Transgenderfeindlichkeit   sowie   zum  angeblichen   Absolutheits-   und   Missionsanspruch   sind   und   bleiben   falsch“,  sagt er. Man respektiere  und  achte  jeden  Menschen,  unabhängig von seiner sexuellen Orientierung und seinem religiösen oder nichtreligiösen Bekenntnis.  Entsprechend  fordere  der  CT,  dass  „auch  unser  Grundrecht  auf  Religionsausübung und Bekenntnisfreiheit  sowie  unser  Recht  auf  ­eine  ­eigene  Meinung  anerkannt  werden“.

Lokschuppen: CT zieht Kauf-Angebot nicht zurück

Christen, die entsprechend ihrem Glauben Werte und Wahrheitsüberzeugungen und eine­ christliche Ethik in ihrem ­eigenen Leben zu verwirklichen suchten, dürften nicht durch   ungerechtfertigte   Unterstellungen   und   Verdächtigungen   „gesellschaftlich  ausgegrenzt und pauschal diffamiert werden“.  Bei  den  zahlreichen  existierenden  und  künftigen  sozialen  Projekten  in  Marburg  gehe­  ­es  uns  darum,  „als  Christen  gemeinsam  mit  anderen  Einrichtungen  und  Bürgern  Gutes  in  der  Stadt  zu  tun  und  unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.“

An einen Rückzieher beim ­Gebot zum Kauf und Sanierung des Lokschuppens, wie etwa­ die Fraktion der „Bürger für Marburg“ fordert, denkt der CT ­indes nicht.

Das Nutzungskonzept für das Werkstattgebäude:

  • Gruppenräume einrichten und   kindgerecht   ausstatten   
  • Allen  Marburgern,  aber  insbesondere  den  Anwohnern  des  Ortenbergs  geeignete  Räume  für  Kindergeburtstage,    ein    Elterncafé,    Hausaufgabenhilfe,    Kinderkulturarbeit­    mit  verschiedenen  Kreativ-,  Spiel-  und  Sportangeboten  mit  einer  Kinderspielfläche im  ­Außenbereich zur Verfügung zu stellen.
  • Ziel: ganzheitliches Spielen und  Lernen  ermöglichen.
  • Einen schallisolierten Bandprobenraum bauen.
  • Raum für Sport-, Meditations-,   Tanz-   und   Gymnastikkurse anbieten.
  • Kindgerechte   Sonntags-Gottesdienste   mit   80   bis 100   Kindern.

von Björn Wisker

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