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„Charme des Industrie-Denkmals bleibt“

Waggonhalle „Charme des Industrie-Denkmals bleibt“

Die Sanierung von zwei Gebäuden auf dem Waggonhallen-Areal soll bis Ende 2018 erfolgen.

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Sie freuen sich im Café Rotkehlchen über die geplante Verbesserung der Energieffizienz im Waggonhallen-Areal (von  links): Andreas Leder (Radio Unerhört Marburg), Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Matze Schmidt (Waggonhalle), SPD-Bundestagsabgeordneter Sören Bartol und Bauamtsleiter Jürgen Rausch.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Der Förderbescheid des Bundes in Höhe von 1,1 Millionen Euro war kurz vor Weihnachten 2016 bei der Stadt Marburg eingegangen. Zusätzlich steuert die Stadt Marburg noch 1,3 Millionen Euro bei. Insgesamt stehen also für die energetische Ertüchtigung von zwei jetzt durch Kulturträger genutzte ehemaligen Bahnbetriebsgebäude auf dem Waggonhallen-Areal 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. Dies erläuterte der Marburger Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) bei einer Pressekonferenz im Café Rotkehlchen.  SPD-Bundestagsabgeordneter Sören Bartol hatte zu dem Gespräch eingeladen. Er freut sich sehr darüber, dass das Marburger Projekt als eines von vier Vorhaben in Hessen durch das Bundesförderprogramm zur Verbesserung der Energieeffizienz in denkmalgeschützten Gebäuden mitfinanziert wird.

Das Café ist in einem Abschnitt des Hauptgebäudes des Kulturzentrums Waggonhalle untergebracht, das vor allem aus Sicht der Energie-Effizienz dringend sanierungsbedürftig ist.

Die Notwendigkeit der Sanierung wird im „Café Rotkehlchen“ schnell deutlich, wenn man einmal den Blick nach oben auf die lichtdurchflutete Dachkonstruktion des früheren Bahngebäudes richtet.

Das Reiterdach besteht im Prinzip aus mit durchsichtigem Kunststoff überzogenen einfachverglasten Platten, die mit Dachlatten und Dachpappe befestigt sind. Bei Wind und Wetter regnet es durch. Der Schutz vor Kälte ist nur bedingt gegeben und die Heizungskosten sind hoch.

Der „Charme des Industrie-Denkmals“ soll aber auch bei der notwendigen Sanierung erhalten bleiben, erklärt der Baudezernent. Und so solle die Dachkonstruktion auch vom Grundsatz her nicht verändert werden, ergänzt der städtische Bauamtsleiter Jürgen Rausch. Allerdings solle das Dach mit einer Doppelverglasung versehen werden und so eine bessere Energie-Effizienz erreichen. Ähnliches gilt auch für die geplante   Sanierung des Daches am zweiten Gebäudeteil, in dem sich der Saal der Waggonhalle befindet, in dem Theater-Aufführungen und Konzerte stattfinden.

Neue Heizkörper für den Café-Raum sowie eine Fassaden-Aufbesserung und der Einbau einer Lüftung im Theaterraum  zählen ebenfalls zu dem Sanierungsvorhaben, mit dem die Stadt Marburg dem Verein helfen möchte, der die Kulturveranstaltungen in  der Waggonhalle organisiert. Matze Schmidt vom Waggonhallenverein freut sich sehr über die nun anstehende Verbesserung der Energie-Effizienz in dem Gebäude. Er hoffe nur, dass die dann für die Dauer der Arbeiten teilweise notwendige Schließung des Betriebs im Kulturzentrum nicht allzu lang dauern wird.

Versorgungsleitungen erneuerungsbedürftig

Voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres wird es so weit sein. Bauamtsleiter Rausch erläuterte, dass jetzt bereits die Ausschreibung erfolge, damit Architekten ihre Vorschläge zur Dachsanierung einreichen können. Die Kosten für die Kulturzentrums-Sanierung werden mit rund 1,5 Millionen Euro angesetzt.

Ebenfalls in Angriff genommen werden soll für 900 000 Euro die ebenso dringend notwendige energetische Sanierung des Gebäudes von „Radio  Unerhört Marburg“, das sich nur wenige Meter von dem Kulturzentrum entfernt in einem ehemaligen Bahnbetriebswerk befindet. Auch das freie Radio wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben.

In dem Klinkerbau ist vorwiegend eine Innendämmung geplant: So sollen die Kellergeschoss-Decke und die Decke zum Dach hin auf den energetisch neuesten Stand gebracht werden. Zudem sollen alle Fenster durch energieeffi­zientere Fenster ersetzt werden. Auch die Erneuerung der Heiztechnik und der Anschluss an das Fernwärmenetz gehören zu dem geplanten Paket, das zusätzlich zu dieser energetischen Ertüchtigung auch noch eine Fassaden-Aufwertung beinhaltet. Dazu gehöre beispielsweise eine Ausbesserung einiger Risse in der rückwärtigen Fassade.

Unabhängig vom Stand der Lokschuppensanierung, um die es dann Ende März gehen soll, sieht Rausch auf dem Waggonhallen-Areal vor allem noch zwei größere Schwerpunkte, die in die Wege geleitet werden sollten. So sei in Zusammenarbeit mit den Marburger Stadtwerken eine grundlegende Erneuerung der Versorgungsleitungen für Gas, Wasser und Strom geplant. Mit der Realisierung dieses Plans müsse allerdings so lange gewartet werden, bis klar sei, was mit dem Lokschuppen passiere, erklärte Stadtbaudirektor Rausch. Außerdem gebe es den Plan, mit dem Anbau einer Spindeltreppe an den Ortenbergsteg die fußläufige Anbindung des Waggonhallen-Areals an die Bushaltestellen am Hauptbahnhof ohne den bisher notwendigen längeren Umweg zu gewährleisten, erklärte Bürgermeister Kahle.

von Manfred Hitzeroth

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