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Bunte Socken rocken am Dienstag

Welt-Down-Syndrom-Tag Bunte Socken rocken am Dienstag

„Anders zu sein, ist gut“ und „Glücklich sein ist keine Frage der Chromosomen“, das wollen die Veranstalter des Aktionstags am 21. März ausdrücken und dazu bunte, unterschiedliche Socken tragen.

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Horst Viehl (links; vom Lebenshilfewerk), Hilde Rektorschek (Kulturloge) und Lothar Hofmann, (Deutsch-Schwedischer Freundschaftsverein) wollen mit der Aktion #sockenrocken ein Zeichen für Vielfalt und die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom setzen.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Ein paar unterschiedliche Socken hat wohl jeder zu Hause. Am kommenden Dienstag können sie mit Freude getragen werden, denn am Welt-Down-Syndron-Tag gilt das Motto: Bunte Socken rocken.

In Schweden sind bereits seit Jahren Zehntausende Menschen dabei. Der Deutsch-Schwedische Freundschaftsverein Marburg lädt in diesem Jahr zum zweiten Mal zum Aktionstag auf dem Marktplatz ein. „Es soll ein fröhliches Fest werden, das zeigt, anders zu sein, ist gut“, sagt Lothar Hofmann, Vorsitzender des Vereins.

Aufruf: Unter dem Hashtag #sockenrocken Fotos posten

Gemeinsam mit der Lebenshilfe Marburg, der Down-Syndrom-Gruppe, dem fib und dem Kinderzentrum Weißer Stein wird es auf dem Marktplatz von 10 bis 18 Uhr die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch geben.

An Informationsständen können sich Besucher über das Down-Syndrom informieren. Menschen mit Trisomie 21 – wie das Down-Syndrom auch genannt wird – können mehr über Angebote zum Wohnen, Leben und Lernen in Marburg erfahren.

„Wir wollen positiv in den Vordergrund stellen und deutlich machen, wie viel Freude Menschen mit Down-Syndrom und grundsätzlich Menschen mit anderen Behinderungen in unser Leben bringen“, sagt Horst Viehl, Vorstand des Lebenshilfewerks Marburg-Biedenkopf. Die bunten Socken machten es leichter, sich diesem Thema zu nähern.

Um 13 Uhr soll ein kleiner Sternlauf beginnen, vom Fuß des Steinwegs, der Barfüßerstraße und vom Elisabeth-Blochmann-Platz aus zum Marktplatz. Gegen 14 Uhr wird Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) eine Rede halten.

Unter dem Hashtag #sockenrocken wollen die Organisatoren in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram Fotos von Menschen in bunten Socken sammeln. „Ich bin gespannt, wie viele aus Marburg zusammenkommen“, sagt Viehl.

Hilde Rektorschek ist Schirmherrin der „Socken rocken“-Aktion und begegnet in ihrer Arbeit als Vorsitzende des Bundesverbands Kulturloge und im Vorstand der Special Olympics Hessen immer wieder Menschen mit Down-Syndrom. „Wir können von ihnen für das Leben lernen, nicht jeden gleich in eine Schublade zu stecken“, sagt Rektorschek.

Wenn Eltern während der Schwangerschaft durch die Pränataldiagnostik (siehe Hintergrundkasten) erfahren, dass ihr Kind Trisomie 21 hat, gerieten sie häufig unter starken Druck, berichtet Viehl. Eine bewusste Entscheidung zu treffen, werde dadurch oft zu einer enormen Belastung. „Die Grundhaltung der Lebenshilfe ist: Jedes Leben ist lebenswert“, sagt Viehl. „Das Miteinander und die Begegnung mit anderen Menschen machen unser Leben wertvoll.“

von Philipp Lauer

Trisomie 21

Es ist ein merkwürdiger Gegensatz: Menschen mit Down-Syndrom sind auf Plakaten und bei Kampagnen etwa für mehr Inklusion sehr präsent – dabei gibt es immer weniger von ihnen. Zunehmend deutlicher lässt sich schon in der Schwangerschaft erkennen, ob es im Erbgut des Fötus schwere Störungen gibt.

Eine Folge: In Deutschland kommen kaum noch Babys mit Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt, zur Welt. Babys mit dieser Erbgutstörung haben zwar bessere Lebenschancen als je zuvor – doch nur noch selten werden sie ihnen gewährt. Etwa neun von zehn Schwangeren lassen hierzulande bei einer Trisomie einen Abbruch machen.

Menschen mit Down-Syndrom haben in jeder Zelle ein Chromosom mehr als andere Menschen. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Die Folge sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung.

Die Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich. Häufige organische Probleme sind angeborene Herzfehler, Schwerhörigkeit oder eine Anfälligkeit für Infekte.

Statistisch gesehen kommt bei etwa 600 bis 700 Geburten ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt. Benannt ist das Down-Syndrom nach seinem Entdecker, dem englischen Arzt John Langdon Down (1828–1896).
 (dpa)

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