Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Böllerverbot wird gelockert

Silvester 2017 Böllerverbot wird gelockert

Die Kontrolle des Böller- und Raketenverbots in Neujahrsnächten ist nach Einschätzung der Stadt „praktisch nicht möglich“. Die Abstandsregel zu ­gefährdeten Gebäuden wie Fachwerkhäusern wird nun aufgeweicht.

Voriger Artikel
Linke: Stadt soll Pohl-Spende behalten
Nächster Artikel
„Ich habe ihn gewarnt“

Raketen und Böller zünden wird an Silvester 2017/2018 in der Oberstadt teilweise erlaubt.

Quelle: Thorsten Richter (Archiv)

Marburg. Für die nächsten Silvesterfeiern wird das Abbrennen von Pyrotechnik auf Teilen des Marktplatzes, Lutherischen Kirchhofs und Schlosses „an einigen wenigen Stellen“ erlaubt. Hintergrund ist die Änderung einer Landesvorschrift, wonach in unmittelbarer Nähe von Fachwerk- und Reetdachhäusern, Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen bisher ein Abstand von mindestens 15 Metern einzuhalten war – künftig sind es acht Meter.

Eine neue, aber weiterhin theoretische Marke. Denn wie die Stadtverwaltung auf OP-Anfrage mitteilt, sei eine „flächendeckende Kontrolle zur Umsetzung des Verbots im ganzen betroffenen Gebiet nach Lage der Dinge praktisch nicht möglich“.

Alleine in der Kernstadt wären dafür nach Berechnungen der Behörden mehr als 200 Polizisten nötig, inklusive der Außenstadtteile wären es 400. Da die Sicherheitskräfte in der Silvesternacht auch mit Strafverfolgung (vier Körperverletzungen und vier Diebstähle 2016/2017) und Unfallaufnahmen beschäftigt seien, müsse dahingehend eine „Prioritätensetzung“ erfolgen.  

Die Stadt setzt angesichts der unverminderten Brand­gefahr speziell in der Oberstadt – „nicht nur durch Zünden von Feuerwerkskörpern, sondern auch durch fliegende Raketen“  – weiterhin auf Appelle, in der Hoffnung, dass „die Bürger verantwortungsvoll mit der Situation umgehen“. Grundsätzlich gingen die Feuerwerksaktivitäten an den bekannten Altstadt-Treffpunkten aber seit Jahren zurück, das würden Anwohner der Stadtverwaltung berichten. Beschwerden habe es zuletzt nicht gegeben.

In der Nacht zum 1. Januar sei die Polizei in Marburg zusätzlich zur Mindeststärke von vier mit zwei weiteren Streifen im Einsatz gewesen. Hinzu kamen zwei Ordnungspolizisten der Stadt.

Deren Hauptaufgaben: Wege für Feuerwehr und Rettungskräfte durch Verkehrsüberwachung für den Notfall offen halten – 13 Strafzettel wurden verteilt, besonders bestreift wurden die engen Wege der Ritterstraße, der Landgraf-Philipp-Straße und Mainzer Gasse.

Speziell die Feuerwehren kritisierten zuletzt immer wieder das Falschparken von Autos, die ein Weiterkommen der Einsatzfahrzeuge und damit zeitnahe Lösch- oder Bergungsarbeiten erschweren (insgesamt sechs Einsätze in der Silvesternacht, der größte Schaden entstand in einer Wohnung in Wehrda; jene liegt nach Stadtverwaltungsangaben in einem Bereich, in dem es kein Böller- und Raketenverbot gibt).

Zuletzt stellte die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung eine Große Anfrage zum Thema an den Magistrat, auch zu den Reinigungskosten nach Silvester.

Antwort des Magistrats: Diese betragen 5 380 Euro, insgesamt wurden rund 3 200 Kilogramm Müll aufgesammelt und entsorgt.

von Björn Wisker

Luftverschmutzung
Die normale Feinstaubbelastung am 31. Dezember 2016  schwankte  nach Angaben der Stadtverwaltung in  der  Universitätsstraße zwischen 20 und 40 μg/m³, in der Gutenbergstraße ebenfalls zwischen 20 und 40 μg/m³. Dieser Schwankungsbereich liege „im Bereich des  Üblichen“.
Kurz nach Mitternacht war an  beiden  Stationen  die  Luftbelastung  mit  Feinstaub    hoch  und  lag  in  der  Universitätsstraße  über  140  μg/m³,  in  der  Gutenbergstraße immerhin bei über 120 μg/m³. Am 31. Dezember des Vorjahres waren  die  Werte  wesentlich  höher  und  lagen  in  der  Universitätsstraße teilweise über 400 μg/m³.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr