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Bewerbungen für Rathaus-Markt bleiben aus

Käse-Schmidt hört auf Bewerbungen für Rathaus-Markt bleiben aus

Wenn „Käse-Schmidt“ am Samstag zum letzten Mal sein rollendes Geschäft auf dem Markt vor dem Rathaus schließt, bleiben nur noch ein Blumenhändler und ein Fleischer übrig.

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Der Marburger Marktplatz am Markttag 18.Oktober: Es herrscht gähnende Leere.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Zum letzten Mal wird während des Markttags am morgigen Samstag das Ehepaar Elli und Adolf Schmidt aus Schwabendorf seinen mobilen Verkaufswagen auf dem Wochenmarkt vor dem Marburger Rathaus öffnen. Seit mehr als 30 Jahren stehen die Schmidts mit ihrem Stand vor dem Rathaus (Privatfoto) und präsentieren ein reichhaltiges Käsesortiment.

Der Werbeslogan „Käse vom Schmidt – immer ein Hit“ hat in Marburg fast Sprichwortcharakter. Mit 80 Jahren soll nun Schluss sein. Die Mitglieder der „Bürgerinitiative Wohn- und Lebensqualität Oberstadt“ dankten der Familie Schmidt für ihren „langjährigen verlässlichen Einsatz und ihre ständige Dienstleistungsbereitschaft“. „Sie haben mit ihrem Angebot zur Attraktivität und Bereicherung des Marktes in der Oberstadt sehr viel beigetragen“, lobte die Bürgerinitiative.

Der Stadt liegen keine Bewerbungen vor

Der einstmals beliebte Markt am Rathaus wird ab November nur noch von zwei Marktständen beliefert. Weiterhin bestückt wird der Marktplatz mittwochs von der Firma Raab, die einen großen Blumenstand betreibt. Samstags gibt es neben dem Blumenhändler einen zweiten, neuen Standbetreiber. Dieser hat Eier, Wurst und Nudeln im Sortiment. „Aktuell liegen der Stadt keine weiteren Bewerbungen vor“, sagte Patricia Grähling von der Pressestelle der Stadt Marburg.

Der einstmals beliebte Markt hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Attraktivität verloren – im Gegensatz zu den Wochenmärkten an der Elisabethkirche und am Südviertel. Zum Vergleich: Beim Wochenmarkt im Südviertel bieten 30 Beschicker ihre Waren an, 25 von ihnen an beiden Markttagen.

Erheblicher Verlust für den Marktplatz

„Wochenmarkt am Rathaus steht vor dem Aus“ titelte die OP schon im März; damals führten einige Händler die schwierige An- und Abfahrt durch die engen Gassen der Oberstadt an; „Sollte der Markt vor dem Rathaus nicht mehr stattfinden, wäre das ein erheblicher Verlust sowohl für Anwohner als auch für den Marktplatz als Treffpunkt“, teilte die Pressestelle der Stadt damals mit.

Ein halbes Jahr später haben unter anderem der Eierhändler und ein Weinhändler aufgegeben. Die Reaktion der Stadt klingt sehr ähnlich zu der aus dem Frühjahr: „Die Märkte der Universitätsstadt Marburg sind ein wichtiger Teil der Nahversorgung, dienen der Stärkung der regionalen Erzeuger und sind nicht zuletzt ein Treffpunkt für unsere Bürgerinnen und Bürger“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Stadt sammelt Ideen für „Quartiersentwicklungskonzept“

Deshalb sei der Stadt auch ein attraktiver Markt am Rathaus sehr wichtig. „Wir arbeiten derzeit daran, ein neues Konzept für einen Markt zu entwickeln, der noch mehr Menschen in unsere schöne Oberstadt lockt“, berichtet Spies. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing beschäftige sich die Stadt intensiv damit, den Wochenmarkt neu zu beleben und neue Marktbestücker zu gewinnen.

Aktuell sammeln die Stadt und das Stadtmarketing immerhin verschiedene Ideen. Man müsse mit allen Akteuren zum Beispiel über die Öffnungszeiten des Marktes sprechen, sagt Grähling. „Zu überlegen wäre etwa, ob eine zeitliche Verlagerung in den Nachmittag und frühen Abend oder eine Weiterentwicklung zu einem Erlebnismarkt, einem Spezialitätenmarkt, einem Angebot mit Verkostungen zur Attraktivität für potenzielle Kundinnen und Kunden beiträgt.“

„Es gibt viele Möglichkeiten. Bei allen Ideen legen wir aber großen Wert darauf, dass die derzeitigen Standbetreiber in die Planungen eingebunden sind“, betont Spies. Der Markt am Rathaus soll ein Bestandteil des „Quartiersentwicklungskonzeptes Oberstadt“ werden, das im Laufe des nächsten Jahres erstellt wird.

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