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Bedauern über Aus für Museumsidee

Lokschuppen Bedauern über Aus für Museumsidee

Die beiden im Rennen verbliebenen Varianten des Lokschuppen-Umbaus beschäftigen viele Städtebau-Aktivisten.

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Der Lokschuppen soll verkauft werden. Die Stadt bekam vier Angebote, ein Auswahlgremium reduzierte die Zahl auf zwei Konzepte, die zur Annahme empfohlen werden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die AG Nachhaltige­ Stadtentwicklung tendiert zum Vorschlag von Christmann + Pfeifer. „Wir wollen an diesem Standort etwas mit Alleinstellungsmerkmal, etwas Neues, Kreatives“, sagt Martin Turek, AG-Sprecher. Der Lokschuppen solle sich in die bestehende kulturelle und touristische Nutzung einfügen, eine – wie von C+P angedachte – Ansiedelung von kreativen Kleinunternehmen in einer Art Gründerzentrum samt musealer Umgebung sei „ein toller Ansatz“, „ein überfälliger Beitrag zur Wirtschaftsansiedelung“ und „unserer grundlegenden Vorstellung näher“ als das Konzept der Firma Schneider, die im Kern eine Veranstaltungs-Nutzung vorsieht.

Das Grundproblem sei jedoch bei beiden verbliebenen Konzepten der Wohnungsbau. „Zur Errichtung von Wohnungen gibt es von uns ein grundsätzliches Nein“, sagt Turek – egal, ob in der Form von Studentenapartments oder Gästehaus. Sollte so etwas dort entstehen, komme es „unweigerlich zu Konflikten, etwa wegen Lärms“ zwischen Bewohnern und den ­ansässigen Gewerbetreibenden. „Und je ­höher die Zahl der geplanten Wohnungen ist, desto größer ist das Risiko“,
sagt Turek.

Am interessantesten und besten fand die AG das in der zweiten Auswahlrunde gescheiterte Museumskonzept des Lokschuppenvereins. „Das bot alles: Von einem super Denkmalschutz bis hin zu einer weit und breit einmaligen Nutzungsidee“, sagt Turek.

Ulla Hirt, Vorstandsmitglied der IG-MARSS, kritisiert das Auswahlverfahren: „Der Bürger wird mal wieder im Dunkeln gelassen und mit einer Informationsveranstaltung ‚getröstet‘, die bereits fertige Entscheidungen weitergibt. Oder hat es mal eine Befragung der Bürger zum Lokschuppen gegeben?“ Das Verfahren zur Zukunft des Lokschuppens „zeigt mal wieder deutlich, dass die Transparenz, die innerhalb des Gremiums bestehen mag, nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben wird“. Die Nichtnennung von Gründen für die Ablehnung des Museums-Konzepts des Lokschuppen-Vereins sei „unverständliche Geheimnis-Tuerei“.

Eine große Enttäuschung ist es, dass das seitens des Magistrats gegebene Versprechen, Räume für uns dort vorzuhalten, keinerlei Berücksichtigung in der Ausschreibung und den Konzepten gefunden hat“, sagt Uli Tadge, Vize-Vorsitzende der Ortenberggemeinde. Man sei „absolut schockiert“ darüber, der Verein werde sich heute ­detailliert mit den Investoren-Ideen befassen.

von Björn Wisker

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Sanierung
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Für die Sanierung des Lokschuppens am Hauptbahnhof in Marburg sind zwei Konzepte übriggeblieben. Das Auswahlgremium strich am Mittwoch den Vorschlag des Lokschuppen-Vereins, der im Kern ein Technikmusem vorsah.

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