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Angeklagter schweigt zu Mordvorwurf und pöbelt

Prozess wegen versuchten Mords Angeklagter schweigt zu Mordvorwurf und pöbelt

Gemeingefährlicher Gewalttäter oder Justizopfer? Der Prozessauftakt gegen einen 34-Jährigen, dem von der Staatsanwaltschaft versuchter Mord vorgeworfen wird, endete am Mittwochmorgen prompt nach einer Showeinlage.

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Polizisten und Justizvollzugsbeamte führen den wegen versuchten Mordes Angeklagten ins Landgericht Marburg.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ausgestreckte Mittelfinger in Richtung Journalisten, Beleidigungen im Schwurgerichtssaal, Wutausbrüche in der Gefängniszelle: Der Angeklagte, der zuletzt in einer Gießener Obdachlosenunterkunft und zuvor in Lich wohnhaft war, fühlt sich nach Angaben seines Verteidigers Sascha Marks „ungerecht behandelt“, beteuere seine Unschuld.

Um seinen aufgebrauchten Mandanten zu beruhigen, so dass er von mehreren Polizisten zur Verlesung der Anklageschfift in den Verhandlungssal gebracht werden konnte, musste Marks ihm Zigarette und Feuerzeug von einem Prozessbeobachter besorgen.

Und das wirft die Staatsanwaltschaft dem 34-Jährigen vor:

  • In der Wilhelmstraße, nahe eines Frisörgeschäfts soll der Angeklagte mit einem Stein auf zwei Frauen (20, 25) eingeschlagen haben. Die 20-Jährige erlitt nach Schlägen gegen die Stirn sowie Tritten gegen den Körper schwerste Verletzungen, unter anderem ein massives Schädel-Hirn-Trauma. Die 25-Jährige erlitt Prellungen und Platzwunden, ihr gelang die Flucht. Nach OP-Informationen waren die Opfer auf dem Heimweg nach einer Feier. Der mutmaßliche Täter soll am 9. Oktober 2016 wortlos auf die Freundinnen losgegangen sein, sofort mit dem Stein zugeschlagen haben. Die Frauen seien arg- und wehrlos gewesen, deren Tod sei „billigend inkauf genommen worden“, der Tatbestand der Heimtücke sei erfüllt.
  • In der Frankfurter Straße, nahe der Sparkassen-Filiale und unweit des Samstag-Wochenmarkts soll der mutmaßliche Täter eine Schwangere überfallen haben – kurz nachdem diese am Geldautomaten Bargeld abhob. Mit der Faust soll er der 28-Jährigen, die laut den Ermittlern im sechsten Monat und somit „erkennbar schwanger“ war, ins Gesicht geschlagen haben. Er soll am Morgen des 8. Oktober mehrfach auf die am Boden liegende Frau eingeschlagen und eingetreten haben, damit diese ihm die Geldbörse gibt. Beute: 45 Euro.
  • In der Sudetenstraße soll er am 10. Oktober nach einem Streit einen Mann im Brustbereit verletzt haben – durch den Wurf eines Ziegelsteins.
  • Diebstahl von sechs Schokoriegeln an einer Tankstelle samt Körperverletzung eines Zeugen (Schläge und Tritte).
  • Einbruch und Diebstahl von Süßigkeiten in einem Supermarkt am Richtsberg (der mutmaßliche Täter soll die Glasscheibe mit einem Baustellenschild zerstört haben).
  • Am ersten Verhandlungstag gestern am Landgericht wollte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft beantragt  Sicherungsverwahrung.

von Björn Wisker

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