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Weggefährten verabschieden Moosdorf

Herzchirurgie Weggefährten verabschieden Moosdorf

Professor Rainer Moosdorf wurde am Mittwoch in der Alten Aula der Universität feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

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Professor Rainer Moosdorf (vordere Reihe, Zweiter von rechts) wurde in der Alten Aula der Universität feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es war eine turbulente Zeit, in der Professor Dr. Rainer Moosdorf nach Marburg kam und die Leitung der Marburger Herzchirurgie antrat. Widerstände im eigenen Fachbereich galt es zu überwinden und die Klinik zu etablieren. Nach 23 Jahren als Leiter ist nun Schluss. Moosdorf verlässt das UKGM und tritt seinen wohlverdienten Ruhestand an. Zum Abschluss haben die Mitarbeiter seiner Klinik eine Verabschiedung in der Alten Aula der Universität organisiert. Weggefährten, Freunde und Familienmitglieder dankten dem Herzchirurgen für seinen unermüdlichen Einsatz für Patienten sowie seinem Forschungsdrang. Unter Moosdorfs Leitung hat die Klinik mehr als 3000 Eingriffe durchgeführt, und Patienten aus aller Welt vertrauen auf die Kompetenzen des Klinikteams.

Sicherer Kurs in schweren Zeiten

Der Dekan der medizinischen Fakultät, Professor Helmut Schäfer, betonte in seiner Rede, dass es Moosdorf auch in schweren Zeiten der Klinik gelungen sei, das Klinikum sicher auf Kurs zu halten. Er habe Moosdorf außerdem als sehr aktiven Forscher erlebt, der auch zu den anderen Disziplinen der Medizin ein kollegiales Verhältnis gepflegt habe.

Schäfer ist sicher, dass Moosdorf nicht vollständig in den Ruhestand gehen wird, sondern sich weiter Forschungen in der Herzchirurgie widmet. Auch der Ärztliche Geschäftsführer des Uni-Klinikums, Professor Harald Renz, lobte Moosdorfs überdurchschnittlichen Einsatz: „Rainer hat schon immer visionär in die Zukunft geblickt und zusammen mit seinem Kollegen Professor Bernhard Maisch das Herzzentrum zu seiner Blüte geführt.“

"Manchmal ein Drama, manchmal ein Krimi"

Darüber hinaus setzte sich Moosdorf für zahlreiche Kooperationen und Netzwerkbildungen ein und ist auch Botschafter für Gesundheit des Landes Hessen. Maisch, der lange Zeit die Kardiologie in Marburg leitete, sagte rückblickend auf die Anfangszeit des Herzzentrums: „Manchmal war es ein Drama, manchmal ein Krimi. Allerdings war unsere Zusammenarbeit stets hervorragend und bedurfte nie aufwändiger Kommunikationswege.“ Als symbolisches Zeichen für den neuen Lebensabschnitt überreichte Maisch einen Golfball und wünschte Moosdorf von Herzen, dass ihm alle Abschläge gelingen mögen. Neben Kollegen und Weggefährten richtete auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies seine Grußworte an Moosdorf und dankte ihm im Namen der Marburger Bevölkerung für sein großes Engagement. „Sie haben zahlreichen Menschen geholfen und ihnen die Angst genommen“, sagte Spies. Die Medizin schaffe es wie keine andere akademische Disziplin, eine Brücke zwischen bürgerlichen und akademischen Leben zu schlagen.

Selbst im Urlaub für die Klinik erreichbar

Einen Einblick in das Fami­lienleben eines Herzchirurgen gewährte Tochter Laura. Als ihr Vater nach Marburg berufen wurde, war sie noch ein kleines Kind und erlebte, dass er selbst im Urlaub für Belange der Klinik immer erreichbar war. Auch in stressigen Phasen habe sie sich aber auf seinen Rat sowie Unterstützung verlassen können und von ihm gelernt, welche verantwortungsvolle Rolle ein Arzt habe. „Für ihn war dies nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung.“ Zuletzt betrat Moosdorf die Bühne und erklärte den Zuhörern seinen Werdegang zur Herzchirurgie. Prägend für seine Entwicklung seien immer Menschen gewesen, von denen er habe lernen und innovative Denkweisen verfolgen können. Als er 1994 nach Marburg kam, wusste er, dass er hier gebraucht würde und hat die Aufgabe von Herzen gerne angenommen. Abschließend bedankte er sich bei seinem Team. „Zusammen haben wir einiges bewegt und die Herzchirurgie in Marburg etabliert. Wir können stolz auf uns sein.“

von Felix Busjäger

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