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8,5 Millionen Euro verspielt

Glücksspielgeschäft in Marburg 8,5 Millionen Euro verspielt

Wie viel Geld wird jeden Monat in hessischen Spielhallen verspielt? Das konnten Bürger in hessischen Innenstädten am Aktionstag zur Glücksspielsucht schätzen.

Marburg. Auch am oberen Marktplatz in Marburg gaben Interessierte einen Tipp ab und ließen sich von Mitarbeitenden des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf über die Hintergründe informieren.

Beratung

Befürchten Sie von einer Spielsucht bedroht oder betroffen zu sein? Automatenspiel, Online-Glücksspiel, Sportwetten, Lotto und mehr: Jährlich melden sich in der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf rund 100 Hilfesuchende zum Thema Glücksspielsucht. Die Fachberatung für Glücksspielsucht steht Betroffenen oder Angehörigen kostenlos und auf Wunsch anonym zur Verfügung: Telefon 0 64 21 / 2 60 33; Internet: www.suchtmr.de

Auf einer riesigen Bodenplane konnte geschätzt werden, wie viel Geld die rund sechs Millionen Einwohner Hessens monatlich in Spielhallen verspie-len. Die Tipps reichten dabei von 500.000 bis zu 50 Millionen Euro. Dass es tatsächlich knapp 29 Millionen Euro sind, die Monat für Monat in hessischen Spielhallen gelassen werden, sorgte häufig für Erstaunen.

Das Geschäft mit dem Glücksspiel boomt in Deutschland: Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen lag der Gesamtumsatz des deutschen Glücksspiel-Marktes im Jahr 2014 bei 34,7 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Geldspielautomaten. Marburg bildet dabei keine Ausnahme. Seit zehn Jahren steigen die Spielerverluste durch Geldspielautomaten.

Nach aktuellen Zahlen werden in Marburg jährlich rund 8,5 Millionen Euro an Automaten verspielt, so die hessische Landesstelle für Suchtfragen.

"Viele Spieler schämen sich"

Dabei gilt das Spielen an Geldspielautomaten als das risikoreichste Glücksspiel: „Die große Mehrheit der Personen, die in die hessischen Fachberatungen für Glücksspielsucht kommen, sind von Geldspielautomaten abhängig“, berichtet Diplom-Sozialpädagoge Sebastian Reinhard von der Sucht- und Drogenberatung des Diakonischen Werks. „Viele Spieler schämen sich und nehmen den Kontakt zur Beratungsstelle erst spät auf“, ergänzt sein Kollege Holger Schmidt.

Häufig wurden die Fachberater an diesem Tag gefragt, ob man aus einer Glücksspielsucht überhaupt heraus kommen könne. „Wer motiviert ist, an seiner Glücksspielproblematik etwas zu ändern und dafür auch Hilfe in Anspruch nehmen möchte, findet ein breites und wirksames Angebot der Suchthilfe vor“, sagt Reinhard. Mit der Öffentlichkeitsaktion möchten die Mitarbeitenden des Diakonischen Werks daher nicht nur über das Thema, sondern auch über die Hilfsmöglichkeiten informieren.

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