Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
35 000 Euro für Frühchen-Station

Bülent Ceylan an der Uniklinik 35 000 Euro für Frühchen-Station

Prominenter Besuch im Uniklinikum: Comedian Bülent Ceylan besuchte die Radioshow „MfK Radio-BÜLI-Marburg“, die er 2014 gemeinsam mit der Organisation „Menschen für Kinder“ (MfK) ins ­Leben gerufen hat.

Voriger Artikel
Wer „Sieg Heil“ gerufen hat, bleibt unklar
Nächster Artikel
Vom gläsernen Denkmal zur Alten Universität

Bülent Ceylan mit Schülern der MLS während der Radioshow.

Quelle: Jan Christoph Freybott

Marburg. Mithilfe eines eigens für das Projekt entworfenen Studio werden seitdem von Schülern der Medien-AG der Martin-Luther-Schule (MLS) Sendungen produziert, die den Aufenthalt der Langzeitpatienten in der Kinderklinik etwas leichter machen sollen – frei nach dem Motto: „Gute Laune hilft heilen“. Dieses Studio zu besuchen war demnach auch der erste Programmpunkt des prominenten Gasts, der sogleich mit seinen jungen Co-Moderatoren auf Sendung ging und nicht schlecht staunte, mit welcher Professionalität die Achtklässler der MLS die Sendung gestalteten. „Also, ich war noch nicht so weit in dem Alter“, kommentierte Ceylan die Arbeit der jungen Radiomacher, deren jugendliches Gemüt genau das Richtige sei, um interessante Inhalte zu produzieren. „Denn Kinder sind ehrlich, Kinder sind offen und sagen immer das, was sie denken – ohne jede Scheu“, betont Ceylan.

Doch nicht nur der Mannheimer war voll des Lobes für die Arbeit der Nachwuchsjournalisten der Medien-AG, die von Michael Fink betreut werden. Auch Vertreter des Klinikums und des Vereins MfK sind von der Arbeit begeistert. „Das große Geschenk sind Michael Fink und die MLS“, konstatiert Michael Zeiger, MfK-Vorstandsmitglied, „mit ihnen steht und fällt das Ganze“. Professor Rolf Maier, geschäftsführender Direktor der Kinderklinik, hebt zudem hervor, dass das Projekt ein Gewinn für alle Beteiligten ist – und eben nicht nur für die jungen Patienten: „Ich finde es immer ganz besonders gut, wenn sich gesunde Kinder für kranke Kinder engagieren, denn das ist für beide Seiten wichtig.“ Demnach profitierten die Kranken, da sie sich eher von „Gleichaltrigen ansprechen ließen, als von Erwachsenen“, und für die Schüler, die dieses Projekt machen, sei es eben auch eine „soziale Aufgabe, eine Freude und ein Training für das spätere Leben“. Dort knüpft auch Ceylan an und unterstreicht, wie wichtig es sei, ein Bewusstsein bei den gesunden Kindern zu schaffen, „sodass sie merken ‚ aha, es gibt auch noch Kinder, die nicht so selbstverständlich wie wir jeden Tag zur Schule gehen können“.

Summa summarum sind also alle am Projekt beteiligten Parteien mit dem bisherigen Verlauf im höchsten Maße zufrieden – erste Überlegungen über ein derartiges Projekt an einer Dortmunder Kinderklinik wurden bereits angestoßen.

Moderne Geräte sollen Überlebenschancen erhöhen

Im zweiten Programmpunkt des Tages sorgten dann die MfK-Vertreter für Aufsehen. Die gemeinnützige Organisation setzt sich mithilfe von Spenden für langzeitkranke Kinder ein, indem sie teure Anschaffungen in Kinderkliniken finanzieren oder soziale Projekte für kranke Kinder ermöglichen. So war es auch der Verein MfK, der im Vorjahr die Anschaffung einer speziellen Kamera zur Untersuchung der Netzhaut von Frühchen ermöglichte (die OP berichtete) – und in diesem Jahr erneut eine großzügige Summe überreichte. Mit einer Spende von 35 000 Euro ermöglichen die Spender die Anschaffung zweier moderner Systeme zur Regulierung der Sauerstoffversorgung bei Frühchen. „Wir versprechen uns davon einen Riesenfortschritt“, sagt Professor Maier. Man werde weltweit zu den ersten Kliniken gehören, die ein so komplexes System in Benutzung nehmen und damit ein Vorreiter in dieser Sparte bleiben. Die neuen Geräte werden zum einen die Überlebenschancen der Frühchen erhöhen, zum anderen das Risiko von Langzeitfolgen durch eine zu frühe Geburt deutlich senken. „Es geht darum, dass diese Kinder nicht nur überleben, sondern auch gesund sind und später mal ein ganz normales Leben führen können“, sagt Marburgs Kinder­klinik-Chef.

von Jan Christoph Freybott

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr