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18 200 Euro Gewinn aus Drogenverkauf erzielt

Aus dem Landgericht 18 200 Euro Gewinn aus Drogenverkauf erzielt

Die Angeklagten waren nach der Verhandlung erleichtert. Zwar erhielten beide lange Haftstrafen, allerdings wurden diese nicht zuletzt wegen ihrer positiven Entwicklung nach der Festnahme zur Bewährung ausgesetzt.

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Ein Mann dreht sich einen Joint mit Marihuana.

Quelle: Daniel Karmann

Marburg. Die beiden 28- und 29-Jährigen hatten von Anfang 2014 bis August 2015 in Marburg und Kassel Marihuana verkauft. Die Angeklagten bestellten bei einem heute 46-Jährigen, der für seine Beteiligungen an vielen Drogengeschäften in der Justizvollzugsanstalt Geldern in Haft sitzt.

Der Kontakt lief dabei über ein Handy mit Prepaid-Karte ab, das ausschließlich für die Verabredung des Geschäftes benutzt wurde.

Ihr Kontaktmann lieferte das Marihuana nach Winterberg oder Marburg, wo die Übergaben mal am Hauptbahnhof oder in einem Hotel stattfanden. Der 28-Jährige nahm etwa 200 Gramm für seinen Eigenbedarf und auch, um etwas davon an befreundete Konsumenten  weiterzuverkaufen. Den Rest übernahm der 29-jährige Angeklagte und fuhr damit in seine Wohnung nach Kassel.

Dort angekommen, verkaufte er das Marihuana weiter an Großabnehmer. Den Gewinn teilten die beiden zu gleichen Teilen untereinander auf. Alle zwei Monate wurde eine Bestellung geliefert.

Nach Auswertung des Geständnisses des 28-Jährigen aus Dautphetal und den sichergestellten Beweismitteln hatten die Angeklagten insgesamt 7,5 Kilogramm Marihuana geordert, wovon allerdings nur 5,5 Kilo geliefert worden waren. Aus dem Verkauf hatten sie nach eigenen Angaben 18 200 Euro Gewinn erzielt.

Den 28-Jährigen verurteilte das Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird.

Ihm kam insbesondere sein Geständnis zugute. Darüber hinaus sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Angeklagte den Handel zur Ermöglichung seines eigenen Konsums betrieb.

Nach Aussage eines Sachverständigen lag sein Konsumverhalten nah an einer Sucht. Das Gericht berücksichtigte ebenfalls, dass der 28-Jährige seit der Festnahme keine Drogen mehr konsumiert und darüber freiwillige Nachweise in Form von Drogen-Screenings dem Gericht beigebracht hat. Er war außerdem vorher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Wieder auffällig durch Trunkenheitsfahrt

Eine härtere Strafe gab es für den 29-jährigen Angeklagten, der heute in Dortmund lebt. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt.

Zwar hielt ihm das Gericht zugute, dass dieser nun in einem neuen Umfeld sein Studium wieder aufgenommen hat, in einer festen, stabilen Beziehung lebt sowie eine Arbeitsstelle hat. Dennoch war er es, der den Großteil des Handels vollzog, und das nicht nur zum Eigenkonsum.

Dazu war er durch eine Trunkenheitsfahrt mit 1,24 Promille wieder auffällig geworden, in deren Folge er seine Fahrerlaubnis für neun Monate verloren hatte.

Beide Angeklagten müssen sich unregelmäßigen und unangekündigten Drogen-Screenings unterziehen sowie an Programmen der jeweiligen Drogen- und Suchthilfe teilnehmen. Ihnen wird dazu ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Michael Noll

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