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120 Jahre alte Weide umgekippt

Um-Fall im Alten Botanischen Garten 120 Jahre alte Weide umgekippt

Vermutlich in der Nacht auf Mittwoch ist eine Weide im Alten Botanischen Garten abgebrochen und in den Teich gestürzt.

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Es scheint, dass selbst die Bronzestatue schockiert ihr Haupt senkt. Die umgekippte Weide hatte einen "bedeutsamen Wert" und "verändert den Botanischen Garten ungemein", bedauert der verantwortliche Gärtner Herbert Eichinger. 

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es ist ein erschreckender Anblick: Zerborsten und schwer liegt die alte Weide am Ufer des Teiches. Auf rund 120 Jahre schätzt der verantwortliche Gärtner Herbert Eichinger die alte Weide, die einen "bedeutsamen Wert" für den Alten Botanischen Garten hatte. "Das verändert den Botanischen Garten ungemein", bedauert er. Es scheint, dass selbst die Enten vor Trauer ihre Köpfe unter die Flügel stecken und die Bronzestatue schockiert ihr Haupt senkt. 

Schock für Marburg! Enten stecken berührt ihre Köpfe unter die Flügel, Statuen senken schockiert die Häupter: Vermutlich in der Nacht auf Mittwoch ist eine Weide im Alten Botanischen Garten abgebrochen und in den Teich gestürzt.

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Vermutlich in der Nacht auf Mittwoch brach der Stamm der alten Weide und stürzte in den Teich. Eichinger selbst fand sie erst am Mittwochmittag so auf. "Am Abend zuvor stand sie noch."

Wie es dazu gekommen ist, ist noch nicht klar. Fakt ist aber: Der Baum befand sich in einem schlechten Zustand. Vor rund zwei Jahren ergab eine eingehende Untersuchung, dass das Holz bereits stark zersetzt und der Stamm an vielen Stellen ausgehöhlt war. Zudem entdeckte der Gutachter in etwa 10 Metern Höhe einen Pilzbefall am Stamm. "Wir haben den Baum mehrfach gekürzt und die Äste miteinander verbunden, um die Abbruchgefahr zu reduzieren", so Eichinger. Doch alle Versuche, den alten Baum aufzupäppeln, schlugen offenbar fehl.

Holzzersetzende Pilzart am Baumstamm gefunden

Bei einer ersten Untersuchung am nun liegenden Stamm entdeckte Eichinger Hallimasche. "Diese Pilzart ist sehr holzzersetzend. Sie sind wahrscheinlich für die Beschädigungen am Stamm verantwortlich", vermutet er.

Erst in den kommenden Tagen, nach weiteren Untersuchungen auch durch den Leiter des Alten Botanischen Gartens, wird sich entscheiden, was mit der alten Weide passiert. Fest steht schon jetzt: "Man kann sie nicht einfach aus dem Wasser ziehen. Dafür ist sie zu alt und zu schwer", erklärt Eichinger.

Für den Teich und die ansässigen Enten spiele der umgekippte Baum laut Eichinger keine Rolle. Jedoch stellt sich die Frage, ob in dem ausgehöhlten Baumstamm Tiere gelebt haben, deren Lebensraum nun zerstört ist. Auch das sollen weitere Untersuchungen ergeben.

Zuletzt wurde der Innenstadt-Garten wieder häufiger Opfer­ von Vandalismus, etwa als ein Bagger durch den Park fuhr und dabei Pfade, Gras und eine Mauer beschädigte.

Indes wird der seitens der Philipps-Universität gestellte Abbruchantrag für die Behringtreppe wohl genehmigt. Nach Angaben von Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) ist ein ­Veto der Denkmalschutzbehörden ausgeblieben, weshalb der
Abriss der Treppe am Pilgrimstein-Eingang (alte Frauenklinik) im Entscheidungsbereich des Uni-Präsidiums liege. „Es liegt an denen, ob sie den Schritt gehen wollen oder nicht“, sagte Kahle zuletzt im Umweltausschuss.

Der geplante neue Eingang am Sprachatlas auf dem alten Brauereigelände schließe an die Geschichte des Gartens an, da es an ähnlicher Stelle einst bereits einen Zugang gegeben habe. Indes gibt es für das von Naturfreunden jahrelang erwartete Parkpflegewerk für den Botanischen Garten einen ersten Fertigstellungstermin: 2018 soll es fertig sein und vorgestellt werden.

von Ruth Korte
und Björn Wisker

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Alter Botanischer Garten
Im Juli war die 120 Jahre alte Weide im Alten Botanischen Garten abgebrochen und in den Teich gestürzt. Foto: Tobias Hirsch

Die Silberweide im Alten Botanischen Garten, die in der Nacht auf den 12. Juli umgestürzt ist und seither im Teich des Gartens liegt, bleibt als gebrochene Weide im Alten Botanischen Garten erhalten.

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