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Windrad-Gegner wollen Bürgerbegehren

Energiewende Windrad-Gegner wollen Bürgerbegehren

Die befürchtete Zerstörung von Waldgebieten, Naturschutzbelange und zu geringe Windstärken - mit diesen Argumenten wehrt sich die Bürgerinitiative Windkraft Michelbach gegen das Windkraftprojekt Görzhäuser Hof in Marburg.

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Der Vorstand der BI Windkraft Michelbach.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. „Die Energie-Wirtschaftlichkeit ist das einzige Argument für zwingende Eingriffe in Natur-, Umwelt-, Vogel- und Denkmalschutz“, sagte Dr. Jörg Sundermeyer vom Vereinsvorstand. Und diese Wirtschaftlichkeit sei beim konkreten Projekt nicht gegeben. Während der ersten Jahreshauptversammlung des Vereins hielt er vor rund 100 Mitgliedern einen umfassenden Technikvortrag zum Thema, stellte den bisher berechneten Prognosen zur Effizienz der Windräder „unrealistische Annahmen“ entgegen.

Der Grund sei eine lückenhafte Windberechnung auf Grundlage reiner Simulationen. Der Verein fordert daher „experimentell akkreditierte Windstärken per Mastmessung – über mindestens ein Jahr“. Vom Investor, der Firma Krug Energie, verlange man „zeitnah Visualisierungen, die einer Überprüfung standhalten“ – aus Sicht aller betroffenen Stadtteile heraus. Die bisherige Prognose, wie stark sich die Anlagen auf das Stadtbild auswirken könnten, hält der Vorstand für „eine starke Untertreibung“. Auch die erste eigene Visualisierung des Vereins sei durch ein „falsches Höhenprofil“ nicht ganz korrekt dargestellt worden, gab der Referent zu. Diesen Fehler habe man mittlerweile behoben.

BI sieht den Wald bedroht

Generell sieht die BI das Ökosystem Wald von der Windkraft bedroht, misstraut zudem den Rückbauplänen der Anlagen und fordert eine „Machbarkeitsstudie für einen ausfinanzierten, kompletten Rückbau der Fundamente“. Darüber hinaus befürchten die Mitglieder die Genehmigung zahlreicher weiterer Windräder rund um Marburg, nach dem Prinzip „Klotzen mit Masse“. Ihre Zukunftsprognose: „Marburgs Schmuddelecke Michelbach soll ein sich ausbreitendes Industriegebiet und Windenergieanlagen erdulden“, so Dr. Sundermeyer

Um weiter gegen die Windkraftpläne vorzugehen, arbeitet der Verein derzeit an einem Bürgerbegehren, das von Juristen ausgearbeitet werde. „Eindeutig die Mehrheit aller Michelbacher Bürger sind gegen die Windkraftanlagen. Wir werden das Thema weiter bewegen“, kündigte der Vorsitzende Thomas Riedel an.

Der gewählte Vorstand besteht aus Thomas Riedel (Vorsitzender), Christiane Apkign, Martin Bruder, Annette Sennlaub, Matthias Kothe, Dominik Walter, Dr. Jörg Sundermeyer, Dr. Dorothee Sundermayer, Stefan Muth und Caroline Bott.

von Ina Tannert

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