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Weniger Freifläche für mehr Menschen

Richtsberg Weniger Freifläche für mehr Menschen

Die SPD am Richtsberg möchte, dass im Stadtteil keine weiteren Wohnungen gebaut werden.

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Kurz vor der Fertigstellung: ein Wohnblock im Damaschkeweg. Insgesamt entstehen am Richtsberg Wohnungen für mehr als 200 ­Familien.

Quelle: Tobias Hirsch

Richtsberg. „Am Richtsberg soll keine weitere Zwischenbebauung genehmigt und durchgeführt werden“, fordert der Ortsverein Richtsberg der Sozialdemokraten einstimmig. Die Infrastruktur müsse zunächst dem wachsenden Bedarf durch die Wohnraumverdichtung der vergangenen Jahre angepasst werden.

Hintergrund sind Befürchtungen, dass eine weitere Verdichtung am Richtsberg stattfinden soll. Ortsvorsteherin Erika Lotz-Halilovic, zugleich seit Mai Vorsitzende des SPD-Ortsvereins,  spricht von Plänen, nach denen weitere mehr als 50 Wohnungen zusätzlich am oberen Richtsberg gebaut werden sollen, unter anderem am Karlsbader Weg.

Seit dem frühen Herbst 2013 gibt es Planungen für den Bau von 300 Sozialwohnungen in Marburg durch das landeseigene Wohnungsbauunternehmen GWH. Mehr als 200 davon sollen am Richtsberg entstehen.

  • Am Richtsberg 12a und Am Richtsberg 12b wurden 28 Wohnungen gebaut.
  • Im Damaschkeweg 12a und im Damaschkeweg 14a wurden 30 Wohnungen errichtet.
  • In der Friedrich-Ebert-Straße 4 sind 36 Wohnungen seit wenigen Wochen fertiggestellt.
  • Die neuen Wohnungen im Damaschkeweg 13a und 15a (24) und in der Sudetenstraße 42 (32) werden demnächst fertiggestellt.

Unmittelbar bevor Baubeginn stehen die geplanten Wohnungen auf dem Vitos-Gelände am unteren Richtsberg. Von diesen 150 Wohnungen sollen 98 direkt an der Friedrich-Ebert-Straße entstehen – wenn alles laut Plan geht, im Herbst.

Insgesamt sind es somit 248 Wohnungen, die am Richtsberg neu entstanden sind oder entstehen.

Unterstützung vom Richtsberger Ortsbeirat

Zwar sagt Lotz-Halilovic, dass es schön sei, wenn junge Familien, die neu nach Marburg kommen, vielfach zuallererst eine Wohnung am Richtsberg finden. Aber die Sozialdemokratin sagt auch, dass durch die Verdichtung die Lebensqualität am Richtsberg mehr und mehr beeinträchtigt werde. „Immer mehr Menschen erhalten immer weniger Freifläche und ­Sozialräume für den Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung“, kritisiert die SPD-Stadtverordnete.

Unterstützung gibt es vom Richtsberger Ortsbeirat. So sagt etwa Ortsbeiratsmitglied Runhild Piper (CDU), weitere Freiflächen dürften am Richtsberg nicht wegfallen. Wie Lotz-­Halilovic befürchtet aber auch sie, dass es Pläne für eine weitere Lückenbebauung im Stadtteil gibt. Am oberen Richtsberg ­gebe es Planungen für den Bau von 50 Sozialwohnungen am Karlsbader Weg, sagt Lotz-Halilovic.

Schon jetzt stimmt die Infrastruktur nicht, müsse an die höhere Einwohnerzahl angepasst werden, kritisiert Lotz-Halilovic. Das beginnt mit den Bussen der Stadtwerke Marburg, die regelmäßig überfüllt sind. Mehr Verbindungen von und zur Innenstadt wünschen sich deshalb die Richtsberger Sozialdemokraten.

Viele Richtsberger arbeiten auf den Lahnbergen – die SPD Richtsberg fordert deswegen seit Jahren eine Direktverbindung von Marburgs größtem Stadtteil zu den Lahnbergen.

In diesen Kontext gehört auch die Forderung nach einem durchgehenden Fuß- und Radweg von den Lahnbergen zum Richtsberg.

Mindestens ebenso wichtig ist für die SPD-Ortsvereinsvorsitzende die personelle Ausstattung von Schulen und Kindergarten: kleineren Gruppen im Kindergarten seien vonnöten, von der Absicherung einer Zweitbetreuung zum Spracherwerb bis zur Aufrechterhaltung der Schulsozialarbeit an der Richtsberg-Gesamtschule reichen die Forderungen.

von Till Conrad

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