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„Es ist schön hier, man lernt sich kennen“

Waldtal „Es ist schön hier, man lernt sich kennen“

Ob neu oder alteingesessen, jung oder alt, heimisch oder fremd – für alle Bewohner des Waldtals gab es vergangene Woche einen Platz am Tisch des kleinen Begrüßungscafés in der Kindertagesstätte.

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Kleine und große, neue und alte Waldtalbewohner trafen sich zum gegenseitigen Kennenlernen an der Kaffeetafel.

Quelle: Ina Tannert

Waldtal. Für einen Nachmittag verwandelte sich am vergangenen Freitag die Turnhalle der Kita „Die kleinen Strolche“ in ein gemütliches Café auf Zeit. Zwischen Kletterwand und Turnmatte ging es an diesem Tag weniger um Bewegung, sondern um Begegnung.

So bunt die Bewohnerschaft des Waldtals, so vielfältig gestaltete sich die Besucherschar im alljährlichen Begrüßungscafé: Menschen verschiedener Nationalitäten und Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Senior, alte und neue Nachbarn, alle versammelten sich in gemütlicher Runde zum Kaffeeklatsch.

Herkunft, Hintergrund, Status, Sprache oder Alter rückten dabei in den Hintergrund. Im Mittelpunkt standen der gegenseitige Austausch, der nachbarschaftliche Kontakt und respektvolle Umgang in Marburgs vielseitigem Stadtteil. Den ganzen Nachmittag über herrschte reges Treiben zwischen den gut gefüllten Tischen. Rund 50 Alt- und Neubürger trafen sich bei Kaffee und Kuchen zu anhaltenden Gesprächen.

Mit der Verständigung haperte es hier und da, weswegen so manch sprachgewandter Tischnachbar spontan aushelfen musste.

Das Begrüßungscafé ist ein Gemeinschaftsprojekt des Stadtteilarbeitskreises Waldtal. In diesem engagieren sich der Arbeitskreis soziale Brennpunkte Marburg (AKSB), die Burschenschaft und der 1. FC Waldtal, das Sankt-Martin-Haus und die Waldtalgemeinde. Das Projekt wird unterstützt vom Ortsbeirat und der internationalen Frauengruppe des Stadtteils.

Die Idee entstand vor drei Jahren, nachdem im Stadtteil weitere Wohnungen gebaut wurden und zunehmend geflüchtete Menschen zuzogen. „Die Begegnung mit den Nachbarn hilft bei der Ankunft, damit sich die Waldtalbewohner besser kennenlernen“, lobte Ortsvorsteher Gerhard Dziehel.

Michael Kamfor: „Das Kennenlernen ist wichtig“

Dass aus dem lockeren Treffen gleich anhaltende Freundschaften entstehen, diesen Anspruch hat das Projekt nicht: „Es soll Begegnung stattfinden, es geht um das Kennenlernen – dass man sich zumindest grüßen kann, wenn man im Stadtteil aneinander vorbeigeht“, erklärte Christina Hey vom AKSB.

Auch die verschiedenen Organisationen stellten den Neuankömmlingen das verfügbare Angebot vor, darunter Integrationsprogramme der Kita oder Bewegungsprojekte rund um den Sport. „Es herrscht eine tolle Kooperation im Stadtteil, und es gibt feste Hilfen – das Angebot wollen wir verbreiten“, erklärte die Organisatorin. Der AKSB führe bereits regelmäßige Begrüßungsbesuche bei Neubürgern durch, bietet Unterstützung an oder ermittelt den Bedarf an weiteren Hilfen wie Sprachkursen oder Kinderbetreuung. „Welche Probleme ihr auch habt, wir haben immer ein offenes Ohr für euch“, wandte sich Christina Hey an die Gäste. Das vermittelte sie zur visuellen Unterstützung auch gleich mit einem überdimensionalen Ohr aus Pappe, das für allgemeine Belustigung sorgte.

„Es ist schön hier, man kommt ins Gespräch und lernt sich kennen“, lobte Besucherin Aisha Achmed, die erst vor zwei Jahren mit ihren Kindern nach Marburg zog. „Wir kommen immer gerne her, man trifft gute Leute aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen – das Kennenlernen ist wichtig“, konnte auch der langjährige Waldtaler Michael Kamfor bestätigen.

von Ina Tannert

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