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Vorerst profitieren vor allem Fußballer

Kunstrasen „Am Köppel“ Vorerst profitieren vor allem Fußballer

„Was lange währt, wird hoffentlich gut“, kommentierte Cappels Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD) den ersten Spatenstich für den neuen Kunstrasenplatz auf dem Cappeler Sportgelände „Am Köppel“.

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Beim Spatenstich dabei: Christoph Kuczera (Technischer Leiter, Schmitt-Sportplatzbau, von links), Diplom-Ingenieur Lothar Gersmann vom Ingenieurbüro Gersmann, Ernst-Rüdiger Schmeltzer (Vorsitzender des FSV Cappel), Sportkreis-Vorsitzender Jürgen Hertlein, Bürgermeister Wieland Stötzel, OB Dr. Thomas Spies, Stadträtin Kirsten Dinnebier, Heinz Wahlers (Ortsvorsteher von Cappel) und Fachdienstleiter Björn Backes.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. 45 Jahre war das Stadion „Am Köppel“ Austragungsort für die Fußballspiele des FSV Cappel, 1995 hat sich Wahlers als Ortsvorsteher des Stadtteils erstmalig über den Zustand des Geländes beschwert – damals allerdings über die Aschenbahn, die von Stollenschuhen übermäßig zertreten worden war.

Seit 2015 warteten die Cappeler aber sehnsüchtig auf den Bau des Kunstrasens. Er war von der Stadt versprochen worden, nachdem der alte Hartplatz an der Umgehungsstraße der Außenstelle für die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung weichen musste. „Der FSV Cappel hat den Platz hergegeben, damit wir Menschen in Not helfen konnten“, formulierte es am Montag Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD).

Als Gegenleistung hatte die Stadt versprochen, den in die Jahre gekommenen Platz „Am Köppel“ durch einen modernen Kunstrasenplatz zu ersetzen. Die 1968 gebaute Anlage am Köppel mit Rasenplatz, einer 400-Meter-Laufbahn und verschiedenen leichtathletischen Anlagen sei den hohen Anforderungen des FSV Cappel nach dem Wegfall des Hartplatzes nicht mehr gewachsen.

Projekt hat für Stadt großen Stellenwert

Zähe Verhandlungen der Stadt Marburg mit dem Land, aber auch hohe Kostenschätzungen für eine zunächst geplante Anlage mit Kunstrasenplatz, Kunststofflaufbahn und kleineren Sportflächen hatten den Bau des versprochenen Kunstrasens immer wieder verzögert. Schließlich entschied sich das Land zum Neubau der Landesfeuerwehrschule auf dem Gelände der früheren Erstaufnahmeeinrichtung. Damit verbunden war der Kauf des Geländes von der Stadt. Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies sprach von einem „anständigen Preis“, den die Stadt für das Gelände erzielt habe und der nun den Bau des Kunstrasens ermögliche.

Welchen Stellenwert der Bau des Kunstrasens für die Stadt Marburg hat, wird allein aus der Tatsache ersichtlich, dass der komplette hauptamtliche Magistrat – neben Spies noch Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) und Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) – zum Spatenstich erschienen war. Neben Routinier Spies schlugen sich die neuen Magistratskollegen Stötzel und Dinnebier tapfer bei dem symbolischen Akt, als es galt, einen bereitgestellten Spaten in den Boden zu rammen und die ausgehobene Erde nach vorne zu schleudern.

Mehr Routine bei solchen Arbeiten hat Ortsvorsteher Wahlers. Nach dem Neubau des Kindergartens am Teich und dem zweiten Bauabschnitt für die Sanierung der Cappeler Straße ist der Kunstrasenplatz für den „Köppel“ nun das dritte Großprojekt in Cappel in diesem Jahr.

Spätestens im Sommer soll der Kunstrasen fertig sein

„Mit dem Spatenstich zeigen wir, dass die Planungen für den Kunstrasenplatz von Erfolg gekrönt sind“, sagte Spies. Mit dem Ende der kalten Jahreszeit können dann die Erdarbeiten losgehen – allerspätestens im Sommer ist der Kunstrasenplatz dann bespielbar. Ortsvorsteher Wahlers träumt schon davon, dass der FSV Cappel das Eröffnungsspiel als Kreisoberligist bestreiten kann – dazu muss der Verein allerdings aufsteigen, die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Insgesamt wird der Kunstrasenplatz in Cappel der neunte wettkampftaugliche Kunstrasen im Stadtgebiet sein. Damit sei der Bedarf für die Marburger Sportvereine eigentlich gedeckt, glaubt Wolfgang vom Fachdienst Sport.

Eine andere Frage ist aber, ob das Stadion auch noch für andere Sportarten modernisiert werden kann. „Wenn die Stadt das Geld dafür hat“, lautete die eher vage Antwort des Oberbürgermeisters auf eine entsprechende Frage. Spies verwies auf die Haushaltssituation der Stadt und andere Großprojekte, „die wir nicht aufschieben können“ wie die dringend notwendige Sanierung der Weidenhäuser Brücke.

Die Lebenserwartung des Kunstrasenplatzes beträgt laut dem planenden Ingenieurbüro etwa 20 Jahre. Es entstehe ein Kunstrasenplatz der neuesten Generation mit einer Sand-Gummi-Verfüllung. Optisch wirke der Platz, wenn er denn fertig ist, fast wie ein Naturrasen.

von Till Conrad

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