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Sieben Elternpaare gründeten Schule

40 Jahre Bettina-von-Arnim-Schule Sieben Elternpaare gründeten Schule

Schüler aller Klassen demonstrierten mit Aufführungen, wie sie Inklusion und Gemeinschaft leben.

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Die Chor-AG präsentierte dem Publikum das afrikanische Lied „Siyahamba“.

Quelle: Elvira Rübeling

Ockershausen. „Wir planen die Gründung eines gemeinnützigen Trägervereins zur Einrichtung eines heilpädagogischen Schulzweiges auf Grundlage der Waldorfpädagogik.“ Der Anlass für diese vor mehr als 40 Jahren in dieser Zeitung erschienenen Anzeige war die Tatsache, dass das Seelenpflege bedürftige siebte Kind der Familie Hildebrandt wie seine sechs Geschwister auch die Waldorfschule besuchen sollte, aber dort nicht aufgenommen wurde.

Damals meldeten daraufhin sieben Elternpaare ihr Interesse an einer Mitarbeit an. Am 6. Januar 1976 wurde der Trägerverein für „Heilende Erziehung“ unter dem Vorsitz der Ärztin Dr. Guntrud Hildebrandt gegründet. Im August 1977 konnte nach schwierigen Genehmigungsverfahren eine private Schule für „praktisch Bildbare“ am Marbacher Weg eröffnet werden.

Zunächst war die private Schule mit elf Kindern in zwei Klassen ein recht zartes Gebilde und von der Schließung bedroht. Auch durfte sie sich erst im Jahr 1979 Bettina-von-Arnim-Schule nennen.

Sechs Jahre später war sie auf 32 Schüler angewachsen – heute sind es mehr als 100. Und das Kollegium übernahm in Folge die Führung der Schule. Die Nachfrage nach Schulplätzen wurde spürbar größer, als die Schule 1985 die Genehmigung erhielt, über praktisch bildbare Schüler hinaus auch solche Kinder aufzunehmen, deren Besonderheiten in Lernschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen oder Körperbehinderungen lagen.

21 Jahre nach der Gründung neues Gebäude eingeweiht

Die Schule wurde im Lauf der Jahre um das Wiesen- und später das Sonnenhaus, zwei Kleinstheime für Kinder im Vorschul- und Frühförderungsbereich erweitert. Zudem wurde aus Raumnot auch das Nachbarhaus erworben.

Trotzdem zeigte sich, dass für die Zukunft nach neuen und größeren Räumen Ausschau gehalten werden musste. 21 Jahre nach der Gründung wurde 1998 das neue Schulgebäude im Stadtwaldgelände eingeweiht.

Jetzt feierte die Bettina-von-Arnim-Schule nicht nur ihr 40-jähriges Bestehen, sondern auch gleichzeitig die Einführung einer inklusiven Grundschule. Während andere noch über Inklusion diskutieren, „funktioniert sie bei uns – nur in umgekehrter Reihenfolge“, sagte Benno Möller, Mitglied im Trägerverein und in der Schulleitung.

Nach seiner Festansprache, Begrüßung der Ehrengäste und der ehemaligen ersten Schülerin Imke Hildebrandt gaben die Schüler aller Klassen mit ihren Aufführungen Kostproben davon, wie sie Inklusion und Gemeinschaft leben. Zwischen den Grußworten, unter anderen von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow (CDU) und Geschäftsführer Roland Freitag vom Trägerverein „Heilende Erziehung“, führte beispielsweise die zweite
Klasse das russische Märchen „Das Rübchen“ auf. Überzeugender hätte Inklusion oder der Versuch, Gemeinschaft zu leben, nicht gezeigt werden können. Denn schlussendlich gelang es in der Geschichte nur gemeinsam, mit vereinten Kräften das Rübchen aus der Erde zu ziehen.

von Elvira Rübeling

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