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Reparieren statt wegschmeißen

"Repair Café" Reparieren statt wegschmeißen

Britta Stadlmann-Golega von „Im Stadtteil Aktiv“ (ISA) und Tina Hey vom „Arbeitskreis Soziale Brennpunkte“ (AKSB) eröffneten im Waldtal offiziell das „Repair Café“.

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Tina Hey (stehend, links) und Britta Stadlmann-Golega eröffneten das „Repair Café“ im Stadtteil Waldtal.

Quelle: Jaqueline Erlach

Waldtal. Egal ob es die tropfende Kaffeemaschine ist, das Fahrrad mit plattem Reifen oder der CD-Player, bei dem sich der Deckel nicht mehr schließt, für alles gibt es Tricks und Kniffe, um die Geräte vor der Mülltonne zu retten.

Dabei stehen einem die ehrenamtlichen „Reparaturexperten“ Werner Mazurek, Mitarbeiter bei Relectro, Vladimir Safaryan, pensionierter Ingenieur, und Wolfram Möller, pensionierter Berufsschullehrer und Schlosser, beratend zur Seite.

Die Idee des „Repair Cafés“ ist es, die Bewohner im Waldtal näher zusammenzubringen und ihnen zu helfen, dass sie grundlegende Reparaturen selbst in die Hand nehmen können. So wurden ganz im Sinne der Nachhaltigkeit bereits zum Beispiel eine elektronische Dartscheibe vom Sankt-Martin-Haus oder die Pfannen der Kita „Die kleinen Strolche“ repariert. An einem Mittwoch im Monat ist das „Repair Café“ von 16 bis 19 Uhr in der ISA-Werkstatt in der Sankt-Martin-Straße 19 für Jung und Alt geöffnet. Die genauen Termine findet man auf der Website des AKSB unter www.aksb-marburg.de

Um besser planen zu können, wird darum gebeten, die Reparatur zuvor per E-Mail an die Adresse b.stadlmann@aksb-marburg.de oder mittwochs von 9 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0 64 21 / 6 90 02 17 anzukündigen.

Der Einfall, ein solches Café­ im Waldtal zu eröffnen, kam ­Safaryan und Stadlmann-Golega im vorigen Jahr. Der 71-Jährige kümmerte sich schon länger zusammen mit dem 12-jährigen Dima Ustenko und anderen Ehrenamtlichen um den „Einkaufsservice Waldtal“ und hörte so von den Belangen der älteren Bewohner.

Zusammen mit Stadlmann-Golega überlegte er sich, ein Konzept auszuprobieren, das aus den Niederlanden stammt, das „Repair Café“. Nachdem sie sich die Rechte an dem Projekt für das Waldtal gesichert hatten, konnte es losgehen. Die ISA-Werkstatt wurde von eifrigen Anwohnern verputzt und neu gestrichen. Mithilfe der Unterstützung durch „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ ­wurde Werkstattausstattung angeschafft.

Im Schnitt drei bis sechs Reparaturen pro Termin

Das Café hat bereits seit August vergangenen Jahres geöffnet und freut sich über steigende Besucherzahlen. Im Schnitt seien es drei bis sechs Reparaturen pro Termin, berichtet Stadlmann-Golega.

Möller freut sich auf die jungen Besucher im Frühjahr. „Da kommen die Kids mit dem Fahrrad vorbei, das mal wieder geölt werden muss“, sagte der Ehrenamtliche.

Das funktionierende Konzept des „Unter-die-Arme-Greifens“ im Waldtal beschwingt nicht nur die Anwohner, auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) zeigte sich begeistert. Um das „Repair Café“ weiter zu unterstützen gab es vom Ortsbeirat Marburg eine Spende. Die Reparaturhilfe ist kostenlos, nur neue Materialien für die Reparatur müssen bezahlt werden. Dafür spare man sich die Anschaffung teurer Neugeräte, die sich manche bei kleinem Gehalt nicht leisten könnten, sagt Stadlmann-Golega. Wer mithelfen will, ist herzlich eingeladen. Für das Team wird noch nach einem Computerexperten gesucht.

von Jaqueline Erlach

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