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Priorität: altersgerechter Wohnraum

Neue Wohnungen Priorität: altersgerechter Wohnraum

Geförderter Wohnraum ist knapp in vielen Städten. Im Stadtteil Waldtal will die GWH-Wohnungsbaugesellschaft ein Haus mit zwölf günstigen Wohnungen errichten.

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Architekt Clemens Kober stellt beim runden Tisch im Waldtal ein neues Bauprojekt für günstigen Wohnraum vor, das am Parkplatz in der St.-Martin-Straße entstehen soll.

Quelle: Patricia Grähling

Waldtal. In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadt Marburg zusammen mit verschiedenen Partnern 200 geförderte­ Wohnungen realisiert. Das fasste Reinhold Kulle vom Fachdienst Stadtplanung beim runden Tisch im Waldtal zusammen. „Das Thema hat bei uns seit zwei Jahren oberste Priorität“, betonte er. Bundesweit gebe es zu wenig geförderten Wohnungsbau. Marburg sei mit seinen 200 neuen Wohneinheiten, auf die Einwohnerzahl umgerechnet, führend in Hessen, was die Bautätigkeit betrifft. „Darauf sind wir stolz“, betonte Kulle. Dennoch sei Marburg eine bereits gebaute Stadt, viele Flächen seien nicht mehr frei. „Und wir stoßen bei neuen Bauprojekten immer auf ­Widerstände.“ Da werde zum Beispiel der Schattenwurf kritisiert oder dass ein Baum gefällt werden müsse.

Solche Kritikpunkte gab es von den Teilnehmern beim runden Tisch im Waldtal auch, als Architekt Clemens Kober aus Kassel eine neue Projektidee der GWH-Wohnungsbaugesellschaft vorgestellt hatte. Preise, Parkplätze, Schatten und Ausrichtung des Gebäudes wurden dabei ebenso von Besuchern hinterfragt, wie Wegebeziehungen und Gestaltung der Fläche in der St.-Martin-Straße 21a.

Kober stellte den ersten Planungsentwurf vor und betonte dabei, dass es noch keine Detailplanung gebe. In diese würden auch Punkte wie die Umfeldgestaltung, Parkplätze und Gehwege einfließen. Dann erst werde die GWH einen Bauantrag stellen. „Es kann also noch gut ein Jahr dauern, bis es losgehen könnte“, sagte Kulle.

Kober plant am Parkplatz in der St.-Martin-Straße einen würfelförmigen Bau. Der soll zwischen die vorhandenen Gebäude platziert werden, aber mit großem Abstand. Auf vier Etagen sind jeweils drei Wohnungen geplant. Die Etagen sind baugleich mit jeweils zwei Wohnungen mit 60 Quadratmetern und einer Wohnung mit 72 Quadratmetern. Die Wohnungen sind laut Kober barrierefrei, aber nicht rollstuhlgerecht. „Unsere Priorität ist guter, altersgerechter Wohnraum“, sagte Kulle. So wolle die Stadt erreichen, dass Bewohner im Alter nicht in ein anderes Quartier ziehen und ihre sozialen Bindungen zurücklassen müssten. Der Mietzins könnte bei etwa 6,50 bis 6,75 Euro pro Quadratmeter liegen.

Seit zwei Jahren im Programm „Soziale Stadt“

Im Vergleich zu anderen Wohnprojekten ist das geplante Haus im Waldtal ein kleines. „Aber wir brauchen auch die vielen kleinen Projekte, um genügend Wohnraum zu haben“, betonte Kulle. Dabei beplane die Stadt viele Bereiche in ganz Marburg.

Im Waldtal stehen aber nicht nur Wohnprojekte auf dem Plan. Beim runden Tisch stellte­ Jürgen Kaiser, ebenfalls vom Fachdienst Stadtplanung, vor, welche Investitionen im Zuge des Förderprogramms „Soziale­ Stadt“ im Stadtteil anstehen, wenn der Haushaltsentwurf des Oberbürgermeisters genehmigt wird. „Wir sind seit zwei Jahren in dem Programm“, sagte Kaiser. Bisher habe sich unter anderem wegen der Haushaltssperre 2016 „so gut wie nichts getan“. Das solle sich 2017 ändern: 250 000 Euro sind demnach für die Planungen des Nachbarschaftszentrums eingeplant sowie 83 000 Euro für den Spielwald und eine Neugestaltung am Ginseldorfer Weg.

Unter anderem im Haushalt stehen laut Kaiser auch 81 500 Euro für die „soziale Achse“. Das seien die zentralen Projekte, mit denen unter anderem Grünbereiche gestaltet werden – beginnend im Bereich Waidmannsweg / St. Martin-Straße. Zudem solle der Stellplatz für „Call a bike“ vergrößert und das Fußwegenetz im Bereich des Bolzplatzes punktuell verbessert werden.

Über das Programm „Soziale­ Stadt“ erwarte die Stadt laut Kaiser eine Förderung bis zu 57 Prozent. Derzeit prüfe die Stadt eine weitere Fördermöglichkeit für das Nachbarschaftszentrum, bei dem es Zuschüsse von 90 Prozent geben könnte. Möglicherweise könne der Antrag dann jedoch erst später als geplant gestellt werden. „Wenn die Förderung sich so erhöht, dann können wir auch ein Jahr länger auf das Zentrum warten“, fasste eine Besucherin des runden Tischs die Ausführungen pragmatisch zusammen.

von Patricia Grähling

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