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Neuer Standort für Feuerwache perfekt

Nachhaltige Nutzung Neuer Standort für Feuerwache perfekt

Auf dem Gelände, auf dem das Land Hessen ab 2015 bis zu 800 Flüchtlinge vorübergehend unterbrachte, soll wieder Leben einziehen: Landesfeuerwehrschule und Feuerwache Cappel sollen hier hin.

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Die ehemalige Erstaufnahmeeinrichtung in Cappel: In den Geländeteil im Hintergrund soll die Landesfeuerwehrschule einziehen, im Vordergrund ist der Neubau des Feuerwehrstützpunkts Cappel vorgesehen.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Entscheidung, so berichtete Bauamtsdirektor Jürgen Rausch am Mittwoch im Ortsbeirat Cappel, sei im Sommer bei einer Ortsbegehung gefallen. Danach wurde vereinbart, dass die Landesfeuerwehrschule das Gelände übernimmt und alle sechs dort bestehenden Gebäude in die künftige Nutzung einbringt. Die Stadt verkauft das Gelände, das früher als Hartplatz für die Fußballer des FSV Cappel genutzt wurde, an das Land.

Noch in diesem Jahr soll der Kaufvertrag unterschrieben werden, sagt Bürgermeister Wieland Stötzel. Wie genau die Pläne für die Landesfeuerwehrschule aussehen sollen, vermag noch keiner zu sagen: Die Beplanung ist Sache des Landes, sagte Rausch im Ortsbeirat. Der Stadt Marburg als zuständiger Bauaufsicht obliege aber die Baugenehmigung. Das eröffnet Möglichkeiten der Einflussnahme, insbesondere das Grünflächenkonzept könne und solle mit dem für den nördlichen Geländeteil abgestimmt werden, sagte Oliver Kutsch, der Leiter des Fachdienstes Hochbau.

Jahrelanges Tauziehen hat ein Ende

Auf dem Gelände befand sich früher ein Hartplatz, der von den Fußballern des FSV Cappel genutzt wurde. Mit dem starken Ansteigen der Flüchtlingszahlen im Frühjahr 2015 wurde hier eine Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eingerichtet. Bis zu 800 Menschen lebten hier zunächst in Zelten, später in den eilends errichteten Schlichtbauten, die die Stadt im Auftrag des Landes dort in aller Eile errichten ließ. Diese Bauten sollen nun für die Landesfeuerwehrschule mit genutzt werden, sagte Kutsch.

Auf dem nördlichen Drittel des Geländes soll die Feuerwache Cappel neu errichtet werden. Wie die Landesfeuerwehrschule, befindet auch sie sich derzeit einige hundert Meter weiter südlich an der Umgehungsstraße Richtung Steinmühle.
Weil sich das Gebäude, in dem Schule und Feuerwache untergebracht sind, in einem maroden Zustand befindet, gab es ein jahrelanges Tauziehen um die Zukunft beider Einrichtungen.

Nach der Grundsatzentscheidung des Landes, die Landesfeuerwehrschule in Marburg zu belassen, ging es jahrelang um die Frage eines geeigneten Standorts. Diese Frage ist nun gelöst. Die Feuerwache soll auf dem nördlichen Teil des Flüchtlingscamps in Richtung Gewerbegebiet „Im Rudert“ gebaut werden.

7 bis 8 Millionen Euro für 8 500 Quadratmeter

Auf etwa 8 500 Quadratmetern soll der neue Feuerwehrstützpunkt gebaut werden. Er soll die Feuerwache Cappel aufnehmen und ein Übungs- und Trainingsgelände für alle Marburger Feuerwehren. Sachgebietsleiter Frank Lenz, der die ersten Überlegungen der Bauverwaltung vorstellte, sagte, das Hauptproblem sei die räumliche Nähe der künftigen Feuerwache zu dem Kreuzungspunkt Umgehungsstraße/Im Rudert.

Möglicherweise müsse später einmal eine Notfallampel ähnlich wie an der Hauptfeuerwache am Erlenring dafür sorgen, dass die Einsatzfahrzeuge schnell auf die Umgehungsstraße einbiegen können. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf 7 bis 8 Millionen Euro. Möglicherweise wird der Bau in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt, um die Finanzierung auf mehrere Jahre strecken zu können.

Der Wehrausschuss hat die ersten Planungen jedenfalls „grundsätzlich positiv“ zur Kenntnis genommen, sagte Kutsch. Das Konzept des Bauamts sieht einen frei stehenden Carport für die größeren Fahrzeuge vor, außerdem ein Gebäude, in der Fahrzeughalle, Umkleideräume mit Duschen und Büro untergebracht werden sowie Räume, die für gesellige Veranstaltungen genutzt werden sollen.

Hinter diesem Multifunktionsgebäude soll sich nach den jetzigen Planungen in Richtung Litzingsweg ein Trainings- und Übungsgelände anschließen. Ein etwa 12 Meter hoher Führungsturm soll das sichtbare Wahrzeichen der Anlage werden.

Spatenstich für Kunstrasenplatz

Durch die Verlegung der Feuerwache nach Norden ist ein neues Parkkonzept für die Fahrzeuge der anrückenden Feuerwehrleute notwendig: Das Problem: Tagsüber kommen die meisten, da sie in der Innenstadt arbeiten, aus Richtung Norden – abends aber aus Richtung Süden. Für beide Varianten ist eine schnelle Zufahrt auf das Gelände des Stützpunkts und ein möglichst zügiges Parken erforderlich.

Gute Nachrichten gibt es derweil vom Sportplatz am Köppel. Der sollte nach der Belegung des Hartplatzes durch das Land in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden, als Ausgleich für die wegfallenden Trainingsmöglichkeiten an der Umgehungsstraße. Nach längerem Streit mit dem Land um die Finanzierung des Platzes kann nun der symbolische erste Spatenstich stattfinden. Das Gros der Bauarbeiten findet dann im Frühjahr 2018 statt.

Und nach den Sommerferien könnte der FSV Cappel, freute sich Ortsvorsteher Heinz Wahlers, dann nicht nur in der nächsthöheren Liga, der Kreisoberliga spielen – sportlichen Erfolg vorausgesetzt –, "sondern auch auf einem nagelneuen Kunstrasenplatz.“     

von Till Conrad

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