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Naherholungsgebiet ja, Grillplatz nein

Lichter Küppel Naherholungsgebiet ja, Grillplatz nein

Marode Wanderwege, herumliegende Bäume und fehlende Schutzhütte – den Zustand des Lichten Küppels bemängelt die Linken-Fraktion und fordert eine Aufräumaktion.

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Der Lichte Küppel als Naherholungsgebiet war Thema in zwei Ortsbeiräten.

Quelle: Thorsten Richter

Cappel. Dazu brachte die Fraktion einen entsprechenden Antrag im Ortsbeirat Cappel ein. Rund um den Lichten Küppel herrschten „zum Teil gefährliche Zustände – das Gelände ist schön, aber es verkommt“, begründete Tanja Bauder-Wöhr den Antrag. Das Thema sei 2014 bereits durch die Ortsbeiräte­ Cappel, Richtsberg, Schröck und Moischt aufgegriffen worden, zwei Gremien sowie die Stadtverordnetenversammlung­ hätten sich klar für den Erhalt des Naherholungsgebietes ausgesprochen. Dieser Zusage müsse nun endlich nachgekommen werden, „es muss etwas getan werden“, sagte Bauder-Wöhr.

Sie sprach sich dafür aus, das Gebiet grundlegend für Wanderer und Radler herzurichten und eine neue Schutzhütte zu bauen. Ebenfalls im Antrag enthalten war die Einrichtung einer neuen Grillstelle, nachdem der alte Grillplatz entfernt worden war. Dieser Punkt stieß im Gremium auf Ablehnung. Der Grund: Nicht nur für Wanderer und Naturfreunde ist der Lichte Küppel ein willkommener Treffpunkt. Regelmäßig versammelten sich in der Vergangenheit vor allem junge Leute aus den umliegenden Stadtteilen im Wald zu großen Grillfesten. Anscheinend gab es nicht selten Beschwerden wegen des lautstark feiernden Partyvolks.

„Grillstellen im Wald sind ein Problem“, befand Ortsvorsteher Heinz Wahlers (SPD). Zumindest wenn keine „intensive Kontrolle“ nach jeder Nutzung gewährleistet werden könne, wie im Falle des Lichten Küppels. Einen neuen Anziehungspunkt für eventuell ausufernde Grillpartys lehnten daher auch die Kollegen ab, sprachen sich dabei grundsätzlich für die Herrichtung des Geländes aus. „Wiederherstellung und Naherholung ja, aber ohne Grillstelle“, fasste Karin Schaffner (CDU) den Konsens der kurzen Diskussion zusammen. Lediglich die Vertreterin der Linken sprach sich für eine neue Grillstätte aus: „Es fehlt in Marburg an Grillstätten“, sagte Bauder-Wöhr. Mit sieben Jastimmen wurde der Antrag, abzüglich des Grill-Teils, angenommen.

Lichter Küppel auch Thema im Ortsbeirat Schröck

Auch im Ortsbeirat Schröck stand das Thema „Lichter Küppel“ auf der Tagesordnung. Gegenstand der Debatte war, ob die Grillhütte, die Hessen Forst als Eigentümer abgebaut hatte, wieder hergerichtet werden soll. Mit fünf gegen zwei Stimmen beschloss der Ortsbeirat um Ortsvorsteher Uwe Heuser, den Antrag der Marburger Linken nicht zu unterstützen. Argumentiert wurde unter anderem so: Sollte die Hütte wieder aufgebaut werden, müsse man mit einem starken Verkehrsaufkommen rechnen, da der Grillplatz mitten im Wald liege. Das, so waren sich die Ortsbeiratsmitglieder einig, ist nicht im Sinne der Naherholung.

Mittlerweile wurde zudem festgestellt, dass es am Lichten Küppel geschützte Tierarten gibt. So wurde eine ornithologische Begutachtung vorgenommen, berichtete Ortsbeirats-Mitglied Dr. Elisabeth
Reetz.

von Ina Tannert
und Ingrid Lang

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