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Moschee-Bau in Cappel rückt näher

Neubau Moschee-Bau in Cappel rückt näher

Die Ahmadiyya-Gemeinde in Marburg erwägt, den Grundstein für ihre geplante Moschee im Rudert in diesem Frühjahr zu ­legen.

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Hier soll die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde entstehen. Das Gelände in der Straße „Im Rudert“ ist gerodet, die Asbest-Entsorgung ist so gut wie abgeschlossen.

Quelle: Tobias Hirsch

Cappel. Vor fast genau einem Jahr, in der Schlussphase des Kommunalwahlkampfs 2016, schlugen in Cappel die Wogen hoch. Über die Pläne, eine Moschee hinter einem Betonwerk im Gewerbegebiet Cappel zu bauen, ist heftig diskutiert worden, nachdem die Bauvoranfrage der hiesigen Religionsgemeinschaft bekannt geworden war. Ein Stein des Anstoßes war weniger baurechtlicher Natur, also der Moschee-Bau an sich, sondern der Standort mit großer Nähe zum mittlerweile­ ­geschlossenen Flüchtlingscamp. Den Standort hatte insbesondere die CDU vor knapp einem Jahr bemängelt. Auch typische Bauelemente wie Minarett und Kuppel, als Erkennungszeichen einer Moschee, waren Gegenstand der Debatte. Dass die Ahmadiyya hier Kompromissbereitschaft zeigte, nützte wenig: In der Debatte warf vor allem die CDU Stadt und Religionsgemeinschaft vor, die Baupläne zu verschleiern.

Inzwischen hat das Bauamt der Stadt Marburg die Bauvoranfrage der Ahmadiyya positiv beschieden und einen Bauantrag für die Rodungs- und die Erdarbeiten auf dem Gelände im Rudert genehmigt, wie die städtische Sprecherin, Sabine Preisler, mitteilte.

Kamran Khan, der Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde in Marburg, sagte, die symbolische Grundsteinlegung für das Gotteshaus solle noch im Frühjahr erfolgen. Zur Grundsteinlegung erwartet die Marburger Ahmadiyya-Gemeinde das religiöse Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya Muslim Jammat, Khalif Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, und den Vorsitzenden der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland, Abdullah Uwe Wagishäuser.

Baubeginn soll im Herbst sein

Wie Mohammed Ilyas, der Vorsitzende der Marburger Ahmadiyya-Gemeinde erklärte, soll der eigentliche Baubeginn dann im Herbst sein – immer vorausgesetzt, den Bauantrag für das eigentliche Gebäude werde genehmigt. Im Ortsbeirat in Cappel war angeregt worden, dass die Gemeinde auf ein Minarett verzichte. Die ursprünglichen Pläne der Ahmadiyya-Gemeinde sehen einen etwa 20 mal 30 Meter großen Gebäudekomplex mit Hausmeisterwohnung, Minarett
und Kuppel vor. Bei dem Minarett handelt es sich nach den bisherigen Plänen um ein nicht begehbares Zierminarett, von dessen Zinne weder ein Muezzin rufen noch ein Lautsprecher erklingen soll.

Die Rodungs- und Erdarbeiten auf dem Gelände im Rudert  sind unterdessen fast abgeschlossen. Zusätzliche Kosten kommen möglicherweise­ auf die Ahmadiyya-Gemeinde­ zu, weil auf dem Gelände ­Asbestplatten gefunden worden sind. Sie lagern möglicherweise schon seit mehr als 20 Jahren auf dem seit Jahrzehnten unbebauten Grundstück. Die Polizei ermittelt wegen des Anfangsverdachts auf illegale Entsorgung gegen unbekannt, teilte Sprecher Martin Ahlich mit.

Konkrete Hinweise ergab aber auch ein Vorort-Termin des Umweltkommissariats des Polizeipräsidiums in Gießen nichts. Der Grundstückseigentümer (also die Ahmadiyya-Gemeinde)­  habe sich aber bereit erklärt, die illegal gelagerten Platten ordnungsgemäß zu entsorgen, sagte Ahlich. Bis Anfang dieser ­Woche sollte die Entsorgung abgeschlossen sein.

Die Ahmadiyya hatten in den vergangenen Wochen vor allem in Cappel Infostände vorgesehen, um über die Planungen zu informieren, sagte Mubarik Sabir­, Beauftragter der Marburger Ahmadiyya-Gemeinde für interreligiösen Dialog.
Bisher trifft sich die Marburger Ahmadiyya-Gemeinde in Räumlichkeiten in der Uferstraße/Deutschhausstraße. Das sei inzwischen viel zu klein, sagte Ilyas. Für den Bau der Moschee in Cappel veranschlagt die ­Gemeinde aber etwa drei Jahre.

von Till Conrad

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