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Marburg bleibt ohne Windräder

Görzhäuser Hof Marburg bleibt ohne Windräder

Auf absehbare Zeit wird auf dem Boden der Stadt Marburg nach jetzigem Stand der Dinge keine Windkraftanlage gebaut.

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Windkraftanlagen im osthessischen Istha. In Marburg ist der Bau solcher Anlagen vom Tisch.

Quelle: Uwe Zucchi

Marburg. Nachdem sich die beiden potenziellen Investoren am Standort Görzhäuser Hof, die heimische Krug Energie und die Firma UKA Meißen, gegen den Bau von Windrädern auf der Vorrangfläche entschieden haben, steht inzwischen fest, dass hier so schnell nicht gebaut wird. Ein Geschäftsmann, dem kleinere Teile des Geländes gehören, sagte auf Anfrage der OP, er werde seine Grundstücke nicht für Windkraftprojekte zum Verkauf oder zur Pacht anbieten.

Auch die Firma Pharmaserv hatte im November erklärt, „Der von uns selbst gesetzte Rahmen, ein Windkraftprojekt auf unseren Eigentumsflächen nur mit Zustimmung der Standortunternehmen und nicht gegen den erklärten Willen der Bevölkerung voranzutreiben, wird für uns bis auf Weiteres handlungsleitend sein.“ Der Vorsitzende der „Bürgerinitiative Windkraft Görzhausen“, Thomas Riedel, hatte den dauerhaften Bebauungsverzicht durch den Flächeninhaber als letzten Schritt bezeichnet, um das Risiko von Windkraftanlagen bei Michelbach auszuschließen.

Die Firma Krug Energie aus Münchhausen hatte im November zuvor bekanntgegeben, die bisherigen Pläne zur Errichtung von bis zu vier Riesenwindrädern mit einer Höhe von bis zu 240 Metern nicht weiter zu verfolgen. Als Grund gab sie unter anderem die mangelnde Akzeptanz der Bevölkerung an. Die sächsische Firma UKA hatte wenige Tage später erklärt, sie verfolge ihre Pläne derzeit nicht aktiv weiter, auf gepachteten Flächen eine Windkraftanlage zu errichten.

"Bürgerinitiative Windkraft Görzhausen" bleibt bestehen

Zunächst war sie nach OP-Recherchen an den privaten Flächeneigner herangetreten. Auch die Stadtwerke Marburg haben derzeit an der Errichtung von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Marburg kein Interesse. Der kaufmännische Geschäftsführer Norbert Schüren sagte dies auf Anfrage der OP, schloss zwar nicht grundsätzlich aus, sich an ähnlichen Projekten im Kreis zu beteiligen. Im Moment gebe es aber auch hierfür keine konkreten Pläne.

Die Stadtwerke hatten am Standort Lichter Küppel auf den Lahnbergen Windkraftanlagen errichten wollen. Diese Pläne waren aber vor drei Jahren gescheitert. Zuletzt wurde von Investoren die Wirtschaftlichkeit von Windkraftprojekten aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen grundsätzlich infrage gestellt.

Damit ist der Bau von Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Marburg zumindest mittelfristig vom Tisch, auch wenn die Vorranggebiete Görzhäuser Hof, Bürgelner Gleiche und Lichter Küppel weiter im Teilregionalplan Energie stehen. Die „Bürgerinitiative Windkraft Görzhausen“, die den Widerstand gegen die geplanten Windkraftanlagen bei Michelbach organisiert hatte, bleibt aber dennoch bestehen.

Das erklärte Vorsitzender Riedel gegenüber der OP. Zum einen wolle man wachsam bleiben gegen weitere Versuche, gegen den Willen der Bevölkerung Windkrafträder in Marburg zu errichten, sagte Riedel. Zum anderen wollen sich die BI-Mitglieder weiter inhaltlich mit umweltfreundlichen Alternativen zur Windkraft beschäftigen, wie beispielsweise der Geothermie.

von Till Conrad

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