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Letzte Ruhe unter einer Wiese

Neue Bestattungsform Letzte Ruhe unter einer Wiese

„Zum ersten Mal in Marburg soll es Wiesengräber geben“, erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) in Cyriaxweimar. Da dafür keine Dauerbepflanzung vorgesehen ist, seien sie pflegeleicht.

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Ein Wiesengräberfeld ist in Cyriaxweimar bereits abgesteckt. Die Bestattungsmöglichkeiten stellten vor: Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Dritter von rechts), Ortsvorsteher Heinrich Löwer (Zweiter von links) und Ortsbeiratsmitglied Bernd Weimer (rechts), Fachdienstleitung Marion Kühn (Dritte von links) und Mitarbeiterin Julia Kempf (links) sowie Küsterin Hildegard Germann.

Quelle: Freya Altmüller

Cyriaxweimar. Nur eine Liegeplatte mit Gravur bedeckt diese Art von Grab. Der Bürgermeister stellte die neue Bestattungsmöglichkeit in Cyriaxweimar vor, gemeinsam mit dem Ortsbeirat sowie dem zuständigen Fachdienst der Stadt.   

Das alte Friedhofsgelände neben der Grundschule, das sich der Stadtteil früher mit Haddamshausen teilte, war im vergangenen Jahr umgestaltet worden. Auf der Fläche, die nur als Wiese unterhalten worden war, wurde ein neuer Weg angelegt, eine Wasserzapfstelle errichtet sowie Sitzplätze und Blumenbänke geschaffen.

Für zwei verschiedene naturnahe Bestattungsarten wird das Gelände derzeit schon genutzt. Zum einen können bis zu zwei Urnen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt werden. Zum anderen ist eine anonyme Urnenbestattung möglich, bei der keine Kennzeichnung vorgenommen wird. „Ein anonymes Grabfeld für Urnen gab es im Stadtgebiet bisher nur auf dem Hauptfriedhof“, sagte Kahle. Bevor die neuen Wiesengräber genutzt werden könnten, bedürfe es noch einer Änderung der Friedhofssatzung und -gebührenordnung, erklärt ­Julia Kempf von der Friedhofsleitung. Erstmalig soll dann auch eine anonyme Sargbestattung möglich sein.

Moderne Wünsche der Bürger

Die neuen Grabarten entsprächen den modernen Wünschen der Bürger, sagte Ortsvorsteher Heinrich Löwer. Zudem sei es eine Frage der Zeit gewesen, bis der Friedhof in Cyriaxweimar überfüllt gewesen wäre.
Eine Bepflanzung ist bei keiner der vier Grabarten auf dem neuen Gelände vorgesehen, Blumenschmuck kann auf den dafür vorgesehenen Bänken abgelegt werden. Ein Wiesengrab kann für bis zu einen Sarg und zwei Urnen genutzt werden. Sie können reserviert werden, sobald die Satzung sie genehmigt hat.

Auch Bäume zur Urnenbaumbestattung können reserviert werden. Die anonymen Gräber hingegen werden erst im Bestattungsfall vergeben und können nach einer Nutzungszeit von 20 (Urne) beziehungsweise 25 (Sarg) Jahren nicht verlängert werden.

Die Gräber können von Bewohnern des Stadtgebietes genutzt werden. „Wenn Auswärtige einen guten Grund vorbringen, warum sie sich hier bestatten lassen wollen, wird das in der Regel genehmigt“, sagte Bürgermeister Kahle.

von Freya Altmüller

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