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Anwohner klagen über Straßenstrich

Lahnterrassen Anwohner klagen über Straßenstrich

Das alles beherrschende Thema in der Sitzung des Ortsbeirates Weidenhausen am Donnerstag war die Situation an den Lahnterrassen. Fast alle Anwesenden äußerten sich unzufrieden über die vorige Sitzung Ende September, zu der Vertreter der Polizei und der Ordnungspolizei eingeladen waren, um ihr Bild über die Kriminalität rund um die Erlenring-Mensa zu berichten.

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Wenn es nach den Anwohnern geht, sollen die Lahnterrassen mehr Licht bekommen.

Quelle: Thorsten Richter

Weidenhausen. Diese hatten dem Eindruck widersprochen, dass es dort einen Schwerpunkt für Kriminalität gebe. Zudem hätten die Behörden dort alles im Griff, es handele sich bei den Ängsten einiger Bürger um eine subjektive Wahrnehmung. Dieser Darstellung widersprachen anwesende Bürger und sprachen von einem „Angstraum“, durch den sich insbesondere Frauen nachts nicht mehr trauen würden.

Andere sprachen von einem Kriminalitätsschwerpunkt, in dem es zu Drogendelikten wie Konsum und Handel käme, aber auch zu Eigentumsdelikten wie Diebstahl sowie Körperverletzungen und Bedrohungen.Dazu soll sich am gegenüberliegenden Lahnufer, nach Aussagen einiger Anwesenden, zwischen Hängebrücke und Lahnwiesen ein Straßenstrich etabliert haben. Auf Nachfrage der OP konnte Polizeisprecher Martin Ahlich dieses Gerücht nicht bestätigen. Bei sämtlichen zuständigen Polizisten sei dazu nichts bekannt. Auch Bürgermeister Wieland Stötzel sagte gegenüber der OP: „Dem Ordnungsamt Marburg ist nichts von einem Straßenstrich im Gebiet der Lahnterrassen bekannt.“ Die Berichte der Behörden hielten viele der Sitzungsteilnehmer für ein Herunterspielen der tatsächlichen Verhältnisse. Es gab aber auch Gegenstimmen, die sich in dem Bereich nicht unsicher fühlten.

Anwohner befürworten mehr Licht

Um dem auf den Grund zu gehen kündigte der Ortsbeirat an, dass an der Philipps-Universität Marburg eine soziopsychologische Studie als Masterarbeit angefertigt werde, um zu erfassen, welche Personengruppen sich an den Lahntreppen aufhalten und ob und welche strafbaren Handlungen dort begangen werden. Die Studie wurde insgesamt positiv aufgenommen, jedoch kritisierten einige Anwesende, dass diese ein halbes Jahr in Anspruch nehmen würde und es an der Zeit sei, endlich gegenzusteuern.

Dabei standen unterschiedliche Maßnahmen im Raum wie den Ausbau von Beleuchtung an den Lahnterrassen, der Einrichtung von Videoüberwachung oder zusätzliches Personal für die Ordnungspolizei. Ein Verbot des Verkaufs von Alkohol in dem Bereich wurde zwar begrüßt, sei aber kaum umsetzbar. Es gebe neben den Supermärkten auch Spätkioske in der Gegend, die sich ohne gesetzliche Grundlage nur freiwillig zu einem Verkaufsstopp verpflichten könnten. Vertreter verschiedener sozialer Einrichtungen im Stadtviertel hatten sich gegen einen vorschnellen Aktionismus ausgesprochen und darauf verwiesen, dass Marburg über ein Netzwerk von Sozialarbeitern verfüge. Man solle besser die vorhandenen Kräfte bündeln.

Die meisten Anwesenden sprachen sich für den Ausbau der Beleuchtung zur Bekämpfung des „Angstraums“ aus. Zudem forderten sie die Ordnungsbehörden zur Offenlegung ihrer Kriminalstatistiken auf, um die Situation an den Lahntreppen selbst beurteilen zu können.

von Michael Noll

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