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Internet-Star stützt Inklusionsgedanken

Best Buddies Internet-Star stützt Inklusionsgedanken

Ein Internet-Star setzt sich für ein Marburger Sozialprojekt ein: Lukas Rieger ist Botschafter für „Best Buddies“ und will damit Inklusion fördern – weil er in seiner Familie mit dem Thema Behinderung konfrontiert ist.

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Der Youtuber Lukas Rieger (rechts) posierte beim Youtuber-Treffen „VideoDays“ in Köln mit einem Fan für ein Selfie.

Quelle: Maja Hitij

Ockershausen. Die Diagnose lautet auf Mikrozephalie. Es ist eine Krankheit, eine Entwicklungsstörung, an der eine Fehlentwicklung des Gehirns schuld ist, die auch eine körperliche Behinderung nach sich zieht. Bei 1,6 von 1 000 Geburten tritt diese Fehlentwicklung auf – und Lukas Riegers Schwester Marie ist eines dieser Kinder.

Das machte der Musiker und Social-Media-Star, dem auf Facebook 325 000 Menschen folgen, kürzlich in einem Buch öffentlich. Lange ging die Familie davon aus, dass Marie ein „Spätzünder ist – aber irgendwie kam da nichts“. Das Mädchen sei nicht gekrabbelt, nicht gelaufen. Nach Monaten des Rätselratens fanden Ärzte die Ursache: Das Kleinhirn war nach einer Routine-Schutzimpfung, die den viralen Infekt auslöste, nicht weitergewachsen. Seitdem ist das Thema Behinderung täglich präsent im Leben von Lukas Rieger – und Antrieb, sich für die Rechte von Behinderten, für Teilhabe einzusetzen.

„Es gibt Hunderte Kinder in Deutschland mit einer Behinderung, die durch ihre etwas andere Art keinen Anschluss finden. Wir können zusammen helfen und den Menschen in Deutschland zeigen, dass die Mimik eines beeinträchtigten Menschen oder die Art, wie er spricht, nichts Abstoßendes ist und auch diese Kids einen besten Freund brauchen“, sagt Lukas Rieger.  

Auch Menschen mit Behinderung sollten „die Chance bekommen, einen besten Freund zu haben.“ Und genau unter diesem Motto läuft die aus den USA stammende Inklusionsidee „Best Buddies“, die von Tim Thielicke, Geschäftsführer des Ockershäuser Vereins „Spectrum“, in Deutschland aufgebaut wurde.

„Es geht um gelebte Inklusion, eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Menschen mit und ohne geistige Behinderung“, sagt er. Mit geringem Aufwand könne jeder etwas Gutes tun, das Programm sei für geistig Behinderte „ein Türöffner in die Welt der Nichtbehinderten“.

Und so organisieren und betreuen Thielicke und sein Team mehrere Freundschaftspaare, die gemeinsam regelmäßig Alltagsaktivitäten nachgehen: Kochen, Kino, Kaffeetrinken.

  • Ein Benefizkonzert für „Best Buddies“ gibt es am Samstag ab 19.30 Uhr in der Freien Waldorfschule Ockershausen (Tickets an der Abendkasse: 15 Euro). Dort spielen die Pianisten Andreas Hering und Lukas Rommelspacher Mozarts Sonate für zwei Klaviere, Dvoráks Slawische Tänze und Brahms‘ Ungarische Tänze.

von Björn Wisker

Hintergrund
„Best Buddies“ wurde 1989 in den USA gegründet und gibt es in 54 Ländern. Die mehr als 1 500 Ortsgruppen (in der Regel zehn Kumpel-Tandems pro Ort) arbeiten selbstständig. Das in Marburg koordinierte Programm, in dem Freundschaften zwischen Marburger Nicht-Behinderten und Behinderten vermittelt werden, dehnt sich von der Universitätsstadt auf ganz Deutschland aus.
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