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Klassenzimmer wird zum Aufnahmestudio

Grundschule Michelbach Klassenzimmer wird zum Aufnahmestudio

Welch aufregender Tag für die Schüler. Nicht nur ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks (HR) kam in die Grundschule Michelbach, zugleich war auch noch der Schulzahnarzt gekommen.

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HR-Redakteurin Heidi Hehrlein hält die Filmklappe vor Samuel (links) und Lias. Auf dem angehängten Zettel stand das Lösungswort, das die Kandidaten später anhand der Umschreibungen der Kinder erraten sollen. Im Foto wurde es unkenntlich gemacht.

Quelle: Manfred Schubert

Michelbach. Der musste darüber unterrichtet werden, dass bei 18 Erstklässlern die nach der Untersuchung übliche Fluoridlackierung nicht vorgenommen werden durfte, denn sonst hätten sie bei den Filmaufnahmen gelbliche Zähne gehabt.

Das wäre nicht so schön gewesen, denn ab September werden die 18 Kinder deutschlandweit bei der Ausstrahlung der nächsten Staffel des „Hessenquiz“, der Ratesendung im HR-Fernsehen, auf den Fernsehbildschirmen zu sehen sein.

Dabei haben sie, ebenso wie Kinder aus neun weiteren hessischen Grundschulen, eine wichtige Aufgabe. Sie unterstützen Moderator Jörg Bombach, der in drei Spielrunden Fragen aus den Bereichen „Macht und Macher“, „Vergissmeinnicht“, „Klatsch und Leute“ sowie „Stadt/Land/Fluss“ stellt.

Sechs der Michelbacher Schüler erklärten zum Beispiel, jeweils zu zweit am Schultisch vor der Tafel sitzend, für die Quizrubrik „Wo bin ich?“ einen Ort, ohne diesen zu nennen. Da sie den gesuchten Ort recht gut kannten, glänzten die Kinder zum Teil mit erstaunlichem Detailwissen darüber und hatten sichtlich Spaß daran, ihre Kenntnisse weiterzugeben. Die HR-Redakteurinnen Heidi Hehrlein und Leonie Trebing mussten in der Besprechung gar nicht so viel vorgeben und konnten manches von den Schülern lernen. Auch während der Aufnahmen mussten sie gar nicht so viel nachfragen.

Die anderen Sechsergruppen hatten es etwas schwerer. Sie mussten eine bekannte hessische Person sowie ein Ding, das man oft in Hessen antrifft, umschreiben. Aber auch das gelang ihnen recht gut und unterhaltsam.

Zum Teil bewerben sich Grundschulen selbst beim HR, in Michelbach hatte die Redaktion angefragt. „Man sieht sehr unterschiedliche Schulen, hier in Michelbach fühlt man sich gleich sehr wohl“, fand Trebing. Drehgenehmigungen für die Kinder zu erhalten, sei etwas kompliziert, berichtete sie. Außer dass die Schule, die Eltern und die Kinder einverstanden sein müssen, müsse auch der jeweilige Haus- oder Kinderarzt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen und das Jugendamt des Regierungspräsidiums Darmstadt für jedes Kind sein Einverständnis erklären. „Es gibt manchmal Kinder, die in der Werbung und beim Theater arbeiten, das darf nicht zu viel werden“, erläuterte sie den Hintergrund.

Einige Kinder würden sich ganz besonders vorbereiten. Einmal habe ein Junge sich die Haare gegelt, wie eine ganze Parfümerie geduftet und sich, da er noch nicht schreiben konnte, aufgemalt, was es alles in dem gesuchten Ort gebe, erzählte Trebing lachend.

Eine Bereicherung für den Schulalltag

Britta Weber, Klassenlehrerin­ der 1a, berichtete, dass der Großteil der 28 Erstklässler mitmachen wollte. Zum Teil wurden die Unterlagen, wie die ärztliche Bescheinigung, nicht vollständig eingereicht, sodass einige von vornherein ausschieden, aus den Übrigen wurden 18 ausgewählt. „Für diejenigen, die nicht an den Dreharbeiten teilnehmen, veranstaltet Katrin Beyer, Klassenlehrerin der 1b, in der Bibliothek ein Ratespiel à la ,Dingsda‘ und nimmt es per Video auf“, sagte Weber, die fand, dass die Aufnahmen eine Bereicherung für den Schulalltag seien.

Wer sich in und mit Hessen gut auskennt, als Kandidat an der Ratesendung teilnehmen und eventuell eine Reise oder anderes gewinnen möchte, kann sich auf der „Hessenquiz“-Internetseite bewerben, auch mit einem selbst gedrehten Video.

Vier Kandidaten treten dabei gegeneinander an. Sie sollten fit in hessischen Dialekten sein und sich beim Hessen-„Tatort“ auskennen. Für schwere Fragen gibt es einen Publikumsjoker. Außerdem können die Kandidaten einen Risikojoker ziehen, mit dem sie die gestellte Aufgabe für sich allein reservieren. Nach jeder Runde scheidet ein Kandidat aus, der Sieger steht nach drei Durchgängen fest.

von Manfred Schubert

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