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Grünes Idyll der Persönlichkeiten

Marburgs schönste Gärten Grünes Idyll der Persönlichkeiten

Dass ein großzügiges Grundstück am Hang den Erfindergeist einer ganzen Familie wecken kann, beweist der Garten der Familie Möller im Waldtal.

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Ihren Terrassengarten genießen Maria Fernandez (links), Brigitte Werner und Wolfram Möller.

Quelle: Ina Tannert

Waldtal. Vielfalt herrscht vor im Mischgarten der Familie Möller im Waldtal, zu der auch die Familien Werner und Fernandez gehören. Man weiß gar nicht so genau, in welchem Gartenteil man sich zuerst umschauen möchte. Auf 800 Quadratmetern erstreckt sich ein reich bepflanzter Wildgarten, der allerorts mit einer neuen Persönlichkeit besticht.

Reich bepflanzt ist schon der Vorgarten, in dem allerlei Blumenbeete den Blick der Passanten einfangen. Rosenranken klettern dort neben Stauden, Astern, Mohn oder Sonnenhut in Richtung Balkon. „Wir haben viele Rosen, die blühen einfach wunderschön“, schwärmt Brigitte Werner. Eine kleine Liege­wiese mit Schaukel lädt dort zum Verweilen ein.

Der Weg hinter das Haus bietet ebenfalls versteckte Schönheiten unter einem üppigen Goldregen. Der eindrucksvolle Baum blüht gelb-golden im Mai, „das sieht immer fantastisch aus“, erzählt Wolfram Möller.

Der hintere Teil des Gartens sticht sofort ins Auge. Der liegt an einem steilen Hang und besteht aus mehreren, liebevoll gestalteten Ebenen. Über den halben Garten verläuft ein Steg vom ersten Stock des Hauses, der ins Herz der Terrassenanlage führt. Weiter hinauf geht es an Mohnblumen vorbei über kleine grüne Serpentinen und Treppen aus Sandstein. Bei Regen ist es gar nicht so einfach, die Spitze zu erklimmen. Doch der Panoramablick auf das grüne Idyll belohnt den Aufstieg. Der Blick geht nach Westen. Hier haben sie schon atemberaubende Sonnenuntergänge genießen können, erzählt die Familie.

Jede einzelne Terrasse haben die Gartenfans mit kleinen, persönlichen Eigenheiten ausgestattet. Allerorts finden sich gemütliche Sitzbereiche unter den Baumkronen. Dabei sticht ein liebevoll gestalteter Ruhebereich ganz besonders hervor: der „Elisabethplatz“ von Maria Fernandez. Das kleine Garten­stück mit befestigter Sitzecke hat sie in mühevoller Arbeit direkt in den Hang eingebettet und mit indischem Sandstein verkleidet, der auch um die Elisabethkirche herum verlegt wurde. Daher der Name ihrer eigenen „bunten Oase“. Den Gartenteil darüber nennen die Verwandten neckisch „Marias Ruh“.

Wieder nach unten führt der Weg vorbei an kleinen Beeten voller Glockenblumen und Steinwurz, dekorativ mit Sandstein eingefasst. Überall versteckt lugen kleine Tierfiguren aus Holz und Metall hervor und sorgen für Farbtupfer im Grün.

„Man hält sich gerne hier auf, es macht uns einfach Spaß“

Der ebenerdige Bereich wird von einem kleinen Gartenteich beherrscht. Unter Teichrosen tummeln sich Goldfische im Wasser. Sein eigenes „kleines Biotop“ pflegt Wolfram Möller mit Begeisterung. Jeder hat seinen Platz und eigene Gestaltungsmöglichkeiten im Familiengarten. „Man hält sich gerne hier auf, es macht uns einfach Spaß“, schwärmt Wolfram Möller. Er wuchs in der Natur auf dem Land auf, „ich bin das Grüne gewohnt und will es nicht missen“, erzählt er.

Das gab auch den Ausschlag für den Hauskauf in er Stadt.

Das grüne Idyll übernahm die Familie von den Vorbesitzern Mitte der 1990er Jahre. Das bereits vorhandene Angebot begeisterte die Gartenfans. Rund um das Haus und einen späteren Anbau gestaltet die ­Familie seitdem ihr eigenes Paradies. Das ist vor allem etwas fürs Auge und für die Seele, doch ein kleiner Streifen am Rande dient auch als Nutzgarten.

Hier liegt das Reich von Brigitte Werner und Maria Fernandez, die sich einen Gemüsegarten anlegten. Dort ziehen sie Broccoli, Zucchini, Salat oder Tomaten. Dazwischen finden sich Kräuterbeete mit Bärlauch und Rucola, „der wächst hier wie wild“, freut sich Brigitte Werner.

Ein Stück weiter findet sich eines der wenigen gemähten Wiesenstücke in Hausnähe. Darum herum wachsen wilde Blumen in allen Farben. Allzu akkurat geht die Familie mit Absicht nicht vor in ihrem Garten. „Wilde Pflanzen lassen wir für die Bienen stehen. Alles hier hat einen gezähmten Wildcharakter, den wollen wir erhalten“, erklärt Maria Fernandez.

Das mache den Garten auch das ganze Jahr über zu einem Hingucker, „irgendetwas blüht immer bei uns“. Die Freude über ihre grüne Oase am Waldrand ist ihnen anzumerken. Denn die ist wie die Familie selber – abwechslungsreich und mit ganz verschiedenen Persönlichkeiten: „Der Garten sieht nie gleich aus, wir genießen die Abwechslung, es ist unser Naherholungsgebiet“, sind sich ­alle einig.

  • Sind auch Sie Hobbygärtner und haben eine eigene grüne Oase in der Stadt oder kennen Sie jemanden mit einem tollen Garten? Dann melden Sie sich per Mail unter marburg@op-marburg.de oder telefonisch unter 0 64 21 / 409-376.

von Ina Tannert

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