Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Nachwuchswerbung hat Priorität

Feuerwehr Marbach Nachwuchswerbung hat Priorität

Auf ein abwechslungsreiches Einsatzjahr und grenzwertige Zahlen bei den Aktiven blickten der Marbacher Feuerwehrverein und die Wehrführung während der gemeinsamen Jahreshauptversammlung zurück.

Voriger Artikel
Starkes Geschlecht zeigt nackte Haut
Nächster Artikel
Moschee-Bau in Cappel rückt näher

Mehrere Ehrenbriefe, Anerkennungs- und Beförderungsbescheide überreichten Wehrführer Uwe Rumpf (links) und Andreas Brauer von der Marburger Feuerwehrleitung (rechts) an die Ehrengäste des Abends.

Quelle: Ina Tannert

Marbach. Nur knapp liegt die Einsatzabteilung derzeit an der minimalen Sollstärke der Truppe. Um den befürchteten Grenzgang zu verhindern, denkt die Wehr langfristig und plant eine baldige Nachwuchskampagne.

„Wir müssen etwas tun, wir brauchen Nachwuchs“, brachte es Wehrführer und Erster Vorsitzender Uwe Rumpf zu Beginn der Versammlung auf den Punkt. Sorge bereitet der Wehr die geschrumpfte Jugendabteilung. Die besteht derzeit nur noch aus zwei Mitgliedern und drei Anwärtern, zu wenig für eine Staffelstärke oder für Übungen. Demnächst dürften aus der Jugendtruppe zwei Kräfte in die Einsatzabteilung wechseln. Weiterer Nachwuchs ist altersbedingt jedoch erstmals nicht aus dieser Richtung zu erwarten. Die Wehrführung hofft daher auf Quereinsteiger, die in den kommenden Jahren die Aktiven unterstützen könnten.

Die Einsatzabteilung besteht derzeit aus 31 aktiven Kräften, ausreichend für den Dienst. Der Feuerwehrbedarfsplan sieht eine Mindeststärke von 30 vor. Noch sehe man keine akuten Probleme bei der Bewältigung der Aufgaben, „noch sind wir nicht am Ende, aber wir müssen langfristig denken und planen“, betonte Rumpf.

In den kommenden Monaten will die Truppe verstärkt auf Nachwuchswerbung setzen und verschiedene Aktionen starten, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Wehr will nicht nur auf die Grundschule zugehen, sondern auch die Bewohnerschaft in einer Bürgerversammlung über die aktuelle Lage informieren, teilte der Vereinschef mit.

Allerhand zu tun gab es für die aktiven Brandschützer in den vergangenen Monaten. Seit März vergangenen Jahres rückte die Truppe 23 Mal aus. Davon galt es, 15 Mal Feueralarme zu überprüfen oder Brände zu bekämpfen, darunter einen Containerbrand am Höhenweg. Sieben Mal verrichtete die Wehr Hilfeleistungen.

Lob für ein „anhaltendes Engagement“ gab es von Andreas Brauer von der Marburger Feuerwehrleitung: „Schön, dass das hier funktioniert in den Stadtteilen“, betonte Brauer. Er sprach die prekäre Haushaltslage der Stadt an, unter der auch die Feuerwehren zu leiden hätten. Diese müssen sich derzeit finanziell und materiell auf ein Minimum beschränken. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) bestätigte, dass die gesunkene Unterstützung der Wehren bereits spürbar sei, betonte dabei das Thema Sicherheit. Sicherheitsrelevante Ausgaben wolle und werde die Verwaltung nicht kürzen, versprach der OB. Brauer hofft, das sich der städtische Sparkurs nicht auf das generell hohe Niveau der Marburger Feuerwehr auswirkt, „wir müssen eine gute Grundlage schaffen, um den Standort und unser hohes Niveau zu halten“.

Michael Schernbeck zählt seit 50 Jahren zum Verein

Im Verlauf der Versammlung besetzte die Feuerwehr zwei Ämter neu. Zum neuen Kassierer des Vereins wurde Jürgen Kimmel gewählt. Er tritt in die Fußstapfen des langjährigen Vorstandsmitglieds Manfred Merte, der im vergangenen Jahr starb. Auch die Wehrführung erhielt mit Arne Hofmann als neuem zweiten stellvertretenden Wehrführer Zuwachs.

Über Lob aus den Reihen von Verein und Einsatzabteilung konnten sich mehrere Ehrengäste freuen. Für 40-jährige Mitgliedschaft bei den Aktiven wurde Cornelia Erxleben geehrt, Steffen Rausch für 25 Jahre. Daneben standen einige Beförderungen an: Jannis Kimmel wurde offiziell zum Feuerwehrmann befördert. Manja Splissgart und Eckhard Eucker stiegen zu Oberlöschmeistern auf.

Von Vereinsseite wurden Wolfgang Benzig, Heinz-Jürgen Nuhn und Wilfried Wüst für 40-jährige Mitgliedschaft sowie Michael Schernbeck für 50 Jahre im Verein geehrt.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr