Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Ein anspruchsvolles Hobby“

Verein für Briefmarkenkunde „Ein anspruchsvolles Hobby“

In diesem Jahr feiert der Verein für Briefmarkenkunde Marburg/Lahn 1892 sein 125-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum wurde von den Mitgliedern und Gästen mit einem Festakt begangen.

Voriger Artikel
550 Teilnehmer bei Herbstkonferenz
Nächster Artikel
Autos als Fernsehstars

Regelmäßig präsentiert der Marburger Verein für Briefmarkenkunde seine katalogisierten Schätze. Unter anderem sind historische Motive aus der Geschichte eine beliebte Sammlerkategorie.

Quelle: Ina Tannert

Ockershausen. Neben Vertretern der überregionalen Philatelisten-Verbände sind dazu auch ehemalige und passive Mitglieder angereist. „Es lohnt sich schon allein, um in Jugenderinnerungen zu schwelgen und die Leute wieder zu treffen“, erzählte ein ehemaliger Marburger, der mittlerweile in Heidelberg lebt. Der Erste Vorsitzende, Fred K. Brückner, führte sehr humorvoll durch den Abend. Zu den Höhepunkten des Festes gehörte eine Tombola, bei der es unter anderem verschiedene Briefmarkenserien, Zubehör, wie Lupen und Pinzetten sowie Modelleisenbahnen zu gewinnen gab.

Zu den Gratulanten gehörte Professor Erhard Mörschel vom Verband der Philatelisten-Vereine, Hessen, Rhein-Main-Nahe, der die Geschichte des Vereins resümierte: Der Verein habe zwei Weltkriege und die Gleichschaltungsversuche der Nationalsozialisten überstanden und sei nach dem Krieg wieder neu belebt worden. Dies wäre wegen der verschiedenen Marken in den unterschiedlichen Besatzungszonen und danach in der BRD und DDR eine interessante­ Zeit für Briefmarkensammler gewesen. Er bezeichnete die Vereine als Serviceunternehmen für Sammler, die vor allem beim Aufbau einer Sammlung beraten könnten. Die Vereine seien aber nicht nur Grundlage für fachliches Können, sondern auch für soziales Engagement.

Dies bestätigte auch Markus Holzmann von den Jungen Briefmarkenfreunden Hessen: „Ich habe bei meinen Recherchen keine Zeit gefunden, in der nicht ein Mitglied aus ihrem Verein auf Bundes- oder Landesebene aktiv war“, berichtete­ er.
Karin Szeder vom Kreisausschuss erzählte, auch sie habe, wie beinahe alle in ihrer Jugend, Briefmarken gesammelt. „Die Briefmarken sind bunt und schön, zeigen Tiere, Landschaften und ferne Länder“, schwärmte sie. Doch im Unterschied dazu würden sich die Mitglieder des Vereins mit der Briefmarkenkunde beschäftigen. „Sie sammeln, tauschen, archivieren, und haben vor allem das Wissen darüber. Das ist ein anspruchsvolles Hobby“, bekräftigte Szeder.

Zeugnisse aus der Postgeschichte des Kreises

Vor allem der langjährige Vorsitzende, Wilfried Maar, war entscheidend daran beteiligt, dieses Wissen den Mitgliedern zugänglich zu machen. Er hat dazu beigetragen, die seit den ersten Nachkriegsjahren bestehende Bücherei und die Heimatsammlung zu erweitern und zur Nutzung verfügbar zu machen, die jetzt von den Beiratsmitgliedern, Dr. Klaus Störiko und Stefan Siebecker, betreut werden.

In der Bücherei sind derzeit etwa 600 im Bibliothekskatalog erfasste Bücher und Broschüren vorhanden. Die Heimatsammlung enthält unter anderem Zeugnisse der Postgeschichte des Landkreises Marburg-Biedenkopf sowie eine Motivsammlung „Heilige Elisabeth“ und postalische Belege aus den Partnerstädten Marburgs. In den Vereinsnachrichten werden neben Berichten zu aktuellen Aktivitäten unter anderem auch interessante Einzelstücke aus dieser Heimatsammlung vorgestellt.

Entgegen der allgemeinen Vorurteile ist die Briefmarkenkunde aber auch ein sehr geselliges Hobby. Zu den vielfältigen Aktivitäten des Vereins zählen unter anderem gemeinsame Fahrten zu Briefmarkenausstellungen und regelmäßige Tauschtreffen. Diese finden seit 2001 im Gemeinschaftshaus „Alte Schule“ in Ockershausen statt, wodurch eine gute Beziehung zur dortigen Vereinsgemeinschaft entstand. Infolge der Städtepartnerschaft hat sich auch eine­ ­gute Beziehung zu den Briefmarkensammlern in Eisenach ergeben.

  • Zum Jubiläum hat der Verein eine Festschrift herausgegeben, die zum Beispiel Interessantes zum Verein, zur Geschichte der Philatelie, der Geschichte Marburgs im Spiegel postalischer Belege enthält. Ein besonderer Höhepunkt sind Ansichten von Marburg auf alten Ansichtskarten. Die Festschrift, die dank einer großzügigen Spende von Siegfried Kuhl zustande kam, kann beim Verein erworben werden. Interessierte können sich auf der Internetseite www.briefmarkenverein-marburg.de informieren.

von Stefanie Wellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr